MENTAL CRUELTY: Zwielicht

Extrem Metal Fans können bei “Zwielicht” bedenkenlos zugreifen, ist das Album doch als Meisterwerk in Sachen sinfonischen Deathcores anzusehen. Egal ob im Moshpit oder in den eigenen vier Wänden, die zehn Tracks sind ein toller Stimmungsmacher und geben den perfekten Soundtrack für die schweißtreibende Sommerhitze ab.

Seit dem Gründungsjahr 2015 hauen uns MENTAL CRUELTY ihre Mischung aus Black-, Death Metal und Deathcore um die Ohren. Die in Karlsruhe gegründete Truppe hatte es nicht einfach, wurde man doch von einigen Line Up Wechsel gebeutelt. So kam es, dass die Band im März 2022 bei Century Media Records unterschrieb und im selben Monat den damaligen Sänger aufgrund von Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs entlassen musste. Anfang dieses Jahres wurde mit Lucas Nikolai der neue Mann hinter dem Mikro präsentiert und so stand den Arbeiten zum Nachfolger des erfolgreichen Vorgängers (“A Hill To Die Upon“, 2021) nichts im Wege.

MENTAL CRUELTY: Wie Phönix aus der Asche

Die Messlatte dazu haben sich die Deutschen also mit ihrem vierten Album selbst hoch gelegt. Doch mit neuem Frotmann und der Wut im Bauch, schöpft das Quintett aus dem Vollen und betitlelt das nunmehr fünfte Langeisen “Zwielicht”. Blackened Deathcore wird der Stil auf dem neuen Album genannt und wie sich das genau anhört, schauen wir uns jetzt an.

Das Intro “Midtvinter” ebnet mit pompöser Orchestration den Weg zum ersten Titel. Wobei bemerkt werden muss, dass das klassische Intro nicht an den Haaren herbeigezogen ist. Findet man doch in jedem Song orchestrale Elemente, sowie sakrale Chöre. Härte und Klassik werden hier zu einem explosiven Gemisch verbunden, welches in “Obsessia a Daemonio” thematisch mit dem Teufel einhergeht. Doch die Themen der Songs wechseln sich gut ab und so führen uns die Texte in die griechische Mythologie (“Forgotten Kings”), bis hin zu den Sagen aus dem Norden (“Nordlys”).

Klassik meets Extrem Metal und Blackened Deathcore

Der neue Sänger Lukas Nikolai ist ein wahrer Gewinn für die Band. Er gibt dem Sound von MENTAL CRUELTY die nötige Würze. Mit derben Growls, Pig Squels, Screams und sogar Sprechparts zeigt er sein Können in beeindruckender Art und Weise. Ganz egal ob “Pest” oder “Mortal Shells”, jeder Titel erzählt seine eigene kleine Geschichte und kalte Blast Beats, mitreißende Breakdowns und spannende Melodien ziehen sich wie ein roter Faden durch die Songs. Genau so soll sich sinfonischer Deathcore anhören.

Einzige Ausnahme ist das Titelstück “Zwielicht”, welches in deutscher Sprache gehalten ist und einen deftigen Folklore-Einschlag hat. Es ist wohl mehr als Zwischenspiel, denn als eigene Nummer zu sehen und geht nahtlos in “Symphany Of A Dying Star” über, welches getrost als Anspieltipp genannt werden kann. Es ist wirklich erstaunlich, wie MENTAL CRUELTY Härte und Emotionen miteinander verbinden und dabei an Genregrößen wie LORNA SHORE anknüpfen.

Fazit: Extrem Metal Fans können bei “Zwielicht” bedenkenlos zugreifen, ist das Album doch als Meisterwerk in Sachen sinfonischen Deathcores anzusehen. Den Deutschen hier das Wasser zu reichen wird wohl ein harter Brocken für die Konkurrenz. Egal ob im Moshpit oder in den eigenen vier Wänden, die zehn Tracks sind ein toller Stimmungsmacher und geben den perfekten Soundtrack für die schweißtreibende Sommerhitze ab.

Veröffentlichungsdatum: 23.06.2023
Spieldauer: 48:55

Label: Century Media

MENTAL CRUELTY “Zwielicht” Tracklist

Midtvinter
Obsessis a Daemonio
Forgotten Kings
Pest
Nordlys (Video bei YouTube)
Mortal Shells
Zwielicht
Symphony of a Dying Star
The Arrogance of Agony
A Tale of Salt and Light

Line Up:
Lukas Nikolai – Vocals
Nahuel Lozano – Gitarre
Marvin Kessler – Gitarre
Viktor Dick – Bass
Danny Straßer – Drums

Internet:
Instagram: https://www.instagram.com/mental_cruelty/
Spotify: https://open.spotify.com/artist/2iE1NqruxoSxTvOpTCLkE9
YouTube: https://www.youtube.com/@mentalcrueltyofficial
Facebook: https://www.facebook.com/MentalCruelty/
Website: https://www.mentalcrueltyofficial.com/

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