EKTOMORF: It´s fucking Killer, Man!

Zoltan Farkas über Wut, echte und falsche Revolutionen und schöne Gitarren. Natürlich auch mit foul languagae….

Ein Interview mit Gitarrist und Sänger Zoltan Farkas ist immer eine Freude. Der Mann strotzt geradezu vor Enthusiasmus und Begeisterung für seine Sache, ist immer auskunftsfreudig und freundlich. Und mit dem bisher besten Output Outcast hat er für seine Begeisterung ja schließlich auch ein weiteres schlagkräftiges Argument.
Wer die Band schon einmal live gesehen hat, weiß außerdem um seine Liebe zum englischen F-Word, dass er häufiger benutzt als der Duchschnitts-Ami beim Baseball-Gucken und das für ihn zum Ausdruck seiner ihm eigenen fucking Lebensfreude geworden ist.
Trotzdem ließ ich es mir nicht nehmen, das Gespräch mit einem herzhaften Tritt in ein mittelgroßes Fettnäpfchen zu beginnen, als ich ihn nämlich nach seinem Umzug zurück aus dem Land der vorzeitigen WM-Heimfahrer ins von ihm oft schon kritisierte Ungarn gefragt habe…

Ich bin wegen meiner bisherigen Freundin nach Amsterdam gezogen. Da die Beziehung jetzt beendet ist, ging ich zurück nach Ungarn.

Oh, das tut mir leid. Auch ein wunderbares Thema gleich zu Beginn…

Naja, solche Sachen passieren.

Immerhin hat es den Vorteil, dass du wieder näher bei deinen Band-Kollegen wohnst.

Naja, auch nicht wirklich, da wir auch hier in Ungarn zum Teil mehrere hundert Kilometer auseinander wohnen. Das ist aber auch nicht so schlimm, da wir sowieso nicht regelmäßig proben. Mein Bruder wohnt sogar noch in Deutschland.

Dann lieber Mal was Positives. Euer neues und siebtes Album Outcast ist gerade erschienen. Normalerweise sagt ja die Band immer, dass es ihr bisher bestes Album sei, aber in diesem Fall muss ich sogar zustimmen. Ich denke, dass es euch bei dieser Platte noch besser gelungen ist, den Spirit der Songs einzufangen und direkt auf die CD zu bannen. Es klingt noch direkter.

Danke. Wir hatten kein wirkliches Konzept, als wir mit Tue Madsen (Produzent – der Verf.) ins Studio gingen. Ich hatte die Songs schon geschrieben und einen Art Pre-Production mit einem Drum-Computer auf meinem Labtop gemacht, dann haben wir uns zwei Wochen lang getroffen und geprobt und danach sind wir einfach ins Studio gegangen. Es war alles sehr natürlich. Wir haben zwar noch nie besondere Tricks bei der Produktion angewandt, aber dieses Mal haben wir noch mehr Wert darauf gelegt, wie bei einem Live-Auftritt zu klingen. Nur eine Gitarre, ein Kabel und ein Verstärker, mehr nicht. Der Unterschied zu Instinct ist sicher, dass wir in der Zwischenzeit viel getourt sind und sehr viel Erfahrung sammeln konnten. Wir haben uns entwickelt und spielen besser zusammen. Tue hat das verstanden, er ist eher Fan als Produzent und somit wusste er genau, was wir dieses Mal für einen Sound haben wollten.

Es ist interessant, dass ihr gerade mit Tue Madsen für einen direkten, rauen Sound zusammen arbeiten wolltet, denn er ist ja oft in der Kritik, dass seine Produktionen zu steril klängen…

Seine Produktionsweise ist eigentlich eine sehr simple und damit für uns genau richtig. Er redet einem nicht zu sehr in die Songs rein, auch wenn er immer wieder gute Ideen hat. Als wir ihm unsere neuen Songs vorgespielt haben, konnte ich schon an seinem Gesicht sehen, dass sie ihm wirklich gefallen. Er mag unsere Band einfach und das ist für uns unheimlich wichtig. Nach dieser Produktion würde ich ihn sogar als fünftes Bandmitglied bezeichnen.

EKTOMORF
Zoltans Rückkehr nach Ungarn hat die Band örtlich nicht wirklich nächer gebracht: Naja, auch nicht wirklich, da wir auch hier in Ungarn zum Teil mehrere hundert Kilometer auseinander wohnen. Das ist aber auch nicht so schlimm, da wir sowieso nicht regelmäßig proben. Mein Bruder wohnt sogar noch in Deutschland.

Ihr habt wieder mehr sogenannte Tribal-Elemente und exotische Instrumente verwendet, als auf der letzten Platte – sogar eine Sitar. Hattet ihr nicht etwas Bedenken, dieser Effekt könnte mittlerweile etwas abgenutzt sein?

Ich denke nicht. Ich würde es auch nicht Tribal nennen. Mir persönlich gefällt die Musik aus Indien und auch immer noch die Gypsy-Musik. Nicht so sehr, dass ich es mir jeden Tag anhöre, aber ich spiele es gerne selber. Tue hat schon auf Destroy Sitar für uns gespielt. Ich selber kann nicht wirklich darauf spielen, das ist mir zu kompliziert, da sind einfach zu viele Saiten drauf, aber Tue kann darauf spielen und sie sogar stimmen, was sehr kompliziert ist. Als die meisten Songs fertig waren, hat er einfach noch etwas zwischen oder in den Songs gespielt. Er hatte auch gerade eine brandneue Sitar gekauft. Eine richtige, nicht so eine, wie sie manchmal in Restaurants an der Wand hängt. Ein wunderschönes, großes Instrument. Ich weiß, dass er sie nur für EKTOMORF gekauft hat. Er hat es sogar mittlerweile zugegeben. Wir haben auch noch andere exotische Experimente benutzt, aber nichts davon war geplant. Wir haben es benutzt, weil es in die Songs gepasst hat und wir es benutzen wollten. Auch das Didgeridoo im Intro war eigentlich eine Spielerei, die ich zuhause auf meinem Labtop mal gemacht habe. Ich habe sie Tue vorgespielt und er sagte: Das wird das Intro! Es ist eigentlich erstaunlich, aber den Song Outcast habe ich direkt nach den Aufnahmen zu Instinct geschrieben und als ich ihn das erste Mal in unseren damaligen Proberaum in Österreich mitnahm, hat unser Drummer Jozsef einfach auf einem Didgeridoo dazu gespielt. Ich habe es aufgenommen und jetzt zwei Jahre später haben wir es tatsächlich benutzt.
Bei Ambush in the Night, der Song bei dem wir die Sitar am meisten eingesetzt haben, ist ja bereits das Gitarren-Riff in dieser fernöstlichen Klangfarbe. Tue hat das gehört und eben die Sitar dazu gespielt. Leider können wir es live nicht ganz so umsetzen, sondern nur das Intro mit der Sitar und manche Parts mittendrin werden eingespielt.
Aber wir werden Who can I trust live auch mit Akkustik-Gitarren spielen.

Das ist ja auch ein sehr starker Song. Ein eigentlich typischer EKTOMORF-Song nur eben anders gespielt. Ich war zugegebenermaßen anfangs etwas skeptisch und hatte schon Befürchtungen, ihr macht jetzt eine dieser typischen Balladen…

Als Kind, als ich das erste Mal mit Metal in Berührung kam, wollte ich schon so einen Song machen. Jede Metal-Band hatte damals eine Ballade, aber es gab immer den Punkt, an dem die Gitarren dann doch verzerrt wurden und das Schlagzeug einsetzte. Ich wollte schon immer einen Song ohne diese Wendung machen. Nur mit akustischen Gitarren, aber mit Drums und hartem Gesang. Mir gefällt der Song sehr gut und ich bin sehr gespannt ihn live zu spielen. Normalerweise sind unsere Shows immer sehr energiegeladen und ohne Pausen, ich bin sehr gespannt, wie die Leute reagieren werden.

Das kann ich dir sagen: sie werden mitsingen. Der Song ist perfekt dafür

Ich bin sowieso sehr aufgeregt und gespannt auf die Reaktionen der Leute. Wir haben auch gerade ein Video zum Song Outcast abgedreht und es ist wirklich der Killer geworden. Wir werden aber noch ein zweites Video machen und eigentlich war I choke geplant, aber im Moment überlege ich, ob es nicht Who can I trust werden wird. I choke ist auch ein klasse Song und ich hätte auch schon eine Idee für ein Video, aber Who can I trust könnte auch etwas ganz besonderes werden. Es hat für mich eine filmische Atmosphäre, so in der Art von Gladiator oder so. Mal schauen…

Entscheidet ihr das denn selber oder wird die Plattenfirma nicht noch ein Wörtchen mitreden wollen?

Nein. Nuclear Blast haben uns gesagt, wir können die Songs für die Videos nehmen, die wir für richtig halten. Und das ist auch sehr gut so. Das Outcast-Video hat ihnen schon mal gefallen. Wir haben aber auch keine Riesen-Budgets für die Videos. Dieses Mal haben wir zum ersten Mal mit einer ungarischen Video-Crew zusammen gearbeitet und es war wirklich gut.

Wir werden es ja sehen. Lasse uns etwas über die Texte sprechen. Wovon handelt Ambush in the Night? Ambush bedeut ja, einen Angriff aus dem Hinterhalt…

Im Internet habe ich einen Bericht gefunden, über einen Überfall auf Zigeuner in der Slowakei im Jahr 2000. Viele Zigeuner dort sind arbeitslos und leben unterhalb der Armutsgrenze, ohne fließend Wasser oder Elektrizität. Sie leben in Ghetto-ähnlichen Bezirken, mit dem Lebensstandard von vor 200 Jahren und haben nicht einmal genug zu Essen. In einem dieser Ghettos gab es dann einen Aufstand und es wurden Geschäfte geplündert. In der darauf folgenden Nacht sind dann Regierungstruppen in das Ghetto eingedrungen und haben einen regelrechten Vergeltungsschlag ausgeübt. Sie sind nachts in die Häuser der schlafenden Leute eingedrungen, um sie zu verhaften oder zu verprügeln. Davon handelt dieser Song.

Aufgrund der Erklärung deiner jetzigen Wohnsituation am Anfang dieses Gespräches, muss ich ja nicht fragen wovon Who can I trust (Prayer) handelt…

Ektomorf
Auf Outcast haben EKTOMORF wieder mehr Tribal-Elemente und exotische Instrumente verwendet, als auf der letzten Platte – sogar eine Sitar, die von Produzent Tue Madsen eingespielt wurde.

Das hast du richtig erfasst. Ich habe den Song geschrieben, als ich richtig down und wütend war wegen dieser bestimmten Person. Es gibt nichts Schlimmeres, als jemanden wirklich zu lieben, ihm zu vertrauen und diese Person fällt dir dann in den Rücken. Es ist eben ein trauriger Song, allerdings auch mit einer gehörigen Portion Wut. Aber muss man immer wieder Leuten vertrauen, denn man kann sein Leben nicht ohne Vertrauen führen. Der Song ist eben ein trauriges Gebet, deswegen auch der Zusatz (Prayer) im Titel.

Wut ist sicherlich eine natürliche und gesunde Reaktion in einer solchen Situation. Jeder hat das sicher schon in der ein oder anderen Form erlebt. Wut ist ein starkes Gefühl mit viel Energie und sie kann einen antreiben, weiter zu machen und nicht aufzugeben. Energie hält einen schließlich am Leben…

Das ist absolut richtig. Und genau so ging es mir auch. Selbst wenn Wut nicht nur positive Energie in sich hat, ist es trotzdem viel Energie. Allerdings muss man aufpassen, dass sich die Wut nicht in Hass verwandelt, denn dann wird es nur noch schlimmer.

Wut ist manchmal sicher gesund, Hass ist es sicherlich nie. Ich wundere mich immer, ob Musiker, die solche Songs schreiben, jemals eine Reaktion der Person, die bestimmt weiß, dass es um sie geht, bekommt. So etwa: Wie konntest du das schreiben, du Bastard!

Darüber habe ich noch nicht nachgedacht. Aber ich habe ihn ihr auch nicht vorgespielt (lacht – der Verf.). Ich denke aber, dass diese Leute viel zu fucking ignorant sind, um so etwas zu merken. Außerdem habe ich diese spezielle Person auch für immer aus meinem Leben gestrichen. Ich hasse sie auch nicht. Früher habe ich mehr gehasst und auch mehr Hass in meinen Texten verarbeitet, aber es ist so wie du gesagt hast, Hass ist nicht gesund. Hass bringt einen nicht weiter. Wut treibt mich immer noch an und das ist auch sehr gut und wichtig. Mittlerweile bin ich aber älter und stark genug, so dass mich solche Krisen auch nicht mehr umwerfen können. Mit einem solchen Song entledige ich mich des negativen Teils der Wut und er wird nicht mehr zu Hass. Und auf der Bühne verwandelt sich diese Energie dann in positive Energie und Adrenalin. Das Schreiben hält mich vom Hassen ab.

Obwohl es sicher auch Leute gibt, die es verdienen würden gehasst zu werden…

Das stimmt. Andererseits weiß ich auch, wie es sich anfühlt, grundlos gehasst zu werden. Und das ist really fucking Shit! Letzte Woche war ich auf einem Metal-Konzert hier in Ungarn und ich konnte hören, wie die Leute hinter meinem Rücken über mich reden. Zum einen voller Neid über die Band, zum anderen über uns Zigeuner und das wir besser nicht hier sein sollten. Nach 15 Min. hatte ich die Schnauze voll und bin ich in eine normale Indie-Diskothek gegangen, wo meine Herkunft offenbar keinen gestört hat. Ich will diese ganzen Konfrontationen nicht mehr. Es passiert jedes Mal in der ungarischen Metal-Szene. Deswegen spielen wir hier auch selten.

Das hast du mir beim letzten Mal schon erzählt und ich kann ehrlich gesagt immer noch nicht verstehen, wieso euch die Szene nicht als Aushängeschild nutzt und entsprechend unterstützt.

Es wird sogar schlimmer. Vor kurzem haben wir deswegen sogar einen Auftritt als Special-Guest für eine der bekanntesten ungarischen Rockbands ausgeschlagen.

Trotzdem bist du aber nach Ungarn zurückgegangen…

Oh, ich lebe in einer sehr kleinen Stadt. Hier ist nichts derartiges los.

Du hättest ja auch in ein anderes Land gehen können, zum Beispiel nach Deutschland, wo ja schließlich auch dein Bruder wohnt

Naja, ich werde auch sicher nicht ewig hier bleiben. Wenn ich wieder jemanden treffe und meine Situation sich ändert, kann ich mir vorstellen, wieder woanders zu leben. Im Moment lebe ich aber auch nur von der Musik und könnte es mir gar nicht leisten, woanders zu sein.

EKTOMORF
Selbst wenn Wut nicht nur positive Energie in sich hat, ist es trotzdem viel Energie. Allerdings muss man aufpassen, dass sich die Wut nicht in Hass verwandelt, denn dann wird es nur noch schlimmer.

Es fanden in Ungarn im September und im Oktober 2006, auch im Zusammenhang mit dem 50 Jahrestages des Volks-Aufstandes, Krawalle und Straßenschlachten statt. Ausgelöst wurden die Krawalle durch eine Äußerung des Ministerpräsidenten Gyurcsany, in der er Lügen im Wahlkampf zugab…

Oh Mann, ja. Aber das war nur in Budapest und es handelte sich zum größten Teil um Fußball-Hooligans und ähnliche Fucked-Up-Bullshit-Persons. Da ging es nicht um eine Revolution, denn Revolutionen haben einen Sinn. Man kämpft für Freiheit oder Demokratie. Diesen Leuten ging es aber um fucking gar nichts. Das hatte auch nichts mit den Äußerungen des Ministers zu tun und vor allem nicht mit einem Kampf für Freiheit und Demokratie. Wir haben Demokratie in Ungarn. Diese Leute gehen nur auf die Straße, um mit der Polizei zu kämpfen. Zur Zeit der ersten Krawalle kam ich gerade zurück aus Deutschland und fragte den Taxifahrer am Flughafen, was eigentlich los sei. Er sagte nur, die Fradi (Anhänger der ungarischen Fußballclubs Ferencváros Budapest, dem wegen mangelnder Liquidität die Lizenz für die Spielzeit 06/07 nicht erteilt wurde – der Verf.) würden wieder Ärger machen. Es wurde dann sogar ein Fernsehstudio gestürmt, aber als man die Demonstranten dann ihren Forderungen fragte, haben sie nur gesagt, ihr Club solle wieder in der ersten Liga spielen dürfen. Das ist doch keine Revolution, das ist ein fucking Witz. Zumal die Leute nach den Fernsehbildern natürlich direkt verhaftet wurden. Wie blöd kann man sein…

Ich fand es eigentlich auch merkwürdig, das ein Aufstand losbricht, nachdem ein Politiker der Lüge überführt wird, denn was erwartet man auch von einem Politiker anderes?

Richtig. Das ist es was Politiker tun. Und am Anfang gab es ja auch friedliche Demonstrationen deswegen, in denen gefordert wurde, er solle zurücktreten. Schließlich hat er sich auch erwischen lassen und sein Verhalten kann man auch nicht tolerieren. Aber dann haben die Hooligans ihre Chance gesehen und den berechtigten Protest ins Absurde geführt. Vor allem am Jahrestag des ungarischen Volksaufstandes, denn das war schließlich eine wahre und berechtigte Revolution. Die Sowjet-Armee stand im Land, es gab keine Freiheit und keine Demokratie. Mein Vater hat mir immer erzählt, dass es wirklich schlimme Zeiten waren und die Leute die Leute ihre Chance nur noch in einer Revolution sahen.

Inspirieren dich solche Geschehnisse für deine Texte?

Oh ja. Vielleicht sollte ich mal einen Song über Fake-Revolution schreiben und davon wie weit Ignoranz und Hass die Leute bringen kann. Im Endeffekt schlagen sie nur mit dem eigenen Kopf an die Wand.

Fühlst du dich eigentlich als Ungar? Selbst wenn dir dort nicht alle freundlich gesonnen sind…

Ich bin hier aufgewachsen und fühle mich schon als Ungar, auch wenn ich immer ein gewisses Gefühl von Heimatlosigkeit habe. Meine Familie und meine Freunde sind es, bei denen ich mich zuhause fühle, aber einen Ort, der mir dieses Gefühl gibt, habe ich auch jetzt mit 31 Jahren immer noch nicht gefunden. Ich sage den Leuten, ich bin Ungar und sie sagen ich sei ein fucking Gypsy. Es ist also nicht gerade leicht.

EKTOMORF
Es wird sogar schlimmer. Vor kurzem haben wir deswegen sogar einen Auftritt als Special-Guest für eine der bekanntesten ungarischen Rockbands ausgeschlagen. – in der ungarischen Metal-Szene werden EKTOMORF immer wieder als Zigeuner beschimpft.

Wie steht es da mit der internationalen Metal-Community, wenn es so etwa denn gibt?

Darüber bin ich sehr froh! Teil dieser Musik und dieser Gemeinschaft zu sein ist das Beste, was mir jemals passiert ist. I´m so fucking happy! Die Musik macht mich wirklich glücklich.

Und für die Anderen gilt: Fuel my Fire!

Genau! (lacht – der Verf.)

Auch wenn ich nicht denke, dass der Song musikalisch mit euren eigenen Songs mithalten kann, finde ich, dass der Text perfekt zu euch passt.

Ich bin auch wegen des Textes auf ihn aufmerksam geworden. Es könnte wirklich ein EKTOMORF-Song sein, auch wegen der punkigen Attitüde. Wir haben ihn das erste Mal auf der letzten Deutschland-Tour gespielt und die Leute mochten ihn. Also wir haben wir ihn mit aufs Album genommen und mir gefällt er wirklich gut. Wir werden ihn sicher weiter live spielen.

Diese Tour, die du gerade erwähnt hast, war ja eure erste Headliner-Tour…

Ja, das stimmt. Wir haben in der Hauptsache in Deutschland gespielt und es war fantastisch. Deutschland ist mittlerweile zu einer Art Hauptquartier geworden. Aber wir möchten auch noch weitere Shows in ganz Europa als Headliner spielen und ich hoffe, dass es bald klappt.

Ich habe euch hier in Köln gesehen und es war wirklich fantastisch. Ein voller Club und erstklassige Stimmung.

Ja, das war im Underground. A really fucking cool Show!

Also war die erste Headliner-Tour doch ein Erfolg.

Deswegen wollen wir es ja auch wieder machen. Wir haben letztens in Lindau vor über 400 Leuten gespielt und es war fucking Kiler! Viele junge Kids, alle in EKTOMORF-Shirts, alle sangen die Texte mit. Fucking awesome!

Ich denke, man kann auf der neuen Platte hören, dass die erfolgreiche Tour der Band mehr Selbstbewusstsein gegeben hat.

Das stimmt auf jeden Fall. Die ganzen Jahre des Tourens haben uns stark gemacht. Wir haben uns als Band selber gefunden. Wir wissen, dass es das Leben ist, das wir führen wollen. Ich schaue mir die Leute immer genau an und spreche viel mit den Fans, denn es ist mir sehr wichtig, was sie sagen.

Das nächste Mal kommt ihr dann vielleicht in die Live Music Hall…

Das wäre wirklich ein Traum. Aber wir planen im Moment eine Tour für Februar und März in kleinen und mittleren Clubs und schauen mal, wie es läuft. Ich hoffe auch, dass wir danach vielleicht als Support in die USA gehen können. Und dann kommen auch die Sommer-Festivals. Vielleicht können wir auf dem With Full Force spielen, meinem Lieblingsfestival.

Ich stelle mir die Planung einer solchen Tour als sehr schwierig vor. Es gibt schließlich einige Risiken. Und die Stimmung ist in den kleinen Clubs, die dann eher ausverkauft sind jedenfalls besser, als in einem halb-gefüllten großen Club.

Ich kenne unser Level. Der Club in Lindau war mit 400 Leuten eher von mittlerer Größe und daher richtig für uns. Die großen Hallen würden uns aber ohnehin noch nicht nehmen, also gehen wir dahin, wo wir hin können und hin gehören und haben lieber gute Stimmung, als halb-leere Säale. Aber die Planung ist wirklich schwierig.

Ich habe auf eurer Homepage gelesen, dass es von dir bald eine Signature-Gitarre von Career Guitars geben soll. Hast du also die gute, alte ESP Viper in den Ruhestand geschickt?

Ektomorf
EKTOMORF-Frontmann Zoltan hat inzwischen seine eigene Signature-Gitarre – auf dem Bild ist er noch mit seiner alten Camouflage-V zu sehen.

Das ist wirklich eine tolle Sache für mich und die Band. Diese Company hat uns gefragt und wir waren begeistert. Ich habe die fertige Gitarre noch nicht gesehen, aber die Entwürfe sind fucking Killer! Ich hoffe wir haben sie auf der Tour. Es wird eine sehr preisgünstige, aber trotzdem hochwertige Version dieser Gitarre in den Verkauf gehen, so dass alle, die EKTOMORF und gute Gitarren mögen, sie kaufen können.

Auf den Fotos hast du eine Art Camouflage Flying V in der Hand…

Das ist aber nicht meine, sondern ein schon vorhandenes Modell. Meine wird von der Form her schon wie die ESP Viper aussehen, allerdings mit einer anderen Kopfplatte. Sie wird schneeweiß sein und in der Mitte das EKTOMORF-Logo in Camouflage tragen. It will look really Killer! Sie kommt mit Neck-Through-Body-Bauweise, String-Through-Body, Mahagoni und einem Steg-Pick-Up. Mein Bruder (Csaba Farkas – Bassist) wird einen Bass und Tamas (Schrottner – Gitarrist) auch eine Viper bekommen. Wir haben nur die Viper-Form, denn sie gefällt uns eben am besten. Tamas hat Marihuana-Blätter als Hals-Inlays in seinem Bass, wir anderen werden aber unser Logo als Inlays haben. Ich bin so fucking happy über diese Sache, denn für einen Musiker ist ein Signature-Modell ein wahr gewordener Traum! Bei Career arbeitet ein Typ namens Elias, der auch in der Band Ear-Shot spielt, eine sehr gute Band, mit denen wir schon zusammen gespielt haben. Als die Firma nach einer Metal-Band für eine Zusammenarbeit suchte, hat direkt an uns gedacht. Als er mich angerufen hat, war ich direkt begeistert. Sie werden mir auch noch ein Custom-Modell mit handgemalter Camouflage-Lackierung bauen.

Es ist interessant, dass dein Signature-Modell ähnlich simpel und pur gehalten ist wie das von Chris Olde Wolber von FEAR FACTORY. Wenn man sich da an frühere Zeiten erinnert, zum Beispiel das Steve-Vai-Modell von Ibanez, mit drei Pick-Ups, Tremolo und viel Schick-Schnack, haben sich die Zeiten offenbar geändert.

Die Musik hat sich geändert. Wenn du Musik spielst wie wir oder auch FEAR FACTORY, brauchst du das alles eben nicht mehr. Du brauchst einen wirklich guten Pick-Up, einen Volume-Poti und sehr gutes Holz. Dann noch ein guter Verstärker and it really kicks your fucking ass! Die Gitarre wird übrigens von der gleichen Firma in Korea gebaut, die auch für ESP und Epiphone arbeitet.

Mir sagt ja dieses Prinzip sehr zu und ich denke, auch, je simpler, desto besser.

Ich hatte früher auch Gitarren mit Tremolos, aber nach jeder gerissenen Saite musste man die halbe Gitarre auseinander bauen und komplett neu stimmen. Mit einer normalen Gitarre ist das Wechseln einer Saite in Sekunden erledigt und man kann weiterspielen.

Ähnlich einfach und effektiv wie eure Musik es auch ist…

Genau!

Bilder: Label & Bandhomepage