JUDAS PRIEST: Angel Of Retribution
Das ist es also, das neue JUDAS PRIEST-Album mit dem zurück gekehrten "Metalgod" Rob Halford am Mikrofon, der noch vor Jahren den Metal für tot erklärte. Im Jahre 2003 wurden die Weichen gestellt, als Rob seinen offiziellen Widereinstieg nach 12 Jahren bei den Priestern verkündete.
Die Erwartungen an das "Comeback"-Album "Angel Of Retribution" mit dem früheren Sänger waren sehr hoch gesteckt, zumal in den einschlägigen Medien berichtet wurde, dass JUDAS PRIEST wieder zu den Wurzeln zurückkehren und sogar "Painkiller"-Niveau erreicht wird. Nun gut, Ripper Owens ist draußen, Rob Halford drin und er macht einen guten Job auf dem Werk, lässt den "Ripper" ein ums andere Mal im Schatten stehen. Halford zieht sämtliche Register seines Könnens, zeigt, wer der wahre JUDAS PRIEST-Frontmann ist und macht auf dem gesamten Output einen beachtlichen Job. Hingegen hat Produzent Roy Z wohl im Studio seinen Zauberkasten zugelassen, denn "Angel Of Retribution" klingt zu glatt poliert und drucklos. Ein PRIEST-Album muss räudig sein, vor Energie strotzen und die Power von unten heraus bringen. Nicht, dass die Produktion schlecht ist, aber das gewisse Etwas fehlt mir persönlich. Musikalisch treibt sich das Quintett in sämtlichen Schaffensphasen der Bandhistorie herum, nur bin ich immer noch auf der Suche nach den angekündigten "Painkiller"-Trademarks, an denen sich die Combo wohl noch ewig messen lassen muss. Der Doublebass-betonte Opener "Judas Rising" ist ein guter Einstieg ins Album - schon fast heroisch und mit schönen Leads ausstaffiert dröhnt der Track aus den Speakern. Ein Uptempo-Banger ist "Deal With The Devil", der gut im Ohr hängen bleibt, wohingegen sich das gemächliche "Revolution" eher langatmig, als mitreißend präsentiert. "Worth Fighting For" könnte aus der Frühphase von JUDAS PRIEST stammen und besitzt einen melancholischen Unterton inklusive Mitsingrefrain. Endlich packen die Herren mit "Demonizer" einen etwas härteren Song aus, der wiederum mit schneller Doublebass von Drumtier Scott Travis untermalt wird, jedoch schneiden die Riffs nicht so schmerzhaft ins Fleisch, wie sie eigentlich sollten. Da hätte man mehr daraus machen können. Hat man das rockige und ebenfalls wieder eher belanglose "Wheels Of Fire" hinter sich gebracht, schlagen JUDAS PRIEST mit "Angel" balladeske Töne an. Sehr schöner Song, der sich erst gegen Ende durch den Einsatz von Schlagzeug und verzerrten Gitarren gekonnt steigert. "Hellrider" wird durch Tapping-Klampfen vom Duo Tipton/Dowing eingeleitet und kann als eine der besseren Kompositionen angesehen werden. Treibend und mit guten Riffs versehen, findet "Hellrider" seinen Höhepunkt im typischen PRIEST-Refrain mit hohen Screams von Rob Halford. Das anschließende "Eulogy" ist ein kurzes Zwischenspiel von akustischen Gitarren, Piano und der Stimme Halfords. Das abschließende Stück auf "Angel Of Retribution" ist die über dreizehnminütige Nummer "Lochness", die allerdings eher enttäuscht als begeistert. Im Midtempo gehalten, teilweise etwas episch angehaucht und mit einigen guten Solos verziert, schafft es "Lochness" nicht einen notwendigen Spannungsbogen aufzubauen. Da hätte es die Hälfte der Songlänge wunderbar getan.
"Angel Of Retribution" ist für mich nicht das Hammeralbum, welches ich von der Heavy Metal-Legende JUDAS PRIEST erwartet hatte. An der Gesangsleistung von Rob Halford lag es mit Sicherheit nicht, eher am durchschnittlichen Songmaterial. Da wäre bestimmt mehr drin gewesen...
Veröffentlichungstermin: 28.02.2005
Spielzeit: 52:44 Min.
Line-Up:
Rob Halford - vocals
Glenn Tipton - guitars
K.K. Downing - guitars
Ian Hill - bass
Scott Travis - drums
Produziert von Roy Z. & Judas Priest
Label: Sony Music
Hompage: http://www.judaspriest.com
Tracklist:
Judas Rising
Deal With The Devil
Revolution
Worth Fighting For
Demonizer
Wheels Of Fire
Angel
Hellrider
Eulogy
Lochness
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