3 INCHES OF BLOOD: Here Waits Thy Doom

3 INCHES OF BLOOD: Here Waits Thy Doom

Mit ihrem letzten Album „Fire Up The Blades“ konnten 3 INCHES OF BLOOD meines Erachtens qualitativ nicht so wirklich an ihr Full Length-Debüt „Advance And Vanguish“ anknüpfen. Die Hitdichte war schlicht nicht so hoch, der Überraschungsmoment fehlte und abwechslungsreich im eigentlichen Sinne war die Band ja noch nie, was den Genuss dann doch etwas trübte.
Auf „Here Waits Thy Doom“ legen die Amis wieder verstärkt Wert auf griffige Refrains, ansonsten fährt die Platte stilistisch exakt die gleiche Schiene wie die Vorgänger. Eine kleine Änderung gibt es dennoch: Auf die gekeiften Vocals verzichtet „Fire Up The Blades“ inzwischen komplett, sodass lediglich Cam Pipes für die Vocals verantwortlich zeichnet. Mir gefällt das tatsächlich besser, es wirkt homogener und lässt den Melodien mehr Freiraum. Das ändert nichts daran, dass der Mann ein extremes Organ hat, der extrem hohe, kreischige Gesang wird den Einen verzücken, den Anderen in die Flucht schlagen – ich finde es kultig!
Textlich wird wie üblich unfassbar tief in die Metal-Klischeekiste gegriffen, was um so mehr wundert, da das dementsprechende Publikum ja mit der Band eher ein wenig auf Kriegsfuß steht. Ich finde die Lyrics teilweise tatsächlich sogar zu überzogen, das hat schon beinahe parodistische Züge und passt für mich persönlich nicht so richtig zur ansonsten sehr professionellen Einstellung der Band.
Das Songmaterial an sich ist ein bisschen vielschichtiger und vor allem in der Geschwindigkeit variabler als seither, außerdem wurden in „Rock In Hell“ und „Preacher´s Daughter“ auch erstmals rockige Einflüsse verarbeitet, wobei letzterer Song aber trotzdem zu den eher schwächeren des Albums zählt.
Diesen gewissen Kick liefern 3 INCHES OF BLOOD nach wie vor, schlechte Laune kann man nach dem Anhören von „Here Waits Thy Doom“ definitiv nicht haben und die einmal mehr extrem klare und fette Produktion in Verbindung mit dem tighten Zusammenspiel verteilt Arschtritte ohne Ende.
Die für mich herausragenden Songs sind der Opener „Battles And Brotherhood“, das erwähnte „Rock In Hell“ und die kleine Hymne „All Of Them Witches“. Diese Qualität erreichen leider nicht alle Tracks, was aber nicht unbedingt auf ein Abflachen des Niveaus zurückzuführen ist, sondern eher auf eine gewisse Gleichförmigkeit, was die Gesangslinien angeht.
Qualitativ würde ich „Here Waits Thy Doom“ genau zwischen den beiden Vorgängern ansiedeln. Die Frische des Debüts kann wohl einfach nicht mehr erreicht werden, der direkte Vorgänger wurde aber aufgrund der höheren Variabilität eindeutig übertroffen. Da die Zutaten immer noch die gleichen sind und Cam Pipes stimmlich konstant die gleiche Schiene fährt, besteht die Gefahr, dass 3 INCHES OF BLOOD sich künftig etwas in eine musikalische Sackgasse manövrieren. Manch eine Neuerung würde der Band sicherlich gut zu Gesicht stehen, momentan ist aber noch alles in Butter und wer die bisherigen Alben mochte, wird auch „Here Waits Thy Doom“ ins Herz schließen.

Veröffentlichungstermin: 28.08.2009

Spielzeit: 51:29 Min.

Line-Up:
Cam Pipes – vocals
Justin Hagberg – guitar, vocals
Shane Clark – guitar
Ash Pearson – drums

Produziert von Jack Endino
Label: Century Media

Homepage: http://www.3inchesofblood.com

MySpace: http://www.myspace.com/3iob

Tracklist:
01. Battles And Brotherhood
02. Rock In Hell
03. Silent Killer
04. Fierce Defender
05. Preacher´s Daughter
06. Call Of The Hammer
07. Snake Fighter
08. At The Foot Of The Great Glacier
09. All Of Them Witches
10. 12:34
11. Execution Tank

Ulle