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DEATH ANGEL: The Bastard Tracks [live]

In Zeiten, in denen Live-Musik etwas Seltenes und dadurch noch Wertvolleres geworden ist, freut man sich mehr denn je über ein Live-Album. War ich früher doch eher der „ich schau mir das lieber live an und kaufe mir das normale Album“-Typ, bin ich heute, nach zwei Jahren fast konzertfreier Zeit, tatsächlich zu einem „juhuu – ein Livealbum“- Menschen mutiert. DEATH ANGEL, eine Band, die ich nun wirklich zig Mal live erleben durfte (wenn auch zuletzt nicht ganz so face to face beim letztjährigen Weihnachtskonzert), veröffentlichen mit „The Bastard Tracks“ einen Mitschnitt der Streaming-Show aus der The Great American Music Hall in San Francisco vom 22. Mai 2021. Eine ungewohnte Situation, nicht nur für die Fans.

DEATH ANGEL überbrücken die showfreie Zeit gekonnt

DEATH ANGEL-Sänger Mark Osegueda berichtet: “Wir nahmen ‘The Bastard Tracks’ zu einer verrückten Zeit auf. Dass ich so lange nicht mehr live spielen konnte, forderte seinen Tribut, da ich die meiste Zeit meines Lebens ein Live-Performer war. Es war eine ziemlich düstere Zeit. Ich weiß, dass es für viele von uns so war… Aber die Musik hat uns einmal geholfen, sie durchzustehen… Es war ein bisschen seltsam, vor keinem Publikum aufzutreten… Aber es fühlte sich großartig an, einige Tracks neu zu lernen und mit den Jungs auf die Bühne zu gehen und diese aufgestaute Aggression loszulassen!”

DEATH ANGEL spielten live und ohne Publikum eine Show der besonderen Art

Und Gitarrist Rob Cavestany ergänzt: „Die Auswahl und Reihenfolge der Songs für die Setlist von ‘The Bastard Tracks’ war etwas ganz Neues für uns. Alle diese Songs haben wir selten oder noch nie live gespielt. Wir sind seit über einem Jahr nicht mehr vor einem Publikum aufgetreten, länger als jemals zuvor. Wir haben die meisten dieser Songs neu gelernt und sie so tight hinbekommen, wie sie sein sollten – wir haben unsere Energie zusammengenommen und es geschafft! Ich bin dankbar dafür, dass ich mich in diesen (immer noch) verrückten Erdkrisen-Tagen auf dieses Ziel konzentrieren konnte“.

„The Bastard Tracks“ ist ein ganz besonderes Livealbum!

Gleich beim Opener fällt auf, dass der Sound für ein Livealbum unfassbar gut ist. Vielleicht auch deshalb, weil DEATH ANGEL zwar live aber eben nicht vor Publikum thrashten. Tatsächlich unterscheidet sich „The Bastard Tracks“ deutlich von anderen Live Alben. Die Zusammenstellung der Songs wurde auch in diesem Fall sehr gezielt ausgewählt, aber anders als es für eine Liveshow mt Publikum gewesen wäre. Hier wird zwar auch mit Material einiger Jahrzehnte gepunktet, aber auf die großen Hits wartet man vergeblich. Stattdessen ist die Scheibe mit 15 Sahnestückchen gefüllt, welche teilweise bestimmt bei dem ein oder anderen längst in Vergessenheit geraten sind. Zum Beispiel erfreut der Thrashhammer „Guilty Of Innocence“ vom 1988er Album „Frolic Through The Park“ ungemein mit Härte. Ein weiteres Highlight ist mit „The Organization“ (1990, Act III) gefunden. Aber auch neueres Material, live wenig oder gar nicht gespielt, wurde hier mit draufgepackt. Und so haben neben dem live gerne genommenen „It Can´t Be This“ („The Evil Devide“ 2015) eben auch Tracks wie „Alive And Screeming“ (Humanicide 2019) ihre Daseinsberechtigung. Die Balladen „Faded Remains“ und „Volcanic“ runden „The Bastard Tracks“ ab.

DEATH ANGEL veröffentlichen mit „The Bastard Tracks“ ein Live Album der besonderen Art. Die Vielfalt der live weniger gespielten Tracks ist immens und verleitet dazu, das ein oder andere ältere Scheibchen einmal wieder aus dem Regal zu ziehen.

Veröffentlichung: 26.11.2021

Spielzeit: 69:07 min.

Line-Up:
Rob Cavestany: Guitars
Mark Osegueda: Vocals
Ted Aguilar: Guitars
Will Carroll: Drums
Damien Sisson: Bass

Label: Nuclear Blast

Band-Homepage: https://www.deathangel.us/

Mehr im Netz: https://de-de.facebook.com/deathangel

Tracklist DEATH ANGEL “The Bastard Tracks” [live]:

1. Lord Of Hate (Live)
2. Where They Lay (Live) (Mitschnitt bei YouTube)
3. Why You Do This (Live)
4. Fallen (Live)
5. Absence Of Light (Live)
6. The Organization (Live)
7. Execution / Don’t Save Me (Live)
8. Succubus (Live)
9. It Can’t Be This (Live)
10. Let The Pieces Fall (Live)
11. Faded Remains (Live)
12. Volcanic (Live)
13. Falling Off The Edge Of The World (Live)
14. Guilty Of Innocence (Live)
15. Alive And Screaming (Live)