IVORY TOWER: IV

IVORY TOWER: IV

Das Album bietet Power Thrash, der seine Unentschlossenheit als progressiv bezeichnet. Der Einfluss von METALLICA (anno 1991) schimmert immer wieder durch, sei es bei langsameren Riffs, bei diversen Wahwah-Gitarren-Soli oder bei dem völligen Verzicht auf Kinderlied-Tralala-Melodien. Über weite Strecken klingen IVORY TOWER wie der kleine Bruder von JESTER`S FUNERAL und bei Stücken wie What If frage ich mich unwillkürlich, ob so etwa PAIN OF SALVATION nach einem Austieg Daniel Gildenlöws klingen würden. Die Gitarre steht mit ihren Riffs stets im Vordergrund und dominiert dabei auch das rastlose Schlagzeugspiel. Der Gesang wirkt austauschbar und schafft es selten, Akzente zu setzen. Der sporadisch eingestreute Thrash-Gesang bleibt monoton und lockert das Geschehen nicht wesentlich auf. Der Bass ist… nunja, ich habe ja schon erwähnt, dass hier METALLICA Pate standen.

Die triste Stimmung des Covers überträgt sich direkt auf die Musik. Diese klingt zwar nicht leblos, aber auch nicht gerade lebensfroh. Die Halbballade Loss bildet da keine Ausnahme. Die Akustikgitarren wirken teilnahmslos und das einzige Element mit Wiedererkennungswert ist ein leicht disharmonisches Fill. Angesichts der konsistenten Atmosphäre ist es fast schon überraschend, dass das Tempo je nach Lied teils deutlich variiert. Auch wenn der Gesang weder vom Klangbild her, noch bei den Melodien heraussticht, überzeugen zumindest die über weite Strecken originellen Texte, die im Gegensatz zur Musik durchaus moderne Themen aufgreifen und diese aus ungewohnten Perspektiven betrachten.

Wer sich für einen fetten Gitarrensound interessiert, wird mit diesem Album glücklich werden. Das Hintergrundgeschehen aus Gesang und Melodien bleibt dagegen blass und stellt keinen besonderen Kaufanreiz dar, so dass sich das Zielpublikum letztlich am ehesten durch Ausschlusskriterien definieren lässt: Hier gibt es 0% Melodic Metal-Kitsch, keine aufgesetzten Modernitäten, keine unpassenden Doom-Depressionen und auch eindimensionalen Haudrauf-Power Metal sucht man vergebens. Was dann noch vom Heavy Metal übrig bleibt, kann man auf IV hören.

Veröffentlichungstermin: 28.10.2011

Spielzeit: 47:13 Min.

Line-Up:
André Fischer: Gesang
Sven Böge: Gitarre
Björn Bombach: Bass
Florian Tabbert: Schlagzeug

Produziert von Sven Böge und André Fischer
Label: Dust On The Tracks

Homepage: http://www.ivorytower.de

Tracklist:
1. Rape Of Time
2. Expelled From Heaven
3. Catatonic Sleep
4. Hands To The Sky
5. Loss
6. What If
7. Wailing Wall
8. Child Of Burden
9. We`re Lost
10. Moments Of Delight