ASPHYX: On the wings of Inferno

ASPHYX: On the wings of Inferno

Altmodisch, altmodischer, Asphyx. Eigentlich ist On the wings of Inferno auch eines dieser Alben, das absolut nichts neues bietet. Darum verdreht mein Mitbewohner auch ständig die Augen, wenn ich den CD-Player anfasse. Er weiß, was kommt: Asphyx. On the wings of inferno ist ein Album, das man genial einfach oder eben einfach nur langweilig finden kann.

Die Holländer sind Minimalisten: Sie kommen mit wenigen Riffs aus, die Vocals entbehren jeder Abwechslung, und auch bei der Geschwindigkeit bewegt sich die Band hauptsächlich im Mid-Tempobereich – von kleinen Prügel-Ausbrüchen wie zum Beispiel beim Song The Scent of Obscurity mal abgesehen.

Dennoch gefällt mir das Album ausgesprochen gut. Das liegt an dem simplen, aber effektiven Riffing, das den Hörer ganz, ganz langsam überrollt. Das liegt auch an dem Röchelgesang von Wanne Gubbels, der sich wie ein Ertrinkender durch das Saitengewitter blubbert. Die Songs sind massiv, wuchtig und beeindruckend.

Marching towaards the Styx ist in seiner Einfachheit fast schon unverschämt, ein Rhythmus, eine Riff-Folge, dennoch erwecken die sägenden Gitarren und das stampfende Schlagzeug ein Bild, das haargenau den Titel der Songs wiederspiegelt.

Asphyx erinnern an die alten Death, auch die Tracks der Holländer haben das gewisse etwas, das die Titel schon fast eingängig macht – sie sind zwar simpler aber nicht minder catchy auf ihre Weise. On the wings of Inferno donnert wie ein Orkan, beängstigend und respekteinflößend.

Lediglich einen Kritikpunkt gibt es zu erwähnen: 29 Minuten Albumlänge sind nicht garade üppig, zumal man das zweieinhalbminütige akkustische Gitarrengeklimper namens 06/06/2006 von der regulären Spielzeit abziehen kann, da das Ganze eher nach Intro als nach eigenständigem Song klingt.

Tracklist:

Summoning the storm

The scent of obscurity

For they ascend

On the wings of inferno

06/06/2006

waves of Fire

Indulge in frenzy

Chaos in the flesh

Marching towards the styx

Line-Up:

Bob Bagchus – Schlagzeug

Eric Daniels – Gitarren

Wannes Gubbels – Vocals, Bass

Spielzeit: 29:13

Label: Century Media

Veröffentlichungstermin: 17.04.2000

andrea
Kümmere mich seit 1999 um Reviews, Interviews und den größten Teil der *Verwaltung*, Telefon-Dienst, Beschwerdestelle, Versandabteilung, Ansprechpartner für alles, Redaktionskonferenz-Köchin...