DUN RINGILL: Interview 2020 mit Bassist Patrik Andersson Winberg

DUN RINGILL: Interview 2020 mit Bassist Patrik Andersson Winberg

Basser Patrik kenne ich nun schon seit 2008. Und obwohl er immer starke Musik abgeliefert hat und wir permanent Kontakt haben, war das immer ne private Freundschaftssache. Wenn man aber ein so starkes Album abliefert wie DUN RINGILL´s Zweitwerk „Library Of Death“, dann muss da mal nachgefragt werden. Nach dem tollen Debüt „Welcome“ und der starken Release-Show in Göteburg hab ich aber eh nichts anderes erwartet als ein großes Album. Und eben das haben die Jungs aus Göteburg abgeliefert. Da reicht es nicht sechs erfahrene Musiker zusammenzupacken, wie Basser Patrik Andersson Winberg (THE ORDER OF ISRAFEL, DOOMDOGS, SOUTHERN FESTIVAL TRAIN), Sänger Tomas Eriksson (DOOMDOGS, INTOXICATE), Drummer Hans Lilja (THE ORDER OF ISRAFEL, LOTUS) und die Gitarristen Patric „Peppe“ Grammann (SOUTHERN FESTIVAL TRAIN, NEON LEON), Tommy Stegemann (SILVERHORSE) und Jens Florén (LOMMI, DARK TRANQUILLITY – Live Gitarrist). Das muss passen und eben das beweisen DUN RINGILL eindrucksvoll mit dem neuen Album.

DUN RINGILL präsentieren mit „Library Of Death“ ein eindrucksvolles Album

Hej Patrik, wir kennen uns seit du mir die ersten Demoaufnahmen von den DOOMDOGS geschickt hattest. Seither hab ich mich über jeden Release von dir und deinen Bands gefreut. Nun steht DUN RINGILL´s neues Baby „Library Of Death“ bereit. Lass mich raten, du freust dich genause über das neue Album und magst es genauso gern wie ich.

Danke für diese netten Worte! Für mich ist es das beste Album, an dem ich jemals beteiligt war. Und ich habe schon viele Alben gemacht… Ich denke, wir haben diesmal alles so zusammengekriegt, wie wir es uns vorgestellt haben.

Keine Frage, du bist stolz auf euer neues Baby, aber du bist auch ein selbstkritischer Musiker. Nervös, was der Rest der Welt vom neuen Album hält?

Natürlich war ich nervös. Andererseits hatte ich das Gefühl, dass wir alles gemacht haben, dass es ein großes Album wird. Wir haben hart gearbeitet am Songwriting und an den Arrangements für das Album. Und dann hatten wir noch einen Produzenten, mit dem es super lief.
Die Reviews sind bisher großartig, im Schnitt gute 7 von 10! Manche Reviewer sprachen sogar vom “Album des Jahres”!

Hier findet ihr unsere Rezension zum Album

DUN RINGILL haben ein Jahr hart gearbeitet an „Library Of Death“

Ihr habt gut ein Jahr an „Library Of Death“ gearbeitet. Was war zuerst da? Die Texte oder das Songgerüst?

Ich habe sechs von sieben Songs für das Album geschrieben und all die Lyrics. Ich schreibe Musik aus der Sicht eines Bassisten. Dann müssen die Gitarristen erstmal die Basslinien verstehen, bevor sie ihre eigenen Gitarrenparts ausarbeiten können. Wenn sie ihre Parts zusammen haben gehen wir in den Proberaum und arrangieren die Songs. Dann machen wir eine Demoaufnahme davon und schauen, ob alles passt.

Ich schreibe eigentlich immer irgendwelche Texte. Und wenn wir einen neuen Song in der Tasche haben setze ich mich hin und schaue, welcher Text dazu passen würde. Klingt ein wenig rückwärts gearbeitet, aber für uns läuft das so am besten. Und es ist sicher mit ein Grund, warum unsere Songs nicht nach dem klassischen “Riff wird Song”-Modus klingen.

Die Texte hast du geschrieben, als du in Norwegen in den Bergen gesessen hast. Was war der Reiz daran? Die Einsamkeit? Die mächtige Natur drumherum? Die düsteren Nächte? Ich kenne ja die Fotos mit Grill und Rotwein am idylischen See. Fast zu schön, um Texte über den Tod und das Böse um und in uns selbst zu schreiben.

Es ist atemberaubend schön in Norwegen, und das gibt mir die innere Ruhe, um an den Texten zu arbeiten. Normalerweise hab ich dafür viel zu viel andere Dinge im Kopf. Die bösen Elemente entstammen meiner Faszination für grausame Dinge und schlimme Sachen, die überall auf der Welt passieren. Aber du hast Recht, die Dunkelheit dort im Winter und auch die Mitternachtssonne im Sommer inspirieren mich. Ich sehe zu gern all das Böse lauern in den Schatten der Wälder und draußen am See…

Texte schreiben geht besonders gut in den Bergen Norwegens

Den Großteil der Songs hast Du auf dem Bass geschrieben. Jens begleitet meist deine Linie, um den Sound fetter zu machen. Tommy und Peppe schaffen es, Leben in die Songs zu bringen, ohne sie kaputt zu spielen, wie es halt Gitarristen so gern machen. Hans hält mit seinem entspannten Drumming alles zusammen. Wie viel Einfluß haben die Jungs auf die Songs? Bist du eher Bandboss oder Teamplayer?

Ich sehe mich selbst als Teamplayer. Manchmal habe ich eine Vision was wichtig ist für den Song. Entsprechend habe ich dann feste Vorstellungen, wie es sein soll. Aber meistens tragen alle ihren Teil bei zum Song und das ergibt den DUN RINGILL-Sound. Alle Mitglieder sind bemüht, das beste für den Song beizusteuern und nicht nur ihr Ego durchzusetzen.

Wie ergeht es Tomas mit den Texten? Übernimmt er sie so von dir oder passt er sie seinem Stil etwas an?

Er nutzt meine Texte, muss halt manchmal das ein oder andere Wort ändern, damit es zur Gesangslinie passt. Wir arbeiten auch zusammen an den Melodielinien. Ich erkläre ihm meine Gedanken, wo die Texte passen und gebe ihm meine Ideen für die Melodieführung. Aber er ist der Typ, der die Magie in die Vocals bringt und er ist großartig!

Wenn man ihn auf CD hört könnte man ja echt Angst vor ihm haben. Dabei ist er ein ganz netter Hippie-Typ. Ist er doch ein wenig irre? Um so zu singen muss man schon seine inneren Dämonen frei lassen.

Ha ha!!! Er ist die netteste Person, die ich kenne! Er ist so weit weg von Bosheit oder Wahnsinn wie es nur geht. Aber er liebt wie ich Horrorfilme!

Serienkiller, eigene Dämonen, netter Sänger

Was sind deine inneren Dämonen? Was bewegt dich dazu, genau diese Musik zu machen?

Das kommt einfach so bei mir. Meistens höre ich nur düstere Musik wie Dark Country, atmosphärischen Black Metal, Folk Musik und melancholische Singer/Songwriter-Musik. Ich bin total fasziniert von Serienkillern und düsteren und gruseligen Folklore-Geschichten. Und ich habe total Angst vor dem Tod. Diese Art Texte zu schreiben ist also durchaus auch eine Therapie für mich.

Woher kommen deine Textideen? Literatur? Filme? Eigene dunkle Fantasien? Du bist kein Black Metaller und hast deshalb Spaß am Tod, im Gegenteil.

Hauptsächtlich aus meinen eigenen Fantasien. Aber es fließen auch Elemente ein von Filmen oder Büchern. Ich schreib die Ideen ins Handy und schau sie mir später an. Manchmal kommen dann gute Texte raus. Ich mache das oft, wenn ich mit dem Bus zu meiner Freundin Marianne nach Norwegen fahre. Ich liebe es, wenn die Wälder und Seen an einem vorbeiziehen und das Gefühl, unterwegs zu sein.

Für Patrik ist DUN RINGILL sein persönliches Baby

Ich kenne dich als freundlichen, partytauglichen, auch mal nachdenklichen und immer korrekten Mann. Klingt es komisch wenn ich sage, dass ich dich in deiner Musik wiederfinde? Siehst du dich als Teil deiner Musik oder eher die Musik als Teil von dir?

Ich reisse mein Herz raus und lege es auf den Tisch mit den Texten und der Musik. Und diesmal sind die Texte noch eine ganze Ecke persönlicher. Es passt irgendwie beides. Ich schreibe und spiele auch andere Musik, aber für mich ist DUN RINGILL mein persönliches Baby.

Sehr seltsam fand ich die Entwicklung von THE ORDER OF ISRAFEL gemeinsam mit Tom (Sutton, NIGHT VIPER, HORISONT, FIREBIRD, CHURCH OF MISERY) zu DUN RINGILL. Eigentlich wollte Tom ja einen Break von einem Jahr machen, um ein wenig um die Welt zu ziehen und ich glaube, er wollte auch nachhause nach Australien. Ein ungünstiger Zeitpunkt, wo es doch gerade wirklich gut lief nach dem Release von „Wisdom“ und der Tour mit PENTAGRAM.

Wir hatten fünf Europatourneen hinter uns und viele Festivalauftritte. Der Break kam wie ein Schock für Hans und mich. Wir waren echt nicht begeistert darüber. Es war geplant für ein bis eineinhalb Jahre, und nun sind wir nach dreieinhalb Jahren immer noch in der “Pause”…

Der Break von THE ORDER OF ISRAFEL war ein Schock

Du wolltest den Break nicht abwarten, hast mit Tomas und Hans eine neue Band gegründet. Die mehr Folkelemente haben sollte. Ihr seid z.B. große JETHRO TULL-Fans und habt euch nach deren Song „Dun Ringill“ benannt. Auch immer der Auftakt bei euren Shows.

Genau, ich wollte nicht darauf warten, bis es mit THE ORDER OF ISRAFEL weiter geht. Ich spürte, dass ich einen Haufen guter Songs in mir habe. Tomas und ich hatten direkt nach meinem Ausstieg bei den DOOMDOGS abgemacht, dass wir nochmal was zusammen machen werden. Dafür hat dann der Break bei THE ORDER OF ISRAFEL gesorgt.

Als ich DUN RINGILL´s „Welcome“ zum ersten mal gehört habe war ich überrascht, wie viel THE ORDER OF ISRAFEL da drin steckt. Du hast mit Hans den Sound von TOOI offensichtlich sehr geprägt. Tom ist beschäftigt, was Staffan aktuell macht weiss ich nicht. Aber wirklich beendet habt ihr die Band nicht. Denkst du ihr werdet irgendwann nochmal was machen? Eigentlich seid ihr beide ja mit DUN RINGILL sehr gut beschäftigt und die Bands nicht so weit auseinander.

Um ehrlich zu sein, ich kann es dir nicht sagen. Das liegt einzig an Tom…

Es gibt noch mehr Projekte – typisch Schwedische Musiker halt…

Bleibt dir und Peppe noch Zeit, nebenbei eure Southern Rock-Band SOUTHERN FESTIVAL TRAIN zu machen?

SOUTHERN TRAIN FESTIVAL ist tot und beerdigt. Aber wir spielen jetzt mit einigen Freunden in einer Rock`n´Roll-Band und haben bereits acht Lieder am Start. Peppe hilft mir auch bei meinem Soloprojekt MIRROR OF MY SOUL. Das Projekt ist im Dark Country-Style, Tobbe von KAMCHATKA sitzt an den Drums. Es wird verschiedene Sänger geben, aber die bleiben noch ein Geheimnis.

Aber reden wir wieder über DUN RINGILL. Ihr habt die auf „Welcome“ eingebauten Folkparts ausgeweitet, sie sind nun ein tragendes Element im Bandsound.

Als Tomas und ich beschlossen, DUN RINGILL zu gründen, da war es geplant als “Thrash trifft Folk Music trifft Doom”-Projekt. Als wir anfingen, Songs zu schreiben, fiel der Thrash irgendwie raus und wir endeten bei Doom meets Folk. Also ja, es ist unser Traum und unsere Vision scheint wahr zu werden.

Obwohl euer Sound so doomig und heavy klingt, haben die Songs einen unfassbaren Groove. Durch die Folk-Tunes möchte man sich bewegen und mit den Walküren tanzen. War das euer Ziel?

Wir wollen die Musik so heavy wie möglich machen, aber mit netten Harmonien und Melodien. Und das ist halt bei rausgekommen.

Live werden die Folk-Elemente zur Herausforderung

Matti Norlin, ein Folk/Blues-Musiker, bringt viel Leben in die Songs. Er spielt Nyckelharpa, Hurdy Gurdy, eine traurig singende Violine und später Cello. Ein wichtiges Element in eurem Sound, um dieses magische Feeling und die traditionellen Folk-Vibes rüberzubringen. Wie macht ihr das auf der Bühne? Werdet ihr Samples benutzen?

Wir werden die Intros und Outros vom Album nehmen. Und wir versuchen, die Melodien der Flöte und der Keyboards als Gitarrensolo einzuflechten. Tommy hatte bereits die große Herausforderung, das Hammond-Solo von “The Demon Within” vom Debütalbum live zu spielen. Und er hat das super hingekriegt.

Wie habt ihr aufgenommen? Mit fertigen Songs oder nur mit dem Fundament und das wurde im Studio ausgearbeitet?

Wir arbeiten die Songs erstmal im Proberaum aus und nehmen sie dann auf. Dann setzen wir uns hin, hören uns die Aufnahmen an und entscheiden über das richtige Tempo, notwendige Änderungen in den Songs. Danach proben wir die Songs so ein bis wir das Album aufnehmen.

“The Library Of Death” fordert die volle Aufmerksamkeit

Denkst du, viele Leute werden sich das Album unter dem Kopfhörer anhören? Man findet viele tolle Feinheiten erst, wenn man genau hinhört statt es oberflächlich nebenher laufen zu lassen.

Das hoffe ich sehr! Es ist ein Album, dass die volle Aufmerksamkeit des Zuhörers fordert. Man sollte es unterm Kopfhörer oder mit guten Lautsprechern hören. Wenn man das macht, dann öffnet sich die Tür von “The Library Of Death” und sie wird sich nie wieder schießen. Wie wenn man ein Album anhört von JETHRO TULL, TOOL, GENESIS usw.

„My Funeral Song“ ist sehr düster. Niemand möchte gehen, niemand möchte sterben. Aber der Song hat eine eigene Geschichte.

Dies ist ein besonderer Song, da er eine wahre Geschichte beinhaltet. Ein Freund von mir hatte eine Freundin und sie hatte über Facebook geschrieben, dass sie Krebs hat. Sie hat ihre Freunde gefragt, welche Songs auf ihrer Beerdigung gespielt werden sollen. Aber das ganze stellte sich als große Lüge raus! Sie hatte gar keinen Krebs, sie wollte nur die Aufmerksamkeit der Leute! Mein Freund hat sich von ihr getrennt und sein ok gegeben, dass ich das für meinen Text nutzen darf.

Die Spoken Words und die traurig singende Violine jagen mir immer Gänsehaut über den Rücken. Was war dein erstes Gefühl, als du die endgültige Version zum ersten Mal gehört hast?

Ich hatte Tränen in den Augen und fette Gänsehaut überall! Es klingt noch viel besser, als ich es mir erhofft hatte. Matti ist ein Magier!

„Dance Of The Necromancer“ lässt mich schmunzeln. Drummer Hans hat ein paar Trompetenstöße in den düsteren Sound gepackt. Auch cool ist das Hej Richtung JETHRO TULL, die wild gespielte Flöte von Philip tanzt im typischen IAN ANDERSON-Style.

Die Trompete war Hans Idee und es kommt echt gut! Philip hat ein tolles theatrales Flötensolo hingelegt.

Auch Vollblutmusiker haben irdische Wünsche

Auch „Well Of Desire“ lädt zum Tanzen ein! Was wäre dein größter Wunsch, wenn du vor diesem Brunnen stehst? Welchen Preis musst du dafür zahlen? Wartet dort ein Nöck darauf, sich deine Seele zu holen?

Mein Wunsch wäre, dass dieser Covid-Mist verschwindet. Und das sich alle Menschen mit Liebe und Respekt begegnen, auch dass Geld unwichtig wird. Ich hasse Geld! Es ist letztendlich der Ausschlaggeber für all das Böse in der Welt. Der Preis, den ich zu zahlen hätte, wäre es wert, wenn all dies in Erfüllung geht.

Nun, deine Seele brauchst du eh nicht mehr, du bist tot! Erschossen im brutalen Video zu „NBK“. Ein wirklich schneller Song passend zum Titel „Natural Born Killer“. Eine Abwechslung in dem düsteren und langsamen Sound des Albums. Klingt wie von den Gitarristen geschrieben, damit sie mal richtig Gas geben können mit energischem Rock´n´Roll-Drive.

Auch “NBK” wurde auf dem Bass geschrieben und es sollte ein knackiger Warm up-Song für die Bandprobe sein. Aber er kam so cool, dass wir ihn mit aufnehmen wollten. Hendrik, der das Video gemacht hat, sollte entscheiden, welcher Song das erste Video wird. Und er hat sofort gesagt “NBK”! So hatte er freie Hand mit dem Video, und offensichtlich war es sein Ziel, uns alle umzubringen… 😉

Aber du hast solche Songs ja vorher schon gemacht. Mir fällt da THE ORDER OF ISRAFELs „On Black Wings, A Demon“ ein. Immer ein willkommener Tritt in den Hintern bei den Shows.

Ich liebe es, schnellere Songs in ein Doom-Set zu packen. Das weckt die Leute wieder auf!

„Reverend Of Many Faces“ hörte ich das erste Mal live bei der Release-Show für „Welcome“. Ein cooler böser Song mit einem gespenstischen Groove. Live ein Monster, hier auf dem Album großes Kino. Der Showdown mit dem dramatischen Opern-Gesang, deine bezaubernde Tochter Mathilda steigt mit Kirchenchor-Klängen ein, du schiebst ein paar mystische Flüstereien dazu. Der Showdown wird immer größer, mächtiger und immer bedrohlicher, sorgt für Gänsehaut.

Danke! Es fühlt sich an wie ein Meisterstück. Der Schlußpart ist so cool und groß, ich liebe es! Per Wibergs Kirchenorgel verbreitet geradezu Magie!

Patrik ist total zufrieden mit „Library Of Death“

Was würdest Du jetzt, wo es zu spät ist, noch ändern an „Library Of Death“?

Um ehrlich zu sein: Nichts! Ich bin total zufrieden!

Es wird keine echte Releaseshow geben. Echte Konzerte wird es wohl auch bei euch nicht so bald geben. Genau jetzt würdet ihr mit PENTAGRAM auf Tour sein, was natürlich nicht stattfindet. Wie steht es mit der Idee, eine Show im Internet zu streamen? War da nicht was geplant zum Release der Vinyversion von „Library Of Death“? Ich habe mir die sehr hübsche LP bestellt in „human bone“ color!

Wir werden am 19. September eine Show streamen, um den Release des Vinyls zu feiern. Der musste auf Ende August verschoben werden, wegen dem bescheuerten Virus. Natürlich musste die Platte in der Farbe “Human Bones” sein, schließlich ist ihr Name “Library of Death”!

Hier geht es zur Online-Releaseparty von DUN RINGILL

Mona mit All-Noir macht einen tollen Promo-Job. Ihr präsentiert euch über News und Posts über Facebook und Co. Denkst du, man kann ein Album promoten, ohne den üblichen Touren und Konzerte? Aktuell sitzen die Leute zuhause und schauen Shows als Stream. Aber man spürt den Sound nicht, riecht nicht den Schweiß des Bassisten… Es ist einfach nicht das Gleiche.

Es läuft super mit der Promotion über die sozialen Medien. Aber nichts kann das Gefühl ersetzen, eine Band live vor sich auf der Bühne zu sehen. Und ich weiß, dass wir eine gute Liveband sind. Wir sind bereit, auf Tour zu gehen und den Leuten live zu zeigen, was wir können. Unseren Fans und auch den neuen Leuten.

DUN RINGILL möchten das neue Album gern live präsentieren

Auch wenn das Thema Tod das Album durchzieht, es hält uns letztendlich nur einen Spiegel vor. Die Realität sieht aktuell leider nicht besser aus. Im Frühling haben wir ja mit anderen Doom-Freunden bereits über die Corona-Lage gesprochen. Wie sieht es aktuell bei euch aus?

Es wird besser und weniger in Schweden, aber ich habe Angst vor dem Herbst und Winter…

Was werdet ihr alle nun machen? Keine Shows, keine Tour. Habt ihr Pläne mit euren anderen Bands? Wartet ihr erstmal ab, wie es mit DUN RINGILL weiter geht?

Wir wollen das Album so gut wie möglich promoten, einige kleinere Shows Ende des Jahres spielen. Eine Europa-Tour ist für Anfang Januar geplant und vielleicht eine Supporttour für PENTAGRAM im Sommer, die ja dieses Jahr ausgefallen ist dank Covid. Wir werden Ende des Jahres auch beginnen, Songs für das dritte Album zu schreiben. Jens nimmt das dritte Album mit LOMMI auf, eine starke Band übrigens! Tomas arbeitet mit INTOXICATE.

Noch ein paar letzte Worte für die deutschen Doom-Freaks?

Bitte kauft das Album, auf Vinyl oder CD. Setzt euch hin, gern mit dem Kopfhörer, noch besser mit einer guten Stereoanlage richtig laaaaut. Schaut euch das tolle Cover von Art By Hank genau an und taucht ein in die Welt von DUN RINGILL. Lasst uns hoffen, dass wir uns bald irgendwo zu einer Show treffen, eine Doom-Party feiern können und Bier zusammen trinken.

Dann hoffen wir mal, dass viele Leute die Klasse von „Library Of Death“ erkennen und euch genauso feiern wie ich. Sag hej zu den Jungs, der Pizzaofen ist fertig, ihr könnt dann vorbei kommen.

Danke! Das mache ich. Kann es kaum erwarten eure Pizza eines Tages zu probieren! Cheers!

Fotos: Dun Ringill

Frank Hellweg
Frank (“WOSFrank”) ist seit 2002 bei vampster und alt genug, um all die spannenden Bands live gesehen zu haben, als die selber noch jung und wild waren! Er kümmert sich um Reviews, News und andere Artikel sowie um interne Hintergrundarbeit. Lieblingsbands: TROUBLE, CANDLEMASS, BLACK SABBATH, SWALLOW THE SUN. Genres: Doom, Stoner, Classic/Retro/Hard Rock, US/Power Metal, Southern/Blues Rock, Psychedelic/Progressive Rock, Singer/Songwriter.