MARDUK: Live in Germania [Re-Release]

An der fehlenden Live-Atmosphäre kann auch das neue Mastering nichts ändern…

Im Zuge der MARDUK Re-Release Tetralogie, wird neben dem krassen Panzer Division Marduk, der Mini-CD Obedience und dem 1998er Werk Nightwing auch das Live-Album Live in Germania von REGAIN RECORDS wiederveröffentlicht. Auch dieser Output wurde mit einem grau-schwarzen, düsteren Artwork versehen und kommt im Digipak inklusive Bonus-DVD daher.

Diese ist es denn auch, welche den Re-Release für Fans, welche den Live-Output aus dem Jahr 1997 bereits besitzen, interessant macht. In – zugegebenermaßen – krachig-schrottig-undergroundig-kultiger Manier zeigt die DVD den ersten Gig, den MARDUK außerhalb Schwedens absolviert haben. Dafür hat es die Black Metaller anno 1994 nach Oslo gezogen, wo sie vor einer bewegungsarmen, Bierchen trinkenden Meute ihre schwarzmetallischen Qualitäten zeigen. Statt professioneller Schnitte, viel digitaler Nachbearbeitung und klarer Bilder gibt es in diesem Mitschnitt eine Hand-Kamera (immerhin, der Filmer weiß, wann die Gitarrensolos kommen und berücksichtigt die Musik in der Perspektivenwahl), rumpligen Sound und eine körnige visuelle Erfahrung. Dennoch – sehenswert ist der Auftritt auf jeden Fall und bis jetzt hat er es noch nicht auf eine der anderen wiederverwertenden MARDUK-DVDs geschafft.

Die DVD entschädigt denn auch für das leicht steril wirkende Live-Album, welches 1996 während der Heaven Shall Burn-Tour MARDUKs aufgenommen wurde. Obwohl die Songauswahl einen schönen Querschnitt über das frühe Schaffen der schwedischen Black Metaller gibt, fehlt es Live in Germania am typischen Live-Feeling. Ansagen wie Deutschland, come on zu Beginn von Legion sind absolute Mangelware und vom Publikum hört man praktisch nichts. In Sachen Live-Atmosphäre muss sich Live in Germania also vom erheblich jüngeren De Profundis Clamavi Ad Te Domine aus dem Hause DARK FUNERAL geschlagen geben. Für neuere MARDUK-Anhänger ist der vorliegende Re-Release von Live in Germania dennoch eine Anschaffung wert, zumal er eine frühere Ära der Schweden abdeckt und mit dem Oslo-Mitschnitt gleich noch eine kurze Zeitreise bietet.

Veröffentlichungstermin: 09.05.2008

Spielzeit: 59:21 Min.

Line-Up:
Morgan S. Håkansson: Gitarre
Legion: Vocals
B. War: Bass
Fredrik Andersson: Drums

Produziert von Spencer Hoogelwood, Peter Tägtgren, Devo
Label: Regain Records

Homepage: http://www.marduk.nu

Tracklist:
1. Beyond The Grace Of God
2. Sulphur Souls
3. The Black
4. Darkness It Shall Be
5. Materialized In Stone
6. Infernal Eternal
7. On Darkened Wings
8. Wolves
9. Untrodden Path (Wolves pt. 2)
10. Dracul Va Domini
11. Legion
12. Total Desaster (DESTRUCTION Cover)

Bonus DVD: MARDUK live in Oslo 1994 (ca. 27:30 Minuten)