SAVATAGE: Handful Of Rain [Re-Release]

"Handful Of Rain" war das erste Album nach Criss Olivas Tod und nimmt alleine deshalb schon eine Ausnahmestellung in der Diskographie der Band ein. So wie hier klangen SAVATAGE nie zuvor und nie danach, nicht nur wegen Alex Skolnick, dessen Leadgitarrenarbeit dem Album allerdings deutlich seinen Stempel aufdrückt.

Handful Of Rain war das erste Album, das SAVATAGE nach dem Tod von Criss Oliva veröffentlichten. Zwar wurde offiziell das unten genannte Line Up für das Album aufgeführt, tatsächlich entstand Handful Of Rain größtenteils in der Zusammenarbeit von Jon Oliva und Paul O´Neill. Laut Jon Oliva war die Arbeit an diesem Album die schwierigste und emotionalste überhaupt für ihn. Unter diesen Umständen glaubt man ihm das natürlich sofort. Eröffnet wird das achte Album der Bandgeschichte mit dem harten, rhythmischen Taunting Cobras. Der Titeltrack wäre meiner Meinung auch super als Untermalung eines modernen Westerns geeignet. Dritter im Bunde ist mit Chance einer der besten Songs, den SAVATAGE je geschrieben haben. Wie auch immer man zum Rest von Handful Of Rain stehen mag – alleine dieses Monument von einem Song, dieser unfassbare Geniestreiche ist den Kauf dieses Albums wert. Der dramatisch Beginn, der folgende Headbanger-Part, der Refrain und die absolute Krönung in Form des Counterpoint-Gesangspart am Ende – viel besser kann man einen Song nicht schreiben. Wir reden hier von einer Liga, in der sich sonst nur Songs wie Heaven And Hell tummeln. Hier stimmt einfach alles!

Nach dieser emotionalen Achterbahnfahrt kommt das relaxte, leicht bluesige Stare InTo The Sun gerade richtig um wieder runter zu kommen. Mit Nothing´s Going On haben SAVATAGE weit hinten noch einen starken Song versteckt, der mit Taunting Cobras das härteste ist, was Handful Of Rain zu bieten hat. Darauf folgt mit dem etwas unentschlossenen Symetry der Schwachpunkt des Albums. Den Abschluss bildet Alone You Breathe – eine weitere, großartige und vielschichtige Ballade, eine der besten im wahrlich nicht schlecht bestückten Balladen-Fundus der Band. Spätestens wenn Zak Stevens gegen Ende einen Teil des Refrains von Belive aufgreift, dürfte jeder SAVATAGE-Fan eine Gänsehaut bekommen. Handful Of Rain klingt wie kein Album zuvor und wie keines danach, enthält, von Symetry mal abgesehen, nur starke Songs – mit Chance sogar einen vollkommenen Jahrhundert-Song.

Als Bonus enthält Handful Of Rain noch zwei Akustiksongs. Zum einen wäre da Summers Rain. Die Akustiv-Version zeigt die Ballade vom Gutter Ballet-Album von einer gänzlich anderen Seite, nachdenklicher als die manische Ur-Version. Definitiv einer der besten, der neuen Akustik-Songs. Der zweite Bonustrack ist Belive mit Zak Stevens am Mikro. Letzteres wurde soweit ich weiß schon mal als Bonustrack auf einem früheren Re-Release von Edge Of Thorns verbraten. Natürlich ist diese Version klasse aber am Original rüttelt nichts und niemand.

Veröffentlichungstermin: 02.12.2011

Spielzeit: 58:39 Min.

Line-Up:
Zachary Zak Stevens – vocals
Alex Skolnick – guitar
Johnny Lee Middleton – bass
Steve Wacholz – drums
Jon Oliva – keyboards, piano

Produziert von Paul O´Neill
Label: earMUSIC (Edel)

Homepage: http://www.savatage.com

Mehr im Netz: http://www.myspace.com/savatage

Tracklist:
01. Taunting Cobras
02. Handful of Rain
03. Chance
04. Stare Into the Sun
05. Castles Burning
06. Vision
07. Watching You Fall
08. Nothing´s Going On
09. Symmetry
10. Alone You Breathe 
11. Summer´s Rain (Akustik)
12. Belive (Akustik)