VAMPIRE: With Primeval Force

VAMPIRE: With Primeval Force

Mit dem Song „Midnight Trial“ ist VAMPIRE ein echter Hit gelungen. So muss es sich anfühlen, wenn man in einen Alptraum aufwacht, in dem man verfolgt von Ben Wrangle, Eddie, Roy, Mad Butcher, The Reaper und dem Crimson Ghost  über einen alten Friedhof durch die Vollmondnacht flieht, derweil sich vor schiefen Grabsteinen knarrend die Sargdeckel öffnen.  So hätte ich mir das letzte  WITCHERY-Alben gewünscht – deren Frühwerk rund um „Restless And Dead„, „Dead, Hot And Ready„, „Symphony For The Devil“ war schließlich auch so eine gelungene Referenz an alte Metal-Helden von MERCYFUL FATE bis zu  SLAYER – verpackt in räudigen, ungehobelten angeschwärzten Thrash/Death-Metal. Genau das können VAMPIRE auch ziemlich gut: Die Vergangenheit verklären, indem sie die besten Ideen von damals entstauben und mit neuem Sound, ungezügelter Energie und tollem Songwriting  ins Hier und Jetzt zerren.

Und weil früher ja alles besser gewesen sein soll, haben sie ziemlich viel Auswahl, bedienen sich schamlos und brauen in ihrem Hexenkessel etwas zusammen, das vor Ideen und Spielfreude überschäumt. Waren Songs wie „Howl From The Ground“ vom 2014er Debütalbum „Vampire“ noch eine tiefe Verbeugung in Richtung CELTIC FROST und POSSESSED, zeigen sich die Schweden nun ein klein wenig offener und mischen auch mal ein bisschen nicht ganz so alten Death/Thrash Metal der Marke GRAVE oder Uralt-SODOM ins brodelnde Gebräu. Dazwischen klimpern ein paar Akustik-Gitarrenparts für das spooky, comichafte Friedhofsflair, wie im Opener „Knights Of The Burninhg Crypt“. „Metamorfosis“ könnte in den ersten Takten auch ein alter ACCEPT-Song sein, dreht dann aber ab in Richtung CELTIC FROST und findet schließlich bei WITCHERY sein Ende.

Die Nachbarschaft zu TRIBULATION und IN SOLITUDE ist unüberhörbar – und so lange TRIBULATION nichts Neues machen, besetzten VAMPIRE den mit Spinnweben eingehüllten Thron der besten Blackend Death Thrash Metal-Band. Denn dieses Plätzchen haben sich die Musiker, die sich hinter Pseudonymen wie Hand of Doom, Black String oder Sepulchral Condor verstecken, wahrlich verdient.

Veröffentlichungstermin: 21. April 2017

Label: Century Media

Produzent: Isak Edh

Bandhomepage: www.vampireofficial.com

Tracklist:
01. Knights Of The Burning Crypt (04:49)
02. He Who Speaks (03:26)
03. Metamorfosis (03:53)
04. Skull Prayer (02:20)
05. Midnight Trial (04:46)
06. Revenants (06:14)
07. Ghoul Wind (03:24)
08. Initiation Rite (04:35) 09. Scylla (04:39)

Line-Up:
Hand of Doom – Gesang
Black String – Gitarre
Sepulchral Condor – Gitarre  
Command – Bass
Abysmal Condor – Drums

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andrea

Kümmere mich seit 1999 um Reviews, Interviews und den größten Teil der *Verwaltung*, Telefon-Dienst, Beschwerdestelle, Versandabteilung, Ansprechpartner für alles, Redaktionskonferenz-Köchin…