MEMORIAM: Requiem For Mankind

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Oh je… Nach dem guten Debüt “For The Fallen” legten MEMORIAM mit ihrem Zweitwerk “The Silent Vigil” in meinen Augen eine ordentliche Bruchlandung hin. Viel zu wenige packende Songs, dafür eine Menge Mittelmaß – das ganze wirkte auf mich wie ein Schnellschuss, nur ein Jahr nach dem Debüt. Ihr könnt euch also meine grenzenlose Begeisterung vorstellen, als vor einer Weile das dritte Album der Band angekündigt wurde – erneut nach nur einem Jahr. Meine Lust, sich durch weitere knapp fünfzig Minuten Langeweile zu hören, war denkbar gering.

Aber wie das so ist, eines Tages kommt der erste Vorab-Song, den man aufgrund der Erfahrung mit dem letzten Album gar nicht erst… klick.. hoppla… Das klingt ja gar nicht so schlimm wie befürchtet. Also hab ich mich um die Promo bemüht und siehe da, der gute erste Eindruck bestätigt sich im weiteren Verlauf. MEMORIAM haben tatsächlich noch mal die Kurve gekriegt. Dabei ist das Rezept größtenteils gleich geblieben.

MEMORIAM greifen erneut auf jede Menge BOLT THROWER-Riffs zurück, jedoch mit deutlich stärkeren Songs als zuletzt

Mit dem Opener “Shellshock” legen MEMORIAM mit einer stark nach BOLT THROWER klingenden Up Tempo-Nummer nach. Das Hauptriff, die Harmonie in der Bridge, das klingt alles auf wunderbare Art und Weise vertraut und im Mittelteil wird gegrooved wie Hölle. Auch im weiteren Verlauf greifen MEMORIAM immer wieder auf stark nach BOLT THROWER klingende Riffs zurück. Warum auch nicht, denn im Vergleich zum letzten Album kommen dabei einfach deutlich stärkere Songs heraus. “Undefeated”, “Austerity Kills” der Titelsong oder “Fixed Bayonets” haben endlich wieder die Power, die dem Großteil der Stücke auf “The Silent Vigil” fehlte und auch Karl Willets scheint wieder besser bei Stimme zu sein. Lediglich “The Veteran” will bei mir nicht so richtig zünden.

Relevante Texte und starke Songs – MEMORIAM melden sich mit “Requiem For Mankind” lautstark zurück

Thematisch widmet sich Karl Willets sich neben der Kriegsthematik auch wichtigen aktuellen Themen wie dem Irrweg der Austerität und dem Kampf gegen Faschismus. Traurig genug, dass gerade letzteres heute wichtiger denn je ist. Gut, dass es Bands gibt, die klar Stellung beziehen. No Pasarán! “The Veteran” wiederum thematisiert den posttraumatischen Stress von ehemaligen Soldaten, kein neues aber ebenfalls ein relevantes Thema. MEMORIAM haben es mit “Requiem For Mankind” geschafft, mich mehr als positiv zu überraschen. Nach dem schwachen “The Silent Vigil” hatte ich die Band schon abgeschrieben, doch mit Album Nummer drei veröffentlichen MEMORIAM ein Album, welches mindestens auf Augenhöhe mit dem Debüt steht, eher sogar noch stärker ausfällt.

Veröffentlichungsdatum: 21.06.2019

Spielzeit: 48:07

Line Up:
Karl Willets – vocals
Scott Fairfax – guitars
Frank Healy – bass
Andy Whale – drums

Produziert von: Russ Russell @ Parlour Studios

Label: Nuclear Blast Records

Bandhomepage: http://www.memoriam.uk.com
Facebook: https://www.facebook.com/Memoriam2016
Bandcamp: https://willettsio.bandcamp.com

MEMORIAM „Requiem For Mankind“ Tracklist

01. Shell Shock /Lyrics-Video bei YouTube)
02. Undefeated (Lyrics-Video bei YouTube)
03. Never The Victim
04. Austerity Kills
05. In The Midst Of Desolation
06. Refuse To Be Led
07. The Veteran
08. Requiem For Mankind
09. Fixed Bayonets
10. Interment

agony&ecstasy
Seit 2005 bei vampster und hauptsächlich für CD Reviews zuständig. Genres: Power, Speed und Thrash Metal, Epic Metal, Death Metal, Heavy Rock, Doom Metal, Black Metal.