AUTOPSY: Puncturing the Grotesque [EP]

AUTOPSY: Puncturing the Grotesque [EP]

Erinnerungen können so schön sein – beziehungsweise im Falle von AUTOPSY so einprägsam. Als ich Anfang der 90er-Jahre die Innenseite des „Acts of the Unspeakable“-Plattencovers intensiv studiert hatte, während mir Klassiker wie „Pus / Rot“ oder „Funereality“ durch Mark und Bein gingen, kann ich mich an das Unwohlsein in meiner Magengegend erinnern. Herrlich. Und nun, viele Jahre später, habe ich wieder einen AUTOPSY-Release vor mir. Mit der EP „Puncturing the Grotesque“ feiert das Quartett aus Oakland sein 30-Jahr-Jubiläum und markiert eine Wegmarke zwischen ihrem letzten Album „Tourniquets, Hacksaws and Graves“ (2014) und einem hoffentlich bald folgenden achten Album.

AUTOPSY überraschen mit Abwechslung

An der Art und Weise, wie AUTOPSY auf einen wirken, hat sich nichts geändert. Vor allem Chris Reifert röchelt weiterhin so dahin wie in jungen Jahren. Der knapp 50-Jährige hat nichts von seinen morbid wirkenden Vocals eingebüßt. Typisch für ihn ist auch das Mark erschütternde Geschrei wie etwa in „Gorecrow“. Musikalisch haben sich die US-Amerikaner aber etwas in eine vielfältigere Richtung entwickelt, als dass den Songs ein rockiges Übergewand gegeben wurde. So entfernt sich das Riffing vom Titeltrack „Puncturing The Grotesque“ vom Death Metal und kommt mit einer beschwingteren Attitüde daher. Auch die Soli an sich wirken verspielter und rockiger. So wird das letzte Drittel des lange Zeit klassischen und (positiv) schleppenden AUTOPSY-Tracks „Gas Mask Lust“ mit rockigem Gitarrenspiel mitsamt coolem Solo eingeleitet.

„Puncturing the Grotesque“ macht Lust auf mehr

AUTOPSY bekommen dadurch ein facettenreicheres Antlitz, wenngleich die biestige Fratze weiterhin allgegenwärtig ist. Dies alles geht nicht ganz ohne Augenzwinkern. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Cover von BLOODBATH (nicht das Allstar-Ensemble, sondern die 80er-Jahre-Spielwiese von Gitarrist Danny Coralles) „Fuck You!!!“, das punkig und rotzig der Welt den Songtitel entgegenbrüllt. „Puncturing the Grotesque“ ist für AUTOPSY-Verhältnisse ein überraschend bunter Release, der Lust und Laune macht, sowohl die alten Scheiben wieder auszupacken, als auch mit Vorfreude auf das nächste Album zu warten.

Veröffentlichungstermin: 26.01.2018

Spielzeit: 23:55 Min.

Line-Up:
Chris Reifert – Gesang & Schlagzeug
Eric Cutler – Gesang & Gitarre
Danny Coralles – Gitarre
Joe Allen – Bass

Produziert von Greg Wilkinson @ Earhammer Studios, Oakland (USA)

Label: Peaceville Records

Homepage: http://autopsydeathmetal.com

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/Autopsy-Official-162194133792668/

AUTOPSY „Puncturing the Grotesque“ Tracklist:

1. Depths Of Dehumanization
2. Puncturing The Grotesque (Audio bei YouTube)
3. The Sick Get Sicker
4. Gas Mask Lust
5. Corpses At War
6. Gorecrow
7. Fuck You!!!

Christian Wögerbauer
Christian ist seit 2005 unser Vertreter der Österreicher Metalszene, rezensiert gern im Bereich Symphonic Metal, Doom, Melodic Death und auffallend gern Bands mit Sängerin. Genres: Symphonic Metal, Gothic Metal, Melodic Death Metal, Doom.