HUNTSMEN: The Dying Pines [EP]

HUNTSMEN legen mit “The Dying Pines” ein kleines und feines Progressive Doom-Scheibchen vor, das aber nicht für die abgesagte Europa-Tour entschädigt.

Es war schon recht ärgerlich, als sich die Europa-Tournee von HUNTSMEN zerschlug. Denn die US-Amerikaner wären auch in meine Heimatstadt Linz gekommen – doch irgendwie schien die Pandemie auch noch im Mai 2022 nachzuwirken und die Tourpläne dermaßen zu durchkreuzen, dass es lediglich zu einer abgespeckten UK-Tour kam. Als kleine Entschädigung soll die neue EP “The Dying Pines” dienen. Tja, wirklich eine “kleine” Entschädigung, als dass die drei Songs umfassende Scheibe nur gut 17 Musik enthält. Diese Viertelstunde ist dann aber schön, wenn ich so sagen darf.

“The Dying Pines” ist weniger düster als “Mandala of Fear”

Das fängt beim von Akustik-Gitarre und dem Gesang von Aimee Bueno bestimmten Opener “The Dying Pines” an, der wie ein Soundtrack zu einem Roadmovie in den Weiten der USA wirkt. Schön und ruhig macht der Song durchaus etwas her, ohne jetzt Ansprüche an Abwechslung oder jegliche Progressivität zu stellen. Den für HUNTSMEN typischen Progressive Doom Ansatz erfüllt dann “Let the Buried Lie Forgotten”, wo die Band aus Chicago jene Wesenszüge auspackt, die mir schon bei “Mandala of Fear” recht gut gefielen. Zwar ist der Song nicht ganz so düster und bewegend (bis auf die ersten Takte), doch wirkt er recht rund und durchdacht. Abgeschlossen wird die EP von dem CROSBY, STILLS, NASH & YOUNG-Cover “Carry On”. Hier steigert sich der mit Akustik-Gitarre eingeleitete Song vom Progressive Rock zu kernigerem Doom, wenn gegen Ende noch einmal kräftig in die Saiten gegriffen wird.

HUNTSMEN setzen auf warmen und organischen Sound

Nein, eine Entschädigung für einen verpassten Live-Auftritt ist “The Dying Pines” nicht. Hinzu kommt, dass ich mir etwas mehr Griffigkeit oder gar Geschlossenheit von der EP gewünscht hätte. Aber dafür braucht es vielleicht doch eine längere und komplette Geschichte, um wie zuletzt bei “Mandala of Fear” ein spannendes Konzept umzusetzen. Und dennoch: die 17 Minuten haben schon Qualität und überzeugen auch in Sachen Produktion, als dass HUNTSMEN auf einen warmen und organischen Sound setzen, der exakt zur Ausrichtung der Musik passt.

Veröffentlichungstermin: 22.04.2022

Spielzeit: 17:20 Min.

Line-up:
Aimee Bueno – Gesang
Chris Kang – Gesang & Gitarre
Marc Stranger-Najjar – Bass & Gesang
Kirill Orlov – Gitarre
Ray Knipe – Schlagzeug & Gesang

Produziert von Sanford Parker (BURIED AT SEA, Ex-MINSK) @ Decade Studios, Chicago

Label: Prosthetic Records

Mehr im Netz: https://huntsmendoom.com
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Mehr im Netz: https://huntsmen.bandcamp.com/

HUNTSMEN “The Dying Pines” Tracklist

1. The Dying Pines
2. Let the Buried Lie Forgotten
3. Carry On (CROSBY, STILLS, NASH & YOUNG Cover) (Video bei YouTube)