A HERO A FAKE: The Future Again

Technischer Metalcore, dessen mangelnde Sorgfalt dem Potenzial deutlich im Weg steht. Enttäuschend!

Wie es aussehen könnte, nachdem die Apokalypse die Menschheit dahingerafft hat, zeigt uns das schicke Artwork. Wie es dagegen aussehen könnte, wenn der Metalcore den Bach runtergeht, offenbart uns die darunter liegende CD. „The Future Again“ wäre ja gar nicht mal so enttäuschend, versäumten A HERO A FAKE nicht vollständig die Sorgfalt sowie das Einstreuen origineller Ideen. Auf ihrem mittlerweile dritten Werk servieren die Amerikaner acht mal technischen Metalcore vom Reißbrett.

Krumme Rhythmen und spieltechnische Fähigkeiten in allen Ehren, doch wenn das Resultat derart gelangweilt und uninspiriert um die Ohren fliegt, hat die Begeisterung ihr Ende, bevor sie überhaupt entfacht werden konnte. Die lächerliche Spieldauer von 28 Minuten unterstreicht zudem den Eindruck, dass A HERO A FAKE nicht wirklich Bock hatten, mit „The Future Again“ einen bedeutenden Schritt nach vorne zu machen.

A HERO A FAKE verspielen leichtfertig ihr Potenzial

Spärlich verteilt finden sich in „Mechanical Heart“ oder „Wild Fires“ unterschwellige Synthesizer sowie auflockernde Leadgitarren, zumeist beschränkt sich die Band hingegen auf genretypisch verschränkte Riffstafetten. Raum zum Genießen bleibt nicht, denn die darüber gebrüllten Vocals relativieren jede vorhandene Struktur im Handumdrehen. Sänger Justin Brown fehlt entweder das Taktgefühl oder die Finesse, seine Texte an das Soundbild anzupassen. Nicht selten wird der Klangteppich niedergeschrien, Rücksicht auf Rhythmus oder Songaufbau wird nicht genommen. Den gesprochenen Passagen fehlen darüber hinaus die Eier und bleiben beim nächsten Mal folgerichtig besser daheim. Klargesang gibt es auszugsweise in „Wasted Miles“ und „Dead And Done“ – dieser macht insgesamt einen ordentlichen Eindruck, bleibt im Gesamtwerk aber eine Randnotiz.

„The Future Again“ ist eine unglaublich ärgerliche Angelegenheit, wenn man sich vor Augen führt, wie leichtfertig A HERO A FAKE ihr Potenzial verspielen. Die Jungs können ihre Instrumente noch so gut beherrschen. So lange diese Expertise in unrunden bis nicht zu Ende gedachten Songs resultiert, kommt nichts dabei herum. Es ist an allen Ecken und Enden zu merken, dass „The Future Again“ ein paar Wochen mehr im Proberaum gut getan hätten.

Die mangelnde Sorgfalt zieht sich wie ein roter Faden durch „The Future Again“

Ich weiß, das sind harte Worte, die das streckenweise solide Album vielleicht nicht in dieser Deutlichkeit verdient hätte. Doch die mangelnde Sorgfalt ist ein Problem, die sich wie ein roter Faden durch das Album zieht und sogar bis in den physischen Aspekt hineinreicht: Backcover und Booklet sprechen von einem neunten Song, dessen Abwesenheit durch eine Fußnote auf dem Datenträger vermerkt ist. Fehler passieren, doch für „The Future Again“ ist das irgendwie symptomatisch.

Veröffentlichungstermin: 20.07.2012

Spielzeit: 27:46 Min.

Line-Up:
Justin Brown – Vocals
Eric Morgan – Guitar
Patrick Jeffers – Guitar
Christopher Rosser – Bass
Evan Kirkley – Drums

Produziert von Jamie King, Cameron Mizell, Joey Sturgis
Label: Victory Records

Mehr im Netz: http://www.facebook.com/aheroafake

A HERO A FAKE „The Future Again“ Tracklist

01. Mechanical Heart
02. Dead And Done (Video bei YouTube)
03. Port Hole
04. Wild Fires
05. The Constant
06. Wasted Miles
07. I Have A Knife
08. Princess Of The Sun