PINK FLOYD: A Saucerful Of Secrets [Vinyl-LP][Re-Release]

PINK FLOYD: A Saucerful Of Secrets [Vinyl-LP][Re-Release]

Keine Frage, dass man als Fan die Re-Release-Reihe der PINK FLOYD-Scheiben natürlich mit dem Debütalbum The Piper At The Gates Of Dawn beginnen musste. Dieses Stück Musikgeschichte, dass die Band auf der Suche zeigt irgendwo zwischen Beat/Pop und dem Einsatz abgefahrener Spinnereien, dem Ausloten der Möglichkeiten elektronischer Instrumente und dem Ausleben schrägen Humors in Tönen, auf der Suche nach ganz eigenen Klängen, das ist halt spannend. Entsprechend wurde das Album ja damals angenommen und wurde mit Chartsplatzierungen und guten Verkäufen belohnt. Das zweite Album A Saucerful Of Secrets hatte es da nicht so einfach. Bandkopf Syd Barrett wurde immer unzuverlässiger und hatte mehr mit psychischen Problemen zu kämpfen als mit dem Beisteuern neuer Songs. Einige der neuen Lieder waren anscheinend so schlecht, dass sie als unbrauchbar abgetan wurden und nie offiziell erschienen. Daher sollte ein neuer Gitarrist Leben in die Band bringen. Der erhoffte JEFF BECK war zu teuer, mit DAVID GILMOUR kam ein Freund der Band an Bord. Letztendlich wurde aus dem zweiten Gitarristen zur Unterstützung von Syd Barrett ein Fulltime-Job, für viele Shows und Aufnahmen war der Bandgründer nicht mehr einsetzbar. So lag es an Gilmour, die Ideen von Barrett auf den Aufnahmen zum neuen Album umzusetzen, die meisten Gedanken stammen wohl vom Neuzugang. So zieht sich auch eine dezente, unklare Stimmung durch das Album, die erkennen lässt, dass die Band selbst nicht wusste, wo sie hin will. Letztendlich trennte sich die Band im April ´68 von ihrem ehemaligen Bandkopf, was sich auf dem folgenden Soundtrack More schon hörbar als richtige Entscheidung zeigte.

So startet das Album mit Let There Be Light sehr fordernd mit knarziger Gitarre und treibendem Auftakt, der Wechsel zwischen psychedelischem, beschwörenden Part und normalem Beat, wie er mit dezenten BEATLES-Anleihen noch vom Debüt hätte stammen können, zeigt PINK FLOYD auf dem richtigen Weg. Man sieht die Band fast live auf der Bühne, sicher ein gern gespielter Eröffnungssong für die Shows. Remember A Day ist einschmeichelnd und fast catchy, ausgebremst von einer melancholischen Bridge. Set The Controls For The Heart Of The Sun nimmt einen mit Anleihen vertonter chinesischer Gedichte dann mit auf einen atmosphärischen, eher ruhigen Trip in entfernte Galaxien, frühester Space Rock, der einen erfolgreich einlullt und mit auf Reisen nimmt je nach Empfinden spacig oder eher orientalisch. Warum man Drummer Nick Mason später nicht wieder ans Mikro gelassen hat, das zeigt Corporal Clegg. Hier darf er mal ran, aber wirklich prickelnd ist das Ergebnis nicht. Das überdeckt aber der Song recht gut, hört man bei der Gitarre richtig hin, dann bildet sich hier gerade der später typische GILMOUR-Sound. Ok, mit Plastiktröten wird man schnell aus den Gedanken gerissen, die BEATLES lassen grüßen, die ja ebenfalls mit zahllosen unterhaltsamen Albernheiten ihre Alben jeder Jahre schmückten. Dass es sichum einen Song handelt, der gegen die britischen Militäroberen stänkert, das kommt gut rüber. Seite 2 ist dann wieder ein psychedelisches Abenteuer, auf dem Titelsong, ein 12-Minüter in vier Teilen, ist dann wieder das Thema schräg angesagt. Hypnotisch wird man eingelullt, wilde bis irre Instrumentalgebilde, wenige Stimmen, dann zur zarten Orgel wie in einem 20er Jahre Gruselstummfilm doch mal zarte Engelschöre. Melancholisch und ruhig See-Saw, Jugband Blues beendet das Album als klassischer poppiger Beatsong, gepimpt mit albernen Spinnereien wieder Richtung BEATLES. Dass es sich um die einzige echte Syd Barrett-Komposition handelt hört man gut heraus, der Song hätte sich auch gut auf dem Debütalbum gemacht.

Das Album A Saucerful Of Secrets  wirkt hier und da etwas unentschlossen, aber auch abwechslungsreich. Mir zumindest fehlte immer zumindest dieser eine Song, der das Album in meinem Kopf festsetzt. Hier nun in der neuen Form der alten Schallplatte baut sich das Album doch größer auf, die beiden ersten Songs werden definitiv im persönlichen Best Of FLOYD-Ordner landen. Ein interessantes Album, dass PINK FLOYD im Umbruch zeigt. Es gehört natürlich in die Platten-Sammlung, viele Songs kann man ganz neu für sich entdecken. Der fein ausgearbeitete Stereosound des Remasters macht auch richtig Spaß unterm Kopfhörer.

Veröffentlichungstermin: 03.06.2016

Spielzeit: 39:25 Min.

Line-Up:
Syd Barrett – Gitarre, Gesang
David Gilmour – Gitarre, Gesang
Roger Waters – Bass, Gesang
Richard Wright – Orgel, Piano, Gesang
Nick Mason – Schlagzeug, Percussion

Label: Pink Floyd Records / Warner Music

Homepage: http://www.pinkfloyd.com

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/pinkfloyd

Tracklist:
1. Let There Be More Light
2. Remember A Day
3. Set The Controls For The Heart Of The Sun
4. Corporal Clegg
5. A Saucerful of Secrets
1. Something Else
2. Syncopated Pandemonium
3. Storm Signal
4. Celestial Voices
6. See-Saw
7. Jugband Blues

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Frank Hellweg
Lebensmotto "stay slow", Doomer halt.... Love & Peace geht auch immer, nur ohne Musik geht nichts!