CROSSCUT: Director´s Cut

Wer will schon erwachsen werden? Noch stärker als der Vorgänger. Kaufen!

Director´s Cut nennt sich das dritte Album der – von vielen und auch von mir – zu Anfang ihrer Karriere kritisch beäugten ehemaligen Majorband CROSSCUT. Ich hätte dieser Band so eine Entwicklung seit ihrem doch recht durchschnittlichen Debüt God Given Time nicht zugetraut.

Bereits die letzte Veröffentlichung “Nonesizefitsall brachte der Band, auch begründet durch den Sängerwechsel, einen grossen Schritt nach vorne. Und spätestens wer den Vierer live, zum Beispiel im Vorprogramm von SEPULTURA gesehen hat, wird folgende Behauptung abnicken: CROSSCUT sind eine der ernstzunehmensten deutschen Undergroundbands.

Album Nummer drei liegt nun also vor. Von Journalisten und Plattenfirmen oft als make it, or break it-Veröffentlichung verschrien. Wohin führt also der Weg der Band? Er führt weiterhin steil nach oben, denn mit einer Scheibe wie Director´s Cut bleibt man nicht stehen, oder macht gar Schritte zurück.

Die 11 Songs sind noch härter, der Gesang noch aggressiver, den Scratcher sucht man fast vergebens, der Thrashmetalanteil ist noch höher, die Weichspülersongs sind nicht vorhanden. Viele Bands werden im Laufe ihrer Karriere immer langsamer und melodischer, um bei den Interviews zu sagen, dass sie jetzt erwachsen geworden sind. Es scheint als wollen CROSSCUT gar nicht erwachsen werden!

Die Musik geht schon noch als Crossover durch. Die Mischung aus Achtziger-Thrash-Riffs, teils wildem Harcore-Gebrüll, eine Prise Nu-Metal und ein bisschen Alternative hat seinen Reiz. Klar werden viele die Band jetzt wieder in die Ami-Nu-Metal-Schublade stecken und Songs wie die erste Clubsingle Parade Of Clones oder der melodische Rausschmeisser Zone Of The Sphinx könnte der Band mit etwas Glück und dank einer Single auch in vordere und somit massentaugliche Chartpositionen bringen.

Aber: Focus, Points Of The Virus oder Significant Skills gehen so dermassen nach vorne, dass auch der SOULFLY oder KILLSWITCH ENGAGE-Fan sich in der Musik wieder findet. Mir persönlich gefällt das neue Album in der Gesamtheit besser als der Vorgänger, wenn auch ein Hit wie Personal Gift fehlt. Aber der Titel der Scheibe ist Programm. Wer braucht schon einen Singlehit für 6 Euro, wenn man für 15 Euro elf Songs ohne Durchhänger und Ausfälle bekommt?

CROSSCUT erreichen mit Director´s Cut einen hohen Zielgruppenanteil und ich bin auf den weiteren Weg der Band sehr gespannt! Die Chancen stehen gut. Make it ist angesagt!

Veröffentlichungstermin: 29.11.2004

Line-Up:
Frank Holtmann: Guitar / Vocals

Holger Czysch: Drums

Timo Zilian: Vocals

Sami Bouhari: Bass

Label: Fame Recording

Tracklist:
1. Focus

2. Points Of The Virus

3. Parade Of Clones

4. Uncover Your Anger

5. End Of Spiral

6. Personal Demon

7. Significant Skills

8. Roll The Dice

9. Siren

10. Burn Down Las Vegas

11. Zone Of The Sphinx