VADER: Solitude in Madness

VADER: Solitude in Madness

VADER sind und bleiben einfach VADER – schier unverwüstlich treiben die Polen ihr Unwesen: Egal, ob live oder im Studio, welches diesmal in England aufgesucht worden ist. Es vergeht kaum ein Jahr, in dem das Ensemble rund um Gitarrist und Sänger Piotr Wiwczarek nicht auf irgendeiner großen Festival-Bühne auftritt oder neues Material in Form eines Albums oder einer EP präsentiert.

So auch in diesem Jahr: zwar sind die Sommer-Festivals hierzulande auch für VADER tabu, doch dafür gibt es mit dem 16. Album „Solitude in Madness“ neues Material. Ja, und – als hätten es die Polen gewusst – diese Abschottung und Ausgangssperren sind ja wirklich zum Haare-Raufen.

„Solitude in Madness“ stellt existenzialistischen Fragen in VADER-Manier

Doch „Solitude in Madness“ geht in Sachen Lyrics dann doch eher existenzialistischen Fragen nach – und das in VADER-Manier. Die Kernfrage, wer wird sind, wird unter anderem nach dem Gesichtspunkt des Vater-Seins gestellt. Auch beschäftigt sich das Album mit nicht für möglich gehaltenen, schädlichen Auswirkungen von Technologie. Themen, die man nur bedingt aus dem Cover-Artwork von Wes Benscoter, der auch schon die Cover für das Album „De Profundis“ (1995), das zu seinem Jubiläum von Nuclear Blast eine Sonder-Edition spendiert bekommt, und die EP „Thy Messenger“ (2019) gestaltete.

VADER sprechen musikalisch eine deutliche Sprache

Musikalisch sprechen VADER dann wieder eine deutlichere Sprache. Unmissverständlich wird man gleich mit dem Opener „Shock And Awe“ aus dem Death Metal-Eck abgeholt. Hierbei haben die Polen gleich einmal mit einen der besten Einstiegsriffs ausgepackt. Somit ein perfekt gewählter Opener. Doch auch Songs wie „And Satan Wept“ oder „Stigma Of Divinity“ gehen richtig gut ab.

Soli helfen den langsameren Songs auf „Solitude in Madness“

Etwas vielschichtiger präsentiert sich „Into Oblivion“, wo mit Tempo-Variationen gespielt wird. Sind Songs dann als Ganzes schleppender wie „Sanctification Denied“, geht der Fluss etwas verloren. Hinzu kommen „ältere“ Songs wie „Emptiness“, der es einst nicht mehr aufs „The Empire“-Album geschafft hatte und im Endeffekt auch auf der „Thy Messenger„-EP (wie auch „Despair“) landete. Ja, und der Track ist dann in Sachen Riffing einfacher und langsamer gestrickt, wenngleich daneben recht brav soliert wird.

VADER mit höherem Durchschnittstempo als zuletzt

Dennoch erweist sich „Solitude in Madness“ als sehr solides und gutes Album. Ich könnte mich aber auch nicht erinnern, von VADER einmal ein mittelmäßiges oder gar schlechtes Album gehört zu haben. Die Polen haben sich zudem wieder mehr auf den Death Metal und auf ein höheres Durchschnittstempo verlagert. Ein wenig Thrash („Dancing In The Slaughterhouse“) schwingt zwar weiterhin mit, doch der Grundtenor ist wieder härter.

Veröffentlichungstermin: 01.05.2020

Spielzeit: 29:29 Min.

Line-Up:
Piotr „Peter“ Wiwczarek – Gesang & Gitarre
Marek „Spider“ Pająk – Gitarre
James Stewart – Schlagzeug
Tomasz „Hal“ Halicki – Bass

Produziert von Scott Atkins @ Grindstone Studio, Suffolk

Label: Nuclear Blast

Homepage: http://www.vader.pl

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/vader/

VADER „Solitude In Madness“ Tracklist

Shock And Awe“ (Lyric-Video bei YouTube)
Into Oblivion (Video bei YouTube)
Despair
Incineration Of The Gods
Sanctification Denied
And Satan Wept
Emptiness
Final Declaration
Dancing In The Slaughterhouse
Stigma Of Divinity
Bones

Christian Wögerbauer
Christian ist seit 2005 unser Vertreter der Österreicher Metalszene, rezensiert gern im Bereich Doom / Death / Black / Thrash und auffallend gern Bands mit Sängerin. Genres: Death Metal, Doom-Death Metal, Doom Metal, Symphonic Metal, Gothic Metal, Sludge.