HARDCORE SUPERSTAR: Beg for it

Sleaze/Glam-Rock hat man schon weitaus schlechter gehört – allerdings auch schon besser.

Na Klasse, wenn das Infoblatt zu einer Glam/Hard Rock-Band mit Another lesson in violence… eingeleitet wird, nur weil die HARDCORE SUPERSTARs etwas heftiger zur Sache gehen, hm. Vielleicht sollte man da mal eine Scheibe von EXODUS rüber schieben, damit der Werbestempel Thrash Metal trifft Sleaze Rock endlich mal beiseite gelegt wird. Zumal es genug Bands gibt, welche in den 80ern ihrem Glam/Sleaze/Hard-Rock ordentlich Punch verpasst haben, nur mal eben stellvertretend SKID ROW erwähnt…

Aber dass sie nicht immer Everbody´s Darling sind, daran werden sich die Schweden wohl eh gewöhnt haben. Mit ihrer Linie hängen sie seit Jahren schon zwischen den Stühlen, und dort sitzen sie sich beharrlich die Backen wund, ohne sich groß anzupassen. Und das wiederum macht die HARDCORE SUPERSTARs absolut sympathisch. Der Grundsound kommt deutlich vom U.S.-Glam/Sleaze-Rock, die Songs sind locker-flockig, laden ein zum Mitsingen, Tanzen und zum Griff ins Schminkköfferchen. Wäre da nicht die Vorliebe für harte Klänge, die so manchem Poser-Rocker das Gel aus den toupierten Haaren fönen würde. Die Jungs nennen ihren Stil liebevoll Street Metal. Wie gewohnt gibt es ein Intro, diesmal im Western-Stil, dann hoppelt auch schon der Titelsong los. Es gibt leicht angeschmutzten Sleaze- und Poser-Rock, persönliche Helden sind unüberhörbar Bands wie MÖTLEY CRÜE, LILLIAN AXE, BEAU NASTY und sicher auch SKID ROW und TESLA. Gerade Jocke´s Vocals klingen teils etwas nach deren Sänger Jeff Keith. Nur eben brezeln HARDCORE SUPERSTAR diesen Sound streckenweise mit ordentlich sägenden Gitarren auf, auch die Doublebass darf mal poltern. Natürlich ist hier nicht viel mit Thrash-Metal, aber ein gepflegtes Bangen ist oft angesagt. Auch sonst limitieren sich HARDCORE SUPERSTAR wenig. Shades of grey startet mit einem typischen melodischen IRON MAIDEN-Auftakt, die Ballade Hope for a normal life im POISON-Stil begleiten psychedelische Sphärenklänge. Eigentlich machen HARDCORE SUPERSTAR alles richtig, die Melodien sind griffig, die Songs auf Beg for it rocken und machen Spaß. Die Gefahr bleibt aber weiterhin, dass man der Haarsprayfraktion zu hart ist und den Fans harter Klänge zu sehr nach Poser-Rock klingt.

Wer die genannten Bands mag sollte durchaus mal in Beg for it reinhören, Sleaze/Glam-Rock hat man schon weitaus schlechter gehört – allerdings auch schon besser. Das Vorgängeralbum Dreamin´ in a casket fand ich zum Beispiel durchaus knackiger und um einiges dreckiger.

Veröffentlichungstermin: 05.06.2009

Spielzeit: 48:24 Min.

Line-Up:
Jocke: Vocals
Vic: Guitar
Martin: Bass
Adde: Drums

Produziert von Hardcore Superstar
Label: Nuclear Blast

Homepage: http://www.hardcoresuperstar.com

MySpace: http://www.myspace.com/hcssgbg

Tracklist:
1. This worm´s for Ennio
2. Beg for it
3. Into debrauchery
4. Shades of grey
5. Nervous breakdown
6. Hope for a normal life
7. Bad behaviour
8. Remove my brain
9. Spit it out
10. Illegal fun
11. Take them all out
12. Innocent boy