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EPICA, AMARANTHE, CHARLOTTE WESSELS: Konzertbericht – Columbiahalle, Berlin – 08.03.2026

Die Arcane Dimensions Tour macht auf ihrem Weg durch Europa am 8. März auch Station in Berlin. Mit Charlotte Wessels, Amaranthe und Epica steht ein Abend ganz im Zeichen starker Frontfrauen – auch wenn die Columbiahalle an diesem Sonntag bei weitem nicht ausverkauft ist.

Anlässlich des internationalen Frauentags (ein nicht unpassender Zufall) stürmen am 8. März 2026 gleich drei Bands auf der Arcane Dimensions Tour die Bühne der Columbiahalle in Berlin. Die beiden Co-Headliner AMARANTHE und EPICA bekommen hierbei verdienten Support von CHARLOTTE WESSELS mit ihrem Projekt „The Obsession“.

Leider zeigt sich die Columbiahalle an diesem Sonntag nur mäßig gefüllt, der Balkon bleibt gar geschlossen.

Pünktlich um 18:40Uhr wird die Bühne in atmosphärisches Licht getaucht, als The Obsession mit dessen Frontfrau CHARLOTTE WESSELS die Bühne betritt. Die gelungene Mischung aus Symphonic und Melodic Metal weiß einen großen Teil des Publikums direkt zu überzeugen – auch wenn noch nicht alle ekstatisch mit dem Headbangen anfangen.

Glasklarer Gesang wird uns hier serviert, wobei Charlotte beim letzten Stück „The Exorcism“ die Grenzen ihrer bisherigen Stimmgewalt mit kurzen aber satten Growls um eine Nuance erweitert.

CHARLOTTE WESSELS Setlist

  1. Chasing Sunsets
  2. Dopamine
  3. The Crying Room
  4. Soft Revolution
  5. Tempest
  6. After Us, The Flood
  7. The Exorcism

CHARLOTTE WESSELS Fotogalerie


Mit AMARANTHE betritt der erste Headliner des Abends das Podium. Mit Elize Ryd, Nils Molin und Mikael Sehlin stehen genauso viele Vocalist:innen wie Instrumentalisten auf der Bühne. Hierbei wechseln sich gekonnt weiblicher und männlicher Klargesang sowie Shouts und Screams miteinander ab.

Von Beginn an brettert das Sextett harsch voran und schmettert eine Ballade nach der nächsten.

Die visuelle Inszenierung steht dem musikalischen Feuerwerk in nichts nach. Eine extravagante Lichtshow taucht die Bühne in kaleidoskopische Farben, während Laserstrahlen den aufsteigenden Kunstnebel schneiden und eine fast kosmische Atmosphäre erzeugen. Sogar der E-Bass von Johan Andreassen ist kunstvoll mit blauen LEDs versehen und fügt sich nahtlos in das futuristische Bühnenbild ein.

Musikalisch serviert man uns einen Querschnitt vieler verschiedener Spielrichtungen des Metals: Metalcore und Melodic Death vermischen sich mit Power- und Symphonic Metal. Zu den Höhepunkten gehörten Stücke wie „Fearless“, „Viral“, „Amaranthine“ und das unverwüstliche „Drop Dead Cynical“.

Besonders bemerkenswert: Trotz ihrer hochpolierten Studioproduktion und ihres scheinbar bis ins letzte Detail durchchoreographierten Bühnenauftritts verlieren die Songs der Band live nichts an Energie – im Gegenteil, denn das Publikum ist von Anfang bis Ende mit 100% voll dabei.

AMARANTHE Setlist

  1. Fearless
  2. Viral
  3. Digital World
  4. Damnation Flame
  5. Maximize
  6. Strong
  7. PvP
  8. Crystalline
  9. Boom!1
  10. The Catalyst
  11. Re-Vision
  12. Chaos Theory
  13. Amaranthine
  14. The Nexus
  15. Call Out My Name
  16. Archangel
  17. That Song
  18. Drop Dead Cynical

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Nachdem auf der gigantischen LED-Leinwand im Hintergrund eine maskierte Gestalt das Publikum ausdrücklich darum bittet, die Smartphones in den Taschen zu lassen – betritt EPICA das Podium.


Frontfrau Simone Simons eröffnet den Abend mit „Apparition“, gehüllt in einen schwarzen Trauerschleier, der ihr eine fast schon mystische Aura verleiht. Gleich zu Beginn gibt sie eine Kostprobe ihrer Sopranstimme – kristallklar und gleichzeitig kraftvoll – die förmlich über die komplexen Arrangements der Band zu schweben scheint.


Stücke wie „Cross the Divide“, „Apparition“ und „Eye of the Storm“ aus dem neu erschienes Album im Aspiral in 2025 verbinden Symphonic Metal mit progressiver Gitarrenarbeit von Mark Jansen und Isaac Delahaye, deren wuchtige Growls den perfekten Kontrapunkt zu Simons’ Sopran bilden.


Auch ältere Klassiker dürfen nicht fehlen: „Unleashed“ vom Album Design Your Universe (2009) sorgt für nostalgische Momente, während „Cry for the Moon“ vom Debüt The Phantom Agony das Publikum still werden lässt. Simone steht allein auf der hohen Bühne, in einem glitzernden Kleid, und ihre Stimme erfüllt den Saal wie mondbeschienen – einfach magisch.

Mit unbändiger Kraft arbeitet sich die Band durch ihr Set. Ein Titel mitreißender als der vorherige. Das rhythmische Fundament und die präzise Handarbeit verleihen selbst den komplexesten Arrangements eine erstaunliche Wucht.
EPICA beweisen auch an diesem Abend, dass sie zu den ganz großen Namen im modernen Symphonic Metals zählen und liefern einen monumentalen Abschluss des Tourstopps, der die Columbiahalle in tosenden Applaus taucht.

EPICA Setlist

  1. Apparition
  2. Cross the Divide
  3. Martyr of the Free Word
  4. Eye of the Storm
  5. Never Enough
  6. Unleashed
  7. Sirens – Of Blood and Water (with Charlotte Wessels)
  8. Tides of Time
  9. The Grand Saga of Existence
  10. Cry for the Moon
  11. Fight to Survive
  12. The Last Crusade
  13. Beyond the Matrix


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