DAMAGEPLAN: New Found Power

DAMAGEPLAN: New Found Power

Gibt es ein Leben nach PANTERA? Nun, diese Frage eindeutig und zum jetzigen Zeitpunkt zu beantworten fällt etwas schwer. Nach neun Studioalben mit PANTERA von 1983 bis 2000 und dem Ausstieg von Sänger Phil Anselmo (der vor/nach seinem Ausstieg als Sänger von DOWN, NECROPHAGIA, VIKING CROWN oder SUPERJOINT RITUAL auf sich aufmerksam machte) müssen die Brüder Dimebag Darrell (Gitarre) und Vinnie Paul (Drums) ein schweres Erbe antreten, machen aber glücklicherweise nicht den Fehler, dieses unter dem alten Namen zu versuchen.

DAMAGEPLAN heisst die neue Band, in der Ex-
HALFORD -Gitarrist Patrick Lachman hinter dem Mikro steht. Dieser Herr macht seine Sache übrigens wirklich sehr gut, kann er doch nicht nur wie ein Köter bellen, sondern auch die melodischeren Parts der 14 Songs (61:46 Min.) problemlos meistern (so gut war Anselmo zuletzt auf dem Meilenstein auf „Vulgar Display Of Power“). Aber wie klingt „New Found Power“ denn nun? Sicher, aufgrund des unverwechselbaren Gitarrensounds bzw. –stils von Dimebag Darrell klingen natürlich viele Momente wie PANTERA , aber das sollte man der Band nicht zum Vorwurf machen, schliesslich waren die Abbott-Brüder auch bei PANTERA für das Hauptsongwriting verantwortlich. Der Band, die durch Basser Bob Zilla komplettiert wird, sind zwar nicht nur Volltreffer gelungen, aber der Grossteil des Songmaterials geht zumindest als gut durch. Das gilt zum einen für die an BLACK LABEL SOCIETY erinnernden „Reborn“ (kein Wunder, dass Zakk Wylde hier ein Solo beisteuerte) und „Blunt Force Trauma“, die – jeweils mit einem einem BLACK SABBATH-Riff ausgestattet – sehr geil klingen und zu den Albumhöhepunkten gehören. Zu diesen gehören für mich auch „Breathing New Life“, „New Found Power“, „Blink Of An Eye“ (sehr interessant, weil kein Metal-Geknatter) und die ALICE IN CHAINS -lastigen Tracks „Pride“ und „Soul Bleed“. Doch wie schon bei PANTERA finde ich auch bei DAMAGEPLAN die Songs, die nichts weiter als stumpfes Thrash-Gebolze sind, zum Kotzen. Das sind hier mit „Fuck You“ und „Crawl“ aber netterweise nur zwei Tracks. Leider haben sich auch einige eher durchschnittliche Tracks (z.B. „Save Me“, „Cold Blooded“) eingeschlichen, so dass ich nicht 100%ig mit dem Album zufrieden bin. Vielleicht hätte man lieber zehn geile Songs auf das Album packen sollen, anstatt es mit 08/15-Kompositionen mit Gewalt zu strecken. Aber schlecht ist die Scheibe mit Sicherheit nicht – und PANTERA-Fans sollten sie unbedingt antesten….

Release : 16.02.2004

Spielzeit: 61:46 Min.

Line-Up:
Dimebag Darrell – Guitar

Vinnie Paul – Drums

Patrick Lachman – Vocals

Bob Zilla – Bass

Produziert von Dimebag Darrell & Vinnie Paul
Label: East West Records

Homepage: http://www.damageplan.com

Tracklist:
1.Wake Up

2.Breathing New Life

3.New Found Power

4.Pride

5.Fuck You

6.Reborn

7.Explode

8.Save Me

9.Cold Blooded

10.Crawl

11.Blink Of An Eye

12.Blunt Force Trauma

13.Moment Of Truth

14.Soul Bleed