KATAKLYSM: Unconquered

KATAKLYSM: Unconquered

Geschichte wiederholt sich. Das ist selten so deutlich zu erkennen wie im Fall von KATAKLYSM. Wir meinen dabei nicht einmal das sogenannte ‚Heart Beast‘ auf dem Cover, das schon vor einer Dekade eine Art Quasi-Maskottchen der Death Metal-Band war. Auf 14 Alben pflegen die Kanadier jedenfalls nun ihre Trademarks, haben dabei Höhen und Tiefen durchschritten und uns stets mit einer Gewissheit zurückgelassen: Selbst wenn die Ideenquelle einmal nicht so recht sprudeln will, können sich KATAKLYSM auf ihre Routine verlassen.

Originell ist an „Unconquered“ erstmal gar nichts. Und doch fühlen wir uns nach wenigen Takten wie zu Hause: Die Blast Beats treiben uns an, die tief gestimmten Gitarren bringen den Groove und Maurizio Iacono hat selbst nach über zwei Dekaden immer noch eine der markantesten Death Metal-Stimmen im Business. „Home is where the heart beast is?“ – Vielleicht, denn die Aggression von “In The Arms Of Devastation” (2006) scheint zumindest über weite Strecken gegeben.

„Unconquered“ ist eine sichere Bank, bleibt aber vorhersehbar

Die morbiden Gitarren des Openers „The Killshot“ erinnern entfernt an THE BLACK DAHLIA MURDER, während sich der melodische Refrain von „Cut Me Down“ am Melodic Death Metal orientiert, wie ihn auch ABLAZE MY SORROW um die Jahrtausendwende zelebriert haben. Den Hang zu einprägsamen Hooks haben KATAKLYSM also nicht verloren, walzen zwischendurch jedoch mit breiter Brust und Wut im Bauch fast schon humorbefreit über uns hinweg („Stitches“).

Ebenfalls immer mit dabei: der unverschämte Groove, dank dem das Quartett vor allem im Midtempo eine sichere Bank ist („Focused To Destroy You“). Gleichzeitig bleibt „Unconquered“ dadurch allerdings vorhersehbar und nicht immer ausgesprochen spannend. Mit reduziertem Tempo eiert etwa „The Way Back Home“ fast sechs Minuten vor sich hin, ohne auf einen Höhepunkt zuzusteuern. „Defiant“ wirkt dagegen ein wenig wie Malen nach Zahlen, bringt aber immerhin die kompromisslose Härte der frühen Schaffensperioden zurück.

KATAKLYSM verlassen sich auf Routine und Trademarks

Dafür ertönt „Icarus Falling“ mit seinem Piano geradezu melancholisch – zumindest, bis Frontmann Maurizio die Stimme erhebt. Atmosphärisch ist der Track dennoch ein Albumhighlight, dem auch das schleppende „When It’s Over“ in bester „Prevail“-Manier (2008) nicht das Wasser reichen kann.

Muss es natürlich auch nicht, denn „Unconquered“ lebt vor allem von seiner Nostalgie, wenn man so will. KATAKLYSM stützen sich auf das, was sie am besten können. Das mag vielleicht nicht Innovation oder gar Überraschung sein, dafür huldigen sie ihrer eigenen Vergangenheit mit einem soliden Querschnitt (nahezu) aller bandtypischen Trademarks. Geschichte wiederholt sich eben – manchmal auch vollkommen beabsichtigt.

Veröffentlichungstermin: 25.09.2020

Spielzeit: 38:01

Line-Up

Maurizio Iacono – Vocals
JF Dagenais – Guitars
Stéphane Barbe – Bass
Oli Beaudoin – Drums

Produziert von Colin Richardson und Chris Clancy

Label: Nuclear Blast

Homepage: https://www.kataklysm.ca/
Facebook: https://www.facebook.com/kataklysm/

KATAKLYSM “Unconquered” Tracklist

1. The Killshot (Video bei YouTube)
2. Cut Me Down
3. Underneath the Scars (Video bei YouTube)
4. Focused to Destroy You
5. The Way Back Home
6. Stitches
7. Defiant
8. Icarus Falling
9. When It’s Over

Florian Schaffer
Genres: Black Metal, Death Metal, Melodic Death Metal, Metalcore, Post Metal, Progressive, Rock, Thrash Metal.