POSSESSED: Revelations Of Oblivion

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Das hätte aber alles auch ganz gehörig schief gehen können: Wenn eine Band wie POSSESSED (oder das, was davon übrig ist) nach knapp 30 Jahren ein neues Album ankündigt, ist Vorsicht geboten.

Doch POSSESSED, in diesen Fall also das einzig verbleibende Gründungsmitglied und Hauptsongschreiber Jeff Becerra, überwindet die enorme Fallhöhe problemlos und langweilt weder mit einem Abklatsch vergangener Glanztaten wie „Seven Churches“, noch versucht er krampfhaft modern zu sein.

Nein, die neuen POSSESSED blasen mit „Revelations Of Oblivion“ den Staub vom eigenen Denkmal, gießen nochmal ordentlich viel Beton ins Fundament und zementieren ihren (Legenden)Status neu – auf dass viele andere Bands weiterhin vergeblich daran rütteln werden!

Jeff Becerra hat mit „Revelations Of Oblivion“ POSSESSED wiederbelebt

POSSESSED 2019, das ist weniger Reunion als Reanimation. Denn „Revelations Of Oblivion“  ist erstaunlich abwechslungsreich und bleibt gleichzeitig immer genau in der Fahrspur, die POSSESSED vor Jahrzehnten angelegt haben. Das Album zitiert die Vergangenheit und tritt gleichzeitig aus dem Schatten des übergroßen „Seven Churches“ -Albums: Die ersten Sekunden von „Omen“ klingen fast gar wie Kirchenglocken – und erinnern an „Fallen Angel“. Ohne diesen Song war’s damals in der Rockfabrik Ludwigsburg kein richtiger Sonntag – und vermutlich gehörte der Song auch in anderen Städten zum Pflichtprogramm des DJs im Metal-Club.

Mit „The Word“ ist POSSESSED ein echter Hit gelungen, der Song vereint die dreckige Rumpel-Thrash-Schule mit brachialem Death Metal und einem fast schon skandinavischen Gitarrenlauf. Im düster-bedrohlichen „Demon“ führt Jeff Becerra  ein finsteres Zwiegespräch mit sich selbst. Brachial und erstaunlich Thrash Metal-lastig klingen „Shadowcult“ und „Damned“ –  doch Jeff Becerra  drückt mit seinem Gesang einfach jedem Song das POSSESSED-Siegel auf, und auch Drummer Emilio Marquez gibt mit seinem Spiel (wie der die Toms rauf und runter rollt!) den zehn Songs einen durchgängigen Groove und Wiedererkennungswert.

Und mal ganz ehrlich, irgendwie ist’s einfach toll, POSSESSED-Songs endlich mal mit vernünftigem Sound zu hören. Denn bei aller Nostalgie und Old School-Credibility, eigentlich war „Seven Churches“ nun wirklich noch nie ein besonderes Sounderlebnis.

VÖ: 10. Mai 2019

Label: Nuclear Blast

Mehr im Netz:
facebook.com/possessedofficial

POSSESSED “Revelations Of Oblivion”

1. Chant Of Oblivion
2. No More Room In Hell (Audio bei YouTube)
3. Dominion
4. Damned
5. Demon
6. Abandoned
7. Shadowcult (Live-Video bei YouTube)
8. Omen
9. Ritual
10. The Word
11. Graven
12. Temple Of Samael

Line-up
Jeff Becerra | Vocals
Daniel Gonzalez | Guitars
Emilio Marquez | Drums
Robert Cardenas | Bass
Claudeous Creamer | Guitars

 

andrea
Kümmere mich seit 1999 um Reviews, Interviews und den größten Teil der *Verwaltung*, Telefon-Dienst, Beschwerdestelle, Versandabteilung, Ansprechpartner für alles, Redaktionskonferenz-Köchin...