BLOOD INCANTATION: Hidden History Of The Human Race

BLOOD INCANTATION: Hidden History Of The Human Race

Nur 35 Minuten geben BLOOD INCANTATION dem Hörer Zeit, dass sein Blut in Wallung gerät. Und die Blutbeschwörung des Quartetts aus Denver trägt Früchte. Denn „Hidden History Of The Human Race“ ist ein qualitativ hochwertiges, abwechslungsreiches und dennoch auch irgendwie eingängiges Album.

Gerade letzter Aspekt mag überraschen, als dass der Technical Death Metal von BLOOD INCANTATION mit der Vertracktheit auf Du und Du ist. Die Band packt derart viele Elemente in einen einzelnen Song, dass man mit dem Zählen gar nicht mehr nachkommt. Und dennoch kommt es zu keinem überfordernden Ideen-Overkill, als dass die Band geschickt klassische Death Metal-Parts einstreut oder auch das Tempo drosselt. So gesehen wirkt „Hidden History Of The Human Race“, das zweite Abum der US-Amerikaner, klug komponiert.

„Hidden History Of The Human Race“ sprüht vor musikalischen Ideen

Auch die Aufteilung der (lediglich) vier Songs auf dem Album wirkt gewissenhaft. So klopft „Slave Species of the Gods“ gleich mächtig drauf los und zerrt den Hörer aus dessen gewohnter Death Metal-Komfortzone, ehe „The Giza Power Plant“ nicht nur dem Titel nach kleinere Anleihen an NILE genommen haben könnte. Das folgende „Inner Paths (To Outer Space)“ ist dann wieder gänzlich anders. Ruhige atmosphärische Klänge und Samples leiten den fast komplett instrumentalen Song ein, ehe sich die Stilrichtung von Ambient zu Progressive Rock und schließlich zu (zuerst disharmonischem) klassischem Death Metal wandelt. Und als krönender Abschluss gibt es noch einen einzigen galligen Schrei von Gast-Sänger Antti Boman (DEMILICH, WINTERWOLF). Wie kommt man nur auf solche Ideen?

18-minütiger Signature-Song von BLOOD INCANTATION

Krönender Abschluss ist zweifelsfrei das 18-minütige Epos „Awakening from the Dream of Existence to the Multidimensional Nature of Our Reality (Mirror of the Soul)“. Hier ziehen BLOOD INCANTATION sämtliche Register ihrer kreativen und technischen Schaffenskraft. Und trotz der vielen Elemente und unzähligen Wendungen, die der unvorhersehbare Track hat und nimmt, geht die gute Viertelstunde an Musik gut ins Ohr. Und man ist dann tatsächlich überrascht, dass wirklich so viel Zeit vergangen ist – so kurzweilig wirkt das Opus Magnum.

„Hidden History Of The Human Race“ hat außerirdische Klasse

Selten haben heuer 35 Minuten Musik am Stück so viel Begeisterung hervorgerufen. „Hidden History Of The Human Race“ ist eine spannende Reise in den Kosmos. Denn auch vom Konzept her verfolgen BLOOD INCANTATION konsequent den Weg ihres Cosmic Death Metals. Lyrics, Artwork und Sound sind gut aufeinander abgestimmt, was dem Album eine gewisse Unnahbarkeit und außerirdische Klasse verleiht. Danke.

Veröffentlichungstermin: 22.11.2019

Spielzeit: 36:16 Min.

Line-Up:
Paul Riedl – Gitarre & Gesang
Morris Kolontyrsky – Gitarre
Jeff Barrett – Fretless Bass
Isaac Faulk – Schlagzeug

Gast-Musiker:
Antti Boman (DEMILICH, WINTERWOLF) – Gesang („Inner Paths (To Outer Space)“)

Produziert von Pete deBoer @ World Famous Studios, Denver
Label: Century Media

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/astralnecrosis
Mehr im Netz: https://bloodincantation.bigcartel.com

BLOOD INCANTATION „Hidden History of the Human Race“ Tracklist

1. Slave Species of the Gods (Video bei YouTube)
2. The Giza Power Plant
3. Inner Paths (To Outer Space) (Video bei YouTube)
4. Awakening from the Dream of Existence to the Multidimensional Nature of Our Reality (Mirror of the Soul)

Christian Wögerbauer
Christian ist seit 2005 unser Vertreter der Österreicher Metalszene, rezensiert gern im Bereich Symphonic Metal, Doom, Melodic Death und auffallend gern Bands mit Sängerin. Genres: Symphonic Metal, Gothic Metal, Melodic Death Metal, Doom.