SAXON: The Eagle Has Landed Pt. 3

SAXON: The Eagle Has Landed Pt. 3

Tradition oder Einfallslosigkeit? SAXON betiteln auch ihr drittes Live Album nach dem gewohnten Muster (die 1989er Rock´n Roll Gypsie Live Scheibe und das ein Jahr später veröffentlichte Greatest Hits Live mal ausgeklammert). Nach 1982 und 1996 landet der Adler also zum dritten Mal. Und dieser Vogel rockt auch nach all den Jahren. Nun lässt sich diese CD auf zwei Arten betrachten: Zum einen muss man sagen, dass genau wie beim zweiten Teil der Adlerlandung von einer repräsentativen Songauswahl absolut keine Rede sein kann. Hierzu fehlen einfach zu viele der alten Hits wie Denim & Leather, Princess Of The Night, 747 (Strangers In The Night), Strong Arm Of The Law, Heavy Metal Thunder und so weiter. Warum? Diese waren nun mal schon auf dem ersten Teil vertreten. Und dass wiederum ist natürlich ein Kaufanreiz für alle, die die ersten beiden Teile schon haben. Überschneidungen gibt es nämlich so gut wie gar keine und erstklassige Songs sind immer noch zu Hauf vertreten. Auf CD Nummer 1 wird die Bandgeschichte bis einschließlich 1984 bearbeitet. Während das Debüt, Denim & Leather, und Power And The Glory mit drei und Wheels Of Steel gar mit vier Songs bedacht werden, gibt es von Strong Arm Of The Law und Crusader jeweils nur einen Song zu hören. So donnern SAXON durch großartiges Songs wie This Town Rocks, Frozen Rainbow, Warrior, To Hell And Back Again oder das Abschlußtrio bestehend aus dem acht Minuten lang zelebrierten Wheels Of Steel, And The Bands Played On und natürlich Crusader.

Auf CD2 wird dann bis auf eine Ausnahme (Broken Heroes vom 1985er Innocence Is No Excuse Album) die jüngere Vergangenheit ab Solid Ball Of Rock abgegrast. Den Großteil macht mit insgesamt 9 Songs (wobei To Live By The Sword hier auf 2 Tracks – unterbrochen von Unleash The Beast – verteilt wurde) das Material der letzten Studioscheibe Lionheart aus. Hier finde ich es nur schade, dass man den Song Witchfinder General außen vor gelassen hat. Eigentlich eine verdammt starke Nummer. Frontsau Biff Byford singt wie immer tadellos und begeistert mit sympathischen Ansagen. So wie man es eben von SAXON Live-Shows gewohnt ist. Trotz der Tatsache, dass es sich bei den Songs nicht um das Ergebnis einer einzelnen Show, sondern Mitschnitte diverser Shows handelt, wirken die beiden Scheiben wie aus einem Guss. Der Sound klingt relativ rau und teilweise ein wenig dumpf. Für mich als Freund echter Live-Alben ist das allerdings kein wirklicher Kritikpunkt, denn von Blechbüchsensound ist diese Scheibe noch weit entfernt. Man merkt halt einfach nur, dass da im Studio nicht großartig nachbearbeitet worden ist. Ein kleines Kuriosum am Rande: The Eagle Has Landed Pt. 3 dürfte wohl das einzige, mir bekannte Live Album sein, auf dem es mit Jörg Michael, Nigel Glockler und Fritz Randow gleich drei Schlagzeuger zu hören gibt. Zu der Zeit war halt einiges los auf dem Drumhocker bei SAXON.

Veröffentlichungstermin: 02.06.2006

Spielzeit: 72:28 + 69:49 Min.

Line-Up:
Biff Byford – vocals
Paul Quinn – guitar
Doug Scarrat – guitar
Nibbs Carter – bass
Jörg Michael – drums 2004 tracks
Nigel Glockler – drums 2005 tracks
Fritz Randow – drums WACKEN tracks

Label: SPV / Steamhammer

Homepage: http://www.saxon747.com

Tracklist:
CD1:
01. This Town Rocks
02. Backs To The Wall
03. Redline
04. Stand Up And Be Counted
05. Never Surrender
06. Frozen Rainbow
07. Suzie Hold On
08. Play It Loud
09. Warrior
10. See The Lights Shining
11. To Hell And Back Again
12. Stallions Of The Highway
13. Wheels Of Steel
14. And The Bands Played On
15. Crusader

CD2:
01. The Return (Intro)
02. Lionheart
03. Man & Machine
04. Beyond The Grave
05. Searching For Atlantis
06. To Live By The Sword pt. 1
07. Unleash The Beast
08. To Live By The Sword pt. 2
09. Flying On The Edge
10. Jack Tars
11. English Man´O`War
12. Court Of The Crimson King
13. Broken Heroes
14. Dragons Lair
15. Rock Is Our Life
16. Travellers In Time
17. Solid Ball Of Rock

agony&ecstasy
Seit 2005 bei vampster und hauptsächlich für CD Reviews zuständig. Genres: Power, Speed und Thrash Metal, Epic Metal, Death Metal, Heavy Rock, Doom Metal, Black Metal.