AUTOPSY: Live in Chicago

Solange man regelmässig zu Konzerten gehen konnte, stellte sich die Frage nach dem Sinn von Live-Alben immer wieder. Kritiker sehen sie als mit Applaus angereicherte Best Of-Scheiben und eigentlich kann man AUTOPSYs “Live in Chicago” ebenfalls in diese Ecke stellen. Da diese Scheibe indes im Oktober 2020 erschien, wirkt sie eher wie eine Erinnerung an eine vergangene Zeit. Oder zumindest eine temporär vergangene Zeit. Produktionstechnisch erfüllt “Live in Chicago” die Voraussetzungen für ein solides Live-Album – man hört die einzelnen Instrumente so “klar” raus, wie das bei AUTOPSY gewünscht ist und weder Gesang noch Publikum drängen sich unangenehm in den Vordergrund.

Hauptsache AUTOPSY-Songs von “Mental Funeral”

In Sachen Songauswahl machen AUTOPSY ebenfalls nichts falsch. Natürlich kann man sich als “Mental Funeral”-Lieberhaberin das ganze Album wünschen, aber mit “Twisted mass of burnt decay”, “The grip of winter”, “Fleshcrawl” und “Torn from the womb” ist man ordentlich bedient. AUTOPSY verzichten zudem auf peinliche Ansagen, und so kann man sich genussvoll in ihrem dreckigen, Gore-triefenden Death Metal suhlen. Mit “Live in Chicago” liefern die Amis 16 Jahre nach dem Live-Album “Dead as fuck”, das sich “nur” auf die Jahre 1991 und 1993 konzentrierte, ein gelungenes Live-Album ab, mit dem AUTOPSY-Fans, Spotify-Verweigerer und Death Metaller mit Hang zu Live-Alben nichts falsch machen können.

Veröffentlichungsdatum: 30.10.2020
Spieldauer: 66:00
Label: Peaceville Records
Website:  https://www.facebook.com/Autopsy-Official-162194133792668/

Line Up

Chris Reifert – Gesang, Schlagzeug
Eric Cutler – Gesang, Gitarre
Danny Coralles – Gitarre
Joe Allen – Bass

Trackliste

  1. Severed Survival
  2. Twisted Mass Of Burnt Decay
  3. Disembowel
  4. Ridden With Disease
  5. In The Grip Of Winter
  6. Arch Cadaver
  7. Fleshcrawl
  8. Torn From The Womb
  9. Embalmed
  10. Gasping For Air
  11. Voices
  12. Maggots In The Mirror
  13. Burial
  14. Critical Madness
  15. Service For A Vacant Coffin
  16. Pagan Saviour
  17. Charred Remains
  18. Fuck You