HATHORS: Panem Et Circenses

HATHORS: Panem Et Circenses

HATHORS spielen ursprünglichen, schmutzigen Indie-Rock im Dunstkreis von etwa Afghan Whigs, Mudhoney, den Pixies und Soundgarden. Also Musik, wie man sie vor der bald darauf folgenden Grunge-Welle in den Neunzigern zu Hören bekam.

Mit „Panem Et Circenses“ erzählen sie eine alte Geschichte, ohne sie zu verklären und zu beschönigen: Musikalisch gibt es hier kein weichgespültes „früher war alles besser“. Die Songs sind authentisch melancholisch, die Gitarren braten ehrlich und mit der genau richtigen Portion an Melodie und Melancholie, und der Gesang ist unaufgeregt und angenehm verrratzt, lässt der Musik aber genügend Raum sich zu entfalten.

Die musikalische Bandbreite reicht von angenehm kaputten Nummern wie „Watching You“, nimmt mit „Pyramid“ einen kleinen hittigen Ausflug in Richtung alter AFGHAN WHIGS, der mit „Evermore“ einen noch melodiöseren Einschlag bekommt, um in „Lucifer“ – einem der besten Song des Albums – eine verschroben, doomige Wendung zu nehmen.

Das darauf folgende „Mate“ ist eine gute aber unspektakuläre Indie Rock Nummer, bevor das eigentliche Highlight in Form des Titelsongs „Panem Et Cirecenses“ („Brot und Spiele“) auf dem Programm steht. Hier zeigt sich, dass es HATHORS durchaus gut zu Gesicht steht, etwas mehr Zeit ins Songwriting zu investieren: Zurückgenommen, ruhig, intensiv, mit überwiegend leicht angezerrten Gitarren, steigert sich das Lied zu einem richtig überzeugenden Stück Musik.

Leider wird es danach aber ein wenig dünn. Dem folgenden „Monopoly“ fehlt es  an Gesicht,  „Banshee“ lässt nochmals aufhorchen, bevor sich HATHORS in den drei abschließenden Nummern zu sehr in sich selbst verlieren. Unserem Captain ging es mit dem Vorgänger „Brainwash“ vor  zwei Jahren ganz ähnlich, wie ich gerade sehe. Ganz so daneben liege ich mit meiner Einschätzung offenbar nicht.

Mein Fazit: Mit der Hälfte der Songs wäre es ein richtig gutes, empfehlenswertes Album geworden. So plätschert es über zu weite Strecken einfach so vor sich hin. Eigentlich schade, denn Potential für große Songs ist bei HATHORS auf jeden Fall vorhanden.

Label: Noisolution (Soulfood)

VÖ: 07.04.2017

Tracklist:
1. Watching You
2. Pyramid
3. Evermore
4. Lucifer
5. Mate
6. Panem Et Circenses
7. Monopoly
8. Banshee
9. Holy Mother Nature
10. Dull Steed Laughter
11. Shallow Waters

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Markus
"Kümmere mich um die Technik und die Weiterentwicklung von vampster, schreibe ab und zu Reviews und schieße bei Festivals und Konzerten Fotos für vampster. Habe das Magazin 1999 mit gegründet."