ARSTIDIR LIFSINS: Saga á tveim tungum I: Vápn ok viðr

ARSTIDIR LIFSINS: Saga á tveim tungum I: Vápn ok viðr

Gemeinsam mit ARSTIDIR LIFSINS darf man anhand von „Saga á tveim tungum I: Vápn ok viðr“ einmal mehr in die nordische Geschichte eintauchen. Diesmal nahm sich das deutsch-isländische Trio des norwegischen Königs Olav II. Haraldsson an, der im frühen 11. Jahrhundert regiert hatte.

Dabei schreibt das vierte Album der Band rund um Árni Bergur Zoëga (CARPE NOCTEM), Stefán Drechsler (KERBENOK) und Marcel Dreckmann (HELRUNAR) nur das erste Kapitel des Konzeptalbums. Der abschließende zweite Teil („Saga á tveim tungum II: Eigi fjoll né firðir“) soll Ende 2019 erscheinen.

Prompter Einstieg von „Saga á tveim tungum I: Vápn ok viðr“

Vom Aufbau her überrascht „Saga á tveim tungum I: Vápn ok viðr“ mit einem prompten Pagan / Black Metal-Einstieg. Denn ARSTIDIR LIFSINS legen mit dem Opener „Fornjóts synir ljótir at Haddingja lands lynláðum“ gleich temporeich und ohne atmosphärischen Schnörkel los. Leider fadet dieser Song aber ebenso aus wie später „Morðbál á flugi ok klofin mundriða hjól“. Musikalisch offensichtichlicher wäre der Album-Einstieg mit dem folgenden „Sundvǫrpuðir ok áraþytr“ gewesen. Hier plätschert zu Akustikgitarren das Wasser und der Wind säuselt über die mittelalterliche Landschaft Skandinaviens, während Marcel Dreckmann auf Alt-Isländisch die Geschichte vorträgt.

Der Albumaufbau lässt Fragen offen

Dieser missverständliche Aufbau mag teilweise ein kleiner Makel am Album sein. Stellenweise ist es zu bedauern, „Saga á tveim tungum I: Vápn ok viðr“ rein sprachlich nicht folgen zu können. So blickt man nur unvollständig hinter das Konzept des Albums. Zusätzlich werden ohne die inhaltlichen Anhaltspunkte gewisse Songaufbauten und -reihenfolgen schwer nachvollziehbar. Auf der anderen Seite gibt es (zumindest bei früheren Werken von ARSTIDIR LIFSINS) die Möglichkeit, die Hintergründe im Booklet auch auf Englisch nachzulesen.

ARSTIDIR LIFSINS punkten mit starker Vocal-Performance

Kompositorisch strahlen ARSTIDIR LIFSINS wieder eine besondere Erhabenheit aus. Insbesondere, wenn es zu den choralen Gesängen kommt wie im gelungenen Interlude von „Haldi oss frá eldi, eilífr skapa deilir“. Auch der solierende Bass-Gesang in „Siðar heilags brá sólar ljósi“ weiß zu gefallen. Alleine dafür ist Szenenapplaus angebracht! Neben dem Clean-Gesang überzeugen vor allem auch die tiefen Growls, die ihre Furcht einflößende Wirkung nicht verfehlen. Generell bildet der grabestiefe Gesang einen gelungenen Kontrast zur hellen und klaren Produktion des Albums.

Trotz drohender Längen wissen ARSTIDIR LIFSINS zu überzeugen

Ebenso gut zur Geltung kommen die eingestreuten Black Metal-Rasereien, die immer wieder in die Songs eingebaut werden. Allerdings laufen ARSTIDIR LIFSINS in ihren überlangen Tracks Gefahr, den Hörer zu ermüden. Trotz unterschiedlicher Elemente schleichen sich dann und wann gewisse Längen in Tracks wie „Líf á milli hveinandi bloðkerta“ oder „Stǫng óð gylld fyr gǫngum ræfi“ ein. Dennoch überwiegt klar der sehr positive Eindruck, den man binnen der 70 Minuten von „Saga á tveim tungum I: Vápn ok viðr“ gewinnt.

Veröffentlichungstermin: 26.04.2019

Spielzeit: 69:54 Min.

Line-Up:
Stefán Drechsler – Gitarre, Bass, Gesang & Chor
Árni Bergur Zoëga – Schlagzeug, Viola, Effects, Gesang & Chor
Marcel Dreckmann – Storyteller, Gesang & Chor

Produziert von Markus Stock (EMPYRIUM, THE VISION BLEAK) @ Klangschmiede  Studio E, Mellrichstadt
Label: Ván Records

Mehr im Netz: https://arstidirlifsins.bandcamp.com
Mehr im Netz: https://www.facebook.com/arstidirlifsins

ARSTIDIR LIFSINS “Saga á tveim tungum I: Vápn ok viðr” Tracklist

1. Fornjóts synir ljótir at Haddingja lands lynláðum (04:52)
2. Sundvǫrpuðir ok áraþytr (04:40)
3. Morðbál á flugi ok klofin mundriða hjól (07:15) (Lyric-Video bei YouTube)
4. Líf á milli hveinandi bloðkerta (10:16)
5. Stǫng óð gylld fyr gǫngum ræfi (11:05) (Audio bei YouTube)
6. Siðar heilags brá sólar ljósi (04:50)
7. Vandar jǫtunn reisti fiska upp af vǫtnum (08:47)
8. Fregit hefk satt (03:21)
9. Haldi oss frá eldi, eilífr skapa deilir (14:48)

Christian Wögerbauer
Christian ist seit 2005 unser Vertreter der Österreicher Metalszene, rezensiert gern im Bereich Symphonic Metal, Doom, Melodic Death und auffallend gern Bands mit Sängerin. Genres: Symphonic Metal, Gothic Metal, Melodic Death Metal, Doom.