BEYOND GRACE: Seekers [Eigenproduktion]

BEYOND GRACE: Seekers [Eigenproduktion]

Schön, dass es noch starke Eigenproduktionen gibt, die so überraschend und plötzlich auftauchen wie „Seekers“. Denn das erste Album von BEYOND GRACE aus Nottingham hat jede Menge Qualität zu bieten. Die Basis für dieses Urteil bildet der Technical Death Metal-Zugang der Band. Vor allem die Gitarrenarbeit von Tim Yearsley jagt einem ein allzu positives Urteil ab. Man höre nur den an sich schon starken und abwechslungsreichen Track „Acolytes“. Auch sonst wird der Gitarrist nicht müde, jede Menge Leads und Soli durch die Gegend zu wirbeln.

BEYOND GRACE mit modernem Zugang zum Progressive Death Metal

Weiterhin haben Songs wie „Oracle“ auch ein modern progressives Feeling. Hinzu kommt, dass BEYOND GRACE gerne auch Core-Elemente in den Progressive Death Metal einbringen („The Etherealist“, „Apoptosis“). Allerdings läuft die Band hier in Gefahr, etwas zu verkopft zu wirken. Besser ist das beim Rausschmeißer „Omega Point“ gelöst. So richtiges Hit-Potenzial hat dann jedoch „Altars (of Avarice)“, das mit seinen Tempoverschärfungen und dem knackigen Riffing zum kompromisslosen Abgehen animiert.

Growls und Gekreische mit Science-Fiction-Hintergrund

Gesanglich wechselt Andrew Walmsley zwischen guten Growls und bissigem Grindcore-Gekreische. Als Thema für seine vokalen Auswürfe hat er die (ewige) Suche nach dem Sinn im Chaos der Existenz. Dabei werden mögliche Antworten der Technologie und der Spiritualität gegenüber gestellt. Als Inspirationsquelle dienten Science-Fiction Schriftsteller wie Jeff VanderMeer, Edgar Rice Burroughs oder Jeff Noon.

„Seekers“ hinterlässt bleibenden Eindruck

BEYOND GRACE haben mit „Seekers“ einen bleibenden Eindruck hinterlassen. In der Schnittmenge von DECAPITATED, BLOOD RED THRONE und OBSCURA liefern die Engländer starkes Songmaterial ab. Zwar zündet nicht jeder Song – wie etwa die schleppenderen Passagen von „Demiurge“ -, doch ist das Potenzial deutlich zu erkennen. Wer also keine Scheu vor Eigenproduktionen hat, der sollte bei „Seekers“ ein Ohr riskieren.

Veröffentlichungstermin: 07.07.2017

Spielzeit: 45:55 Min.

Line-Up:
Andrew Walmsley – Gesang
Tim Yearsley – Gitarre
Andrew Workman – Bass
Ed Gorrod – Schlagzeug

Gastmusiker:
„Count“ Seth Hecox (BECOMING THE ARCHETYPE) – Synthesizer & Keyboards

Produziert von James Stephenson

Label: Eigenproduktion

Homepage: https://beyondgrace.bandcamp.com

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/wearebeyondgrace

BEYOND GRACE „Seekers“ Tracklist:

1. Seekers
2. Oracle (Video bei YouTube)
3. Altars (of Avarice)
4. Demiurge
5. Apoptosis
6. The Etherealist
7. Black Math Ritual
8. Acolytes
9. Omega Point (Video bei YouTube)

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Christian Wögerbauer

Seit 2005 bei Vampster und Lieferant für Reviews, News, Live-Berichte und -Fotos.

Genres: Doom, Death, Gothic, Sludge