IRONFLAME: Blood Red Victory

IRONFLAME: Blood Red Victory

IRONFLAME sind das Baby von Andrew D’Cagna, der nebenbei noch in diversen anderen Bands aktiv ist. Die Liste seiner aktuellen Projekte (unter anderem (NECHOCHWEN, UNWILLING FLESH, BRIMSTONE COVEN) lässt vermuten, dass der Mann den 48 Stunden-Tag für sich möglich gemacht hat. Bei IRONFLAME ist er zumindest im Studio für so ziemlich jedes Instrument sowie den Gesang verantwortlich. Lediglich für Gitarrensoli hat er sich Verstärkung von seinen beiden Live-Gitarristen Quinn Lukas und Jesse Scott geholt. “Blood Red Victory” ist das dritte Album seit dem 2017er Debüt “Lightning Strikes The Crown”, für mich allerdings der erste Kontakt mit der Band. Stilistisch finden sich IRONFLAME irgendwo zwischen amerikanischem und europäischem Heavy Metal wieder. Mal kommen mir VISIGOTH in den Sinn, dann wieder DIO, an den auch Andrew D’Cagna stimmlich erinnert. Vor allem das Mid Tempo Stück “Blood Red Cross” hätte durchaus auch auf einem Solo-Album von DIO stehen können.

“Blood Red Victory” macht Lust auf Drachenjagd

Die Songs sind allesamt sehr melodisch und eingängig, ohne dabei allerdings zu platt und cheesy zu klingen. Man muss Andrew D’Cagna ein Händchen für eingängige Metal-Hymnen attestieren. Thematisch geht es um das Thema Sieg, darum Widersacher zu überwinden. Dementsprechend verbreiten die acht regulären Stücke jede Menge positive Energie und Heldenmut. Die sehr allgemein gehaltenen Texte sind mir manchmal fast schon eine Spur zu simpel, was aber jetzt kein schwerwiegender Kritikpunkt sein soll. Letztendlich tun die Texte das, was sie sollen, nämlich Lust verbreiten mit dem Schwert auf Drachenhatz zu gehen. Etwas mehr stört mich da schon das Drumming. Ich weiß nicht, ob Andrew D’Cagna hier auf einen Drumcomputer zurückgegriffen hat oder schlicht nur recht einfache Schlagzeug-Skills hat. Auch hier sei gesagt, dass mir das nicht wirklich den Hörgenuss verleidet, dafür sind die Songs einfach zu gut und das Drumming letztendlich auch ausreichend. Ich denke nur, dass ein wirklich talentierter Schlagzeuger hier nochmal eine Ecke mehr rausgeholt hätte.

“Blood Red Victory” sollte bei jedem Fan klassischen Metals Anklang finden

Unterm Strich bleibt “Blood Red Victory” ein sehr gutes, melodisches Power Metal-Album, welches eigentlich bei allen Fans klassischen Metals Anklang finden sollte. Neben den schnellen Stücken wie “Honor Bound” oder “Seekers Of The Blade”, die für mich die größte Stärke des Albums sind, können auch Songs wie die Mid Tempo Hymne “Blood Red Cross” oder der leicht melancholische Rausschmeißer “Night Queen” überzeugen. Die CD-Version des Albums enthält zwei Bonussongs, welche die Spielzeit auf etwa fünfzig Minuten hochtreiben, über deren Qualität ich aber mangels Verfügbarkeit nichts sagen kann. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass die Stücke im Vergleich zum restlichen Material arg abfallen. Dazu ist die Qualität des gesamten Albums einfach zu konsistent. Warum es aber für die CD-Version Bonussongs gibt, auf die der Käufer des teureren Vinyls verzichten muss, erschließt sich mir nicht ganz. Nun ja, in welcher Version auch immer, die Anschaffung von “Blood Red Victory” lohnt sich.

Veröffentlichungsdatum: 07.02.2020

Spielzeit: 39:49

Line Up:
Andrew D’Cagna – alles
Quinn Lukas – guitar solos
Jesse Scott – guitar solos

Produziert von: Andrew D’Cagna @ Sacred Sound

Label: Divebomb Records

Facebook: https://www.facebook.com/IronflameUSA/
Bandcamp: https://ironflame.bandcamp.com/

IRONFLAME „Blood Red Victory“ Tracklist

1. Gates of Evermore
2. Honor Bound
3. Seekers of the Blade (Lyric-Video bei YouTube)
4. Blood Red Cross (Video bei YouTube)
5. On Ashen Wings
6. Graves of Thunder
7. Grace and Valor
8. Night Queen
9. The Serpent and the Throne (CD Bonus-Track)
10. Horns Held High ( CD Bonus-Track)

 

 

 

 

 

agony&ecstasy
Seit 2005 bei vampster und hauptsächlich für CD Reviews zuständig. Genres: Power, Speed und Thrash Metal, Epic Metal, Death Metal, Heavy Rock, Doom Metal, Black Metal.