ALL HAIL THE YETI: Within The Hollow Earth [EP]

ALL HAIL THE YETI besinnen sich auf “Within The Hollow Earth” auf ihre Stärken: Zwischen Southern Metal und Sludge gibt es keine großen Tempowechsel, aber dafür Groove, Energie und packende Refrains.

Es könnte dem Bandnamen geschuldet sein, dass ALL HAIL THE YETI des Öfteren voreilig in die falsche Schublade gesteckt werden. Oder aber an der recht eindringlichen Stimmfarbe Connor Garrittys, der uns manchmal in bester Hardcore-Manier durch die Songs peitscht. Aber: Die US-Amerikaner sind keine „Core“-Band – das stellen sie auf ihrem Bandcamp-Profil bei einem Blick in die Tags („no core“) gleich doppelt klar. Wir wollen da auch gar nicht widersprechen, denn trotz tief gestimmter Gitarren und drückender Riffs ist man eher im Sludge zu Hause, bis dann zumeist im Refrain der Southern Metal durchbricht.

Diese packende Stilmischung hat schon in der Vergangenheit gut funktioniert und bildet auch das Rückgrat der EP „Within The Hollow Earth“, die mit einer knappen halben Stunde Spielzeit auch gut und gerne als kompaktes Album durchgehen könnte. Klar, Parallelen zu MASTODON lassen sich nicht ganz leugnen, wobei sich ALL HAIL THE YETI deutlich geerdeter geben als die jüngeren Prog-Ausflüge der Landsleute. Der Schwerpunkt von Songs wie „Bury Your Memory“ oder „Funeral Heart“ liegt vielmehr auf staubig-schmutzigen Riffs, die mit Groove den Weg für catchy Gesangslinien und einprägsame Refrains ebnen.

“Within The Hollow Earth” bleibt auch ohne große Tempowechsel spannend

Mit dem Einsatz von Bassist Nicks markanter Singstimme öffnet sich in aller Regel der sumpfige Sound, der sonst nur der Leadgitarre mit ihrem Southern-Anstrich denselben Freiraum lässt. Das haben ALL HAIL THE YETI früher bereits in ähnlicher Weise praktiziert, bringen nun in „Headless Valley“ aber auch mal eine Prise Nu Metal an den Tisch oder konzentrieren sich im knackigen „The Great Dying“ auf die rockigere Seite ihres Repertoires – ohne Klargesang, aber dafür mit Rock’n’Roll im Blut.

Auf diese Weise bleibt „Within The Hollow Earth“ auch ohne großartige Tempowechsel spannend: Über gehobenes Midtempo kommt das Quartett selten hinaus, fühlt sich in der eigenen Komfortzone dafür pudelwohl. Ohrwürmer Marke „Nidavellir“ oder „Cold Dead Leaves“ sind hierfür bester Beleg, wobei das Gespann in Letzterem die Stimmen ihrer beiden Sänger direkt gegeneinander ausspielt. All das macht die Scheibe zu einem kleinen Geheimtipp, der zwar dem Selbstverständnis nach nicht im „core“-Genre zu Hause ist, aber selbst dort seine Fans finden dürfte. Nicht wegen des Bandnamens oder der Stimmfarbe Garrittys, sondern weil die Energie der Band auch über Genregrenzen hinaus aufrüttelt.

Veröffentlichungstermin: 12.11.2021

Spielzeit: 28:06

Line-Up

Connor Garritty – Vocals
Dave Vanderline – Gitarre
Nicholas Diltz – Bass, Vocals
Ryan “Junior” Kittlitz – Drums

Produziert von Steve Evetts und Alan Douches (Mastering)

Label: Minus Head Records

Homepage: https://ahty.bandcamp.com/
Facebook: https://www.facebook.com/officialallhailtheyeti

ALL HAIL THE YETI “Within The Hollow Earth” Tracklist

  1. Bury Your Memory (Video bei YouTube)
  2. Headless Valley (Video bei YouTube)
  3. Funeral Heart
  4. Nidavellir
  5. Cold Dead Leaves
  6. Cry Of The Waheela
  7. The Great Dying