SLUDGE: Lava

Dieser tonnenschwere Death-Thrash-Doomcore-Bastard überrollt den Hörer und sorgt für einige dreckige und wilde Stunden.

Könnte ein Lavastrom mit Tollwut infiziert werden, wüsste ich, wie dieser klingen würde. So wie dieses Album, genannt Lava. Knallhart wälzt sich das brutale Werk durch seine 48 Minuten, reißt alles mit in den Tod, was es finden kann. Mal schneller, mal langsamer, aber immer kompromisslos böse. Zwischen krassen Uptempo-Nummern, für die sich ENTOMBED alle Finger ablecken würden, und langsamen, pechschwarz doomenden Stücken decken die Schweizer SLUDGE ein breites Spektrum ab und reißen stets gnadenlos mit.

Vor allem die fiesen Rocknummern sind sehr effektiv. 60 mm, Carnivore und Monolith, ballern, was das Zeug hält, klingen wie eine Terror-Version von DISBELIEF. Boshafter geht es kaum. Außer in den doomigen, ultramächtigen Nummern Lava, Below und Inquisition. Hier sind SLUDGE zwar enorm konsequent und kompromisslos, aber auch sehr anstrengend. Wenn sich schließlich auch NILE-artige Synthies wie im höllischen Below in die Musik einschleichen, lassen sich dennoch kleine Anflüge von Gänsehaut auf den Armen des Hörers beobachten. Generell, die dezente elektronische Schlagseite des Albums verhilft ihm, das Interesse deutlich zu erhöhen, auch wenn sie niemals im Vordergrund steht.

Die Musiker gehen sehr rüde zu Werke, das Drumming ist gnadenlos und grob, die Riffs sind simpel, aber machen äußerst Spaß, gerade wenn sich mal ein paar punkige Versatzstücke einschleichen, wie in Idi Na Hui. Dazu passt das Gekreische auch wunderbar, ist vielleicht ein wenig eintönig, aber passt sich der Musik bestens an. Da auch die ultraderbe Produktion und das Artwork absolut stimmig sind, darf man SLUDGE zu einem wirklich gelungenen Album gratulieren. Lava ist vielleicht kein Überhammer, das dem Hörer gänzlich neue Welten eröffnet. Aber dieser tonnenschwere Death-Thrash-Doomcore-Bastard überrollt den Hörer und sorgt für einige dreckige und wilde Stunden, garantiert.

Veröffentlichungstermin: 23. Mai 2008

Spielzeit: 48:24 Min.

Line-Up:
Odin – Vocals
Makro – Guitar, Programming
Ulik – Bass
Pud – Drums

Produziert von Makro
Label: Mighty Music

Homepage: http://www.sludge.ch

Tracklist:
1. 60 mm
2. Idi Na Hui
3. Lava
4. Carnivore
5. Below
6. Monolith
7. Machine
8. Inquisition
9. The End