STEVE WALSH: Shadowman

Ein wirklich starkes Albums, dem man etwas Zeit widmen sollte, um dessen Klasse zu erkennen.

Nach dem ersten Durchlauf fand ich das aktuelle Soloalbum des ehemaligen KANSAS-Sängers aufgrund seiner Zerrissenheit ziemlich anstrengend und durchwachsen.
Aber je häufiger ich mir die acht (teilweise recht langen) Songs anhörte, desto besser fand ich diese.

Dass es bei Herrn Walsh und seinen Mitstreitern (u.a. Ex-TWISTED SISTER-Drummer Joe Franco, SYMPHONY X-Klampfer Michael Romeo oder COLLECTIVE SOUL-Gitarrist Joel Kosche) an der handwerklichen Umsetzung des vom Hauptdarsteller produzierten Songmaterials nichts zu meckern gibt, dürfte klar sein, oder?

Man sollte auch nicht den Fehler machen, den 54-jährigen STEVE WALSH nur aufgrund seiner 30-jährigen Karriere im Musikgeschäft in die Oldfashioned-Schublade zu stecken, denn gerade aufgrund des moderne(re)n Drumsounds klingt das Songmaterial recht frisch – auch wenn Shadowman dadurch mitnichten neu oder trendy klingt.

Stilistisch ist Shadowman dagegen etwas schwerer einzuordnen, denn während es hier recht sperrig klingt, ertönen dort Laute, die durchaus an KANSAS erinnern. An einer Stelle erklingen orchestrale Passagen, an einer anderen wird recht knackig gerockt – und wo ein Song wie der Opener Rise schon fast als heavy zu etikettieren ist bzw. ein Song wie das überragende Pages Of Old sehr nach einem ruhigen PETER GABRIEL-Track klingt, ist Hell Is Full Of Heroes wohl der mit Abstand modernste Track dieses wirklich starkes Albums, dem man aber etwas Zeit widmen sollte, um dessen Klasse zu erkennen.

Allerdings könnte genau das in unserer schnelllebigen Zeit und unserer Wegwerfgesellschaft ein Problem sein.

Veröffentlichungstermin: 04.07.2005

Spielzeit: 48:57 Min.

Line-Up:
Steve Walsh – Vocals & Keyboards

Joe Franco – Drums

Joel Kosche – Guitar, Bass

David Ragsdale – Violin

Michael Romeo – Giga Symphony

Matt Still – Percussions

Produziert von Steve Walsh
Label: Frontiers Records

Homepage: http://www.steve-walsh.de

Tracklist:
1. Rise

2. Shadowman

3. Davey, And The Stone That Rolled Away

4. Keep On Knockin´

5. Pages Of Old

6. Hell Is Full Of Heroes

7. After

8. The River