ALICE IN CHAINS: Rainier Fog

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In meiner Rezension zum neuen SATAN-Album “Cruel Magic” fragte ich noch, welche Band schon von sich behaupten kann, nach einem Comeback auf Platte noch mal an Ihre besten Zeiten angeknüpft zu haben. Neben SATAN fällt mir da in der Tat nur eine weitere Band ein. Ihr werdet es ahnen, ich rede nicht von PEARL JAM. Das 2009er Comeback “Black Gives Way To Blue” zeigte eine Band, die am Verlust ihres Frontmannes nicht zerbrochen ist, sondern die Trauer um Layne Staley in Form eines wunderbaren Albums verarbeitete. Auch das folgende “The Devil Put Dinosaurs Here” habe ich in guter Erinnerung, auch wenn es sich nicht so sehr eingeprägt hat wie “Black Gives Way To Blue”. Nun, fünf Jahre nach den diabolischen Sauriern, sind ALICE IN CHAINS wieder da.

Melancholisch und leichtfüßig aber auch zäh und schleppend – “Rainier Fog” zeigt alle Seiten der Band

Und relativ schnell wird klar, dass das Seattle-Quartett auch dieses Mal nicht enttäuschen wird. Mit ”The One You Know” und dem Titelsong gibt es zwei kraftvolle Riff-Pakete zum Start. Vor allem das Titelstück zählt für mich zu den Highlights des Albums. Am meisten reißen mich aber “Fly” und “Maybe” mit, die mit dieser wunderschönen, für die Band so typischen Mischung aus Melancholie und Leichtigkeit punkten. Auf der anderen Seite stehen zähe, schleppende Stücke wie “Deaf Ears Blind Eyes” und “So Far Under” oder die etwas sperrigen “Red Giant” und “Drone”, zu denen man sich den Zugang erstmal erarbeiten muss. Die schwermütige Ballade “All I Am” setzt einen perfekten Schlusspunkt unter “Rainier Fog”.

Auch das dritte Album mit William DuVall enttäuscht nicht

Die Leistung von William DuVall kann man dabei gar nicht hoch genug einschätzen. Einen besseren Nachfolger hätten ALICE IN CHAINS am Mikro wohl nicht finden können. Nicht nur, dass er stimmlich seinem Vorgänger sehr ähnlich klingt, vielleicht etwas weniger zerbrechlich. DuVall ist einfach ein großartiger Sänger, der die Stimmung jedes Riffs aus der Feder Jerry Cantrells perfekt einfängt und ihm eine Gesangslinie zur Seite stellt. Das alles ergibt ein sehr starkes Album, welches locker das Niveau des Vorgängers hält, jenes von “Black Gives Way To Blue” allerdings nicht ganz erreicht. Nichtsdestotrotz ist “Rainier Fog”, dessen Namen eine Hommage an das Wetter in der Heimatstadt der Band ist, ein großartiges, mal nachdenkliches, mal melancholisch, mal zähfließendes Rock-Album, perfekt geeignet für den Herbst.

Veröffentlichungsdatum: 24.08.2018

Spielzeit: 53:55

Line Up:
William DuVall – vocals
Jerry Cantrell – guitar, vocals
Mike Inez – bass
Sean Kinney – drums

Produziert von: Nick Raskulinecz

Label: BMG

Bandhomepage: http://aliceinchains.com/
Facebook: https://www.facebook.com/aliceinchains/

ALICE INC HAINS „Rainier Fog“ Tracklist

01. The One You Know (Video bei YouTube)
02. Rainier Fog
03. Red Giant
04. Fly
05. Drone
06. Deaf Ears Blind Eyes
07. Maybe
08. So Far Under (Audio bei YouTube)
09. Never Fade (Video bei YouTube)
10. All I Am