CYNICISM: Portrait Of Extinction [Eigenproduktion]

CYNICISM: Portrait Of Extinction [Eigenproduktion]

Damals, als es die D-Mark noch gab, da gab es auch noch richtigen Metal. Keine verkrampften und hoch gezüchteten Produktionen, keine Augenkrebsgefahr am Merchstand, kein Kokettieren mit der kaufkräftigen Pop-Szene. Für all jene, die regelmäßig vor Nostalgie auf dem Sofa dahin schmelzen, hat das Ein-Mann-Projekt CYNICISM mit „Portrait Of Extinction“ nun die ideale Zeitmaschine im Aufgebot, die genau all das noch mal vor Ohren führt, was an den 90ern so toll war.

Das war nicht nur der rohe Death Metal, wie ihn „Purveyor Of Khaos“ oder „Black Pathos“ so simpel ums Maul schmieren. Dazu gehörte auch der Black Metal, dem Mastermind S. wie in „Demon-Ridden“ immer wieder Tribut zollt, aber vor allem der klassische Gothic Metal im Stil von PARADISE LOST. Trägt der achtminütige Opener „Mankind’s Final Testimonium“, eigentlich eine schleppende Deathwalze, schon entsprechende Hinweise in sich, so zeigt „Evil Incarnate“ nicht zuletzt wegen des eigenwilligen Gesangs im Refrain, was düstere Musik in ihrem Kern ausmacht.

CYNICISM atmen den Geist der alten Tage

Weder Keyboards noch Streicher oder Operettensängerinnen sind die unabdingbare Essenz, sondern schlicht Leidenschaft. Davon hat das ansonsten sehr Death-lastige „Portrait Of Extinction“ eine ganze Menge und nur deshalb greifen die verschiedenen Versatzstücke so gut ineinander. Lange nicht mehr haben Death, Black und Gothic Metal zusammen ein so schlüssiges Bild abgegeben wie hier. Den entsprechenden Rahmen liefert die authentische wie kantige Produktion, wodurch der Oldschooltouch aufrechterhalten wird. Dabei verschließen sich CYNICISM gar nicht mal vor modernen Einflüssen, immerhin ist mit „Perverted Rituals“ sogar ein extrem Sludge-geprägter Track an Bord, bei dem Reminiszenzen an frühe MASTODON und DISBELIEF in gleicher Weise vorhanden sind.

Fraglos ist „Portrait Of Extinction“ ein Album für Liebhaber und all jene, die von Zeit zu Zeit gerne mal den Geist der alten Tage atmen. Für die harten Puristen dürften CYNICISM zu breit gefächert an die Musik herangehen, dem Rest kann „Portrait Of Extinction“ dafür uneingeschränkt ans Herz gelegt werden, zumal man dafür nicht einen Cent berappen muss – das Album steht in voller Länge und kostenfrei über die untenstehende Bandhomepage zum Download bereit.

Veröffentlichungstermin: 26.05.2011

Spielzeit: 50:54 Min.

Line-Up:
The Cynic – Vocals, Instruments

Gastmusiker:
Björn Daigger – Lead Guitars on Mankind´s Final Testimonium
Lukke Walter – Vocals on Mankind´s Final Testimonium
Tim Grathwohl – Vocals on Mankind´s Final Testimonium und Purveyor Of Khaos
Jossi Lenk – Lead Guitars on Black Pathos
Sebastian Kister – Lead Guitars on Black Pathos
Dominic Millet – Lead Guitars on Purveyor Of Khaos

Produziert von Sebastian Moser
Label: Eigenproduktion

Homepage: http://www.cynicism.de

CYNICISM „Portrait Of Extinction“ Tracklist

01. Mankind’s Final Testimonium
02. Evil Incarnate
03. Clockwork Blood
04. Purveyor Of Khaos
05. Perverted Rituals
06. Silent Steps
07. Black Pathos
08. Demon-Ridden
09. At The Gates Of Hell
10. March To Death

Florian Schaffer
Florian hat von 2008 bis 2015 Reviews und Live-Berichte für vampster geschrieben. Seit 2019 ist er wieder mit dabei. Lieblingsbands: AMORPHIS, ARCHITECTS, BARONESS, CULT OF LUNA, DARK TRANQUILLITY, GHOST BRIGADE, IN FLAMES, THE OCEAN. Genres: Black Metal, Death Metal, Melodic Death Metal, Metalcore, Post Metal, Progressive, Rock, Thrash Metal.