BOB DAISLEY AND FRIENDS: Moore Blues For Gary – A Tribute To Gary Moore

BOB DAISLEY AND FRIENDS: Moore Blues For Gary – A Tribute To Gary Moore

Was soll man zu GARY MOORE schreiben? Die komplette Riege der Alt-Rocker horcht ehrfürchtig auf, kennt den Iren vielleicht schon seit frühesten Zeiten bei SKID ROW oder COLOSSEUM II. Garantiert aber durch seine zwei kurzen, aber beeindruckenden Runden bei THIN LIZZY und spätestens seit seiner nicht weniger erfolgreichen Solokarriere. Wer dafür zu jung ist, der kennt ihn aus seiner Bluesphase, “Still Got The Blues For You” zu entkommen war 1990 und auch später nicht möglich. Gerade in seiner Rockphase hat der Ire ganz neue Wege auf der Gitarre gezeigt, das Gitarrenspiel selbst maßgeblich verändert. Wo es anderen Gitarristen wichtig war, im MTV-Video zu glänzen, war es MOORE immer wichtiger, seine Gitarre sprechen zu lassen. So war es dann in den späten 80ern auch der Druck, immer neue MTV-Hits zu präsentieren, dass er sich plötzlich komplett dem Blues zuwandte. Und toppte damit kurzzeitig gar seine bisherigen Erfolge. Fernab des Glamour lief das Leben anders, am 6. Februar 2011 starb die Gitarrenlegende.

Ein würdevolles, ernstgemeintes Tribute für den Gitarrenhelden GARY MOORE

Nun hat BOB DAISLEY (OZZY OSBOURNE, RAINBOW, MUNGO JERRY), seit 1980 Basser und Freund von MOORE, einige Leute vereint, um sich nochmals vor diesem Idol zu verbeugen. Die Liste scheint unendlich, von anderen Rockstars bis zu MOORE´s Söhnen wollte das niemand verpassen. So ist man mit “That´s Why I Play The Blues” sofort raus dem Alltag. Du vermisst jemanden? Dann ist dies dein Song! Der wird hier wunderschön dargeboten, die Vocals von JON C. BUTLER transportieren die Stimmung des Songs greifbar. BOB DAISLEY ließ es sich nicht nehmen, auch zwei eigene Songs beizusteuern, welche die Musik von MOORE aufgreifen und würdigen sollten. So gibt es mit “The Blues Just Got Sadder” ebenfalls einen Slowblues, der eben dieses schafft. Am Mikro JOE LYNN TURNER (RAINBOW, MALMSTEEN), an der Lead-Gitarre TOTOs Steve Lukather, ein Fest. “Empty Rooms”, im 84er Original zum Heulen schön, in der für die MTV-Rotation glattpolierten Version ein Jahr später immer noch sehr schön. Hier nun steht es zumindest der neueren Version nur wenig nach. Dahinschmelzen erlaubt. Neil Carter singt den Song, welchen er zusammen mit GARY MOORE geschrieben hat.

Viele bekannte Musiker auf “Moore Blues For Gary – A Tribute To Gary Moore”

Der Überhit “Still Got The Blues For You” wird hier wunderschön dargeboten, die Vocals von Daniel Bowes (THUNDER) passen perfekt. Dazu das fantastische singende Gitarrenspiel von John Sykes (BLUE MURDER, THIN LIZZY, WHITESNAKE), da hat man auch als Zuhörer unweigerlich den Blues, Zeit für sentimentale Gedanken. Aber GARY MOORE konnte nicht nur kuscheln. “Texas Strut” tritt kraftvoll Popo, Party der Duftmarke STEVIE RAY VAUGHAN, JOHNNY WINTER und frühe ZZ TOP ist angesagt. Hier steht mit gut durchgereifter, rauen Stimme Brush Shiels am Mikro, Frontman von MOOREs ersten Band SKID ROW, zu der auch schon Phil Lynott (THIN LIZZY) gehörte. Sentimentale Blues-Tunes behalten aber die Oberhand, das zähe “Thorn Inside” zieht herrlich runter. Nett auch das geradeaus rockende “This One´s For You”, der zweite von BOB DAISLEY für MOORE geschriebene Song. Hier hören wir MOORE´s Söhne Gus und Jack an Mikro und Gitarre. “Parisienne Walkways” wird u. a. von Steve Morse (DEEP PURPLE, DIXIE DREGS) und Ricky Warwick (THIN LIZZY, BLACK STAR RIDERS, THE ALMIGHTY) gespielt. Ebenfalls dabei sind Don Airey (DEEP PURPLE, RAINBOW), Glenn Hughes (DEEP PURPLE) sowie Eric Singer (KISS) und Darrin Mooney (PRIMAL SCREAM), Doug Aldrich (WHITESNAKE, DIO), Jeff Watson (NIGHT RANGER), Damon Johnson (BLACK STAR RIDERS, ALICE COOPER) und Stan Webb (CHICKEN SHACK).

Der Geist von GARY MOORE drückt in jedem Ton durch

Was uns hier geboten wird ist vom Feinsten. Der Geist von GARY MOORE drückt in jedem Ton durch, obwohl die hier präsentierten Versionen teils einen eigenen Touch haben. Nur selten versucht wer, den Leads des Iren einen draufzusetzen, was natürlich daneben geht. Passende Vocals und stimmige Rhythmsections runden die Songs stimmig ab. Hier verbeugen sich große Musiker vor einem, der wahrscheinlich noch größer war, ohne bewusst im ganz großen Rampenlicht gestanden zu haben. GARY MOORE war immer mehr Musiker als Rockstar. Genau das scheint BOB DAISLEY hier zu präsentieren. Das alles in sehr klarem, kraftvollen Sound, ein würdevolles, ernstgemeintes Tribute!

GARY MOORE-Fans müssen zugreifen, ein tolles Tribute für einen echten Gitarrenhelden. Natürlich zieht man danach unweigerlich die Originale raus. Aber “Moore Blues For Gary” verschwindet nicht so schnell aus dem Player. Wer zu jung ist und die Einleitung lässt nur ein Fragezeichen zurück, der sollte sich an die originalen Klassikeralben halten oder an eine gut sortierte Best Of. Dieses Tribute als Einstieg schadet aber natürlich nicht, es gibt fantastische Musik eines ganz Großen, präsentiert von tollen Musikern.

Veröffentlicht: 26.10.2018

Spielzeit: 61:54

Lineup:
Bob Daysley – Bass, Guitar, Backing Vocals, Harmonica
Doug Aldrich – Guitar
Don Airey – Keyboards
John C. Butler – Vocals
Tim Gaze – Guitar
Rob Grosser – Drums
Clayton Doley – Keyboards
Joe Lynn Turner – Vocals
Danny Bowes – Vocals
Neil Carter – Vocals, Keyboards
Brush Shiels – Vocals
Glenn Hughes – Vocals
Stan Webb – Vocals, Lead Guitar
Ricky Warwick – Vocals
Gus Moore – Vocals
Steve Lukather – Guitar
John Sykes – Guitar
Steve Morse – Guitar
Illya Szwec – Guitar
Jeff Watson – Guitar
Luis Maldonado – Guitar
Jack Moore – Guitar
Rosanna Daisley – Backing Vocals
Ana Lenchantin – Cello
Eric Singer – Drums
Darrin Mooney – Drums
Lachlan Doley – Keyboards
Clayton Doley – Keyboards

Label: earMUSIC

Website: http://bobdaisley.com

Mehr im Web: http://www.facebook.com/bobdaisley

Die Playlist von “Moore Blues For Gary – A Tribute To Gary Moore”

1. That´s Why I Play The Blues
2. The Blues Just Got Sadder
3. Empty Rooms
4. Still Got The Blues For You
5. Texas Strut
6. Nothing´s The Same
7. The Loner
8. Thorn Inside
9. Don´t Believe A Word
10. Story Of The Blues
11. This One´s For You
12. Power Of The Blues
13. Parisienne Walkways

Frank Hellweg
Lebensmotto "stay slow", Doomer halt.... Love & Peace geht auch immer, nur ohne Musik geht nichts!