DOOM SHALL RISE IV: Das Festival-Special – Teil 1

DOOM SHALL RISE IV: Das Festival-Special – Teil 1

Am 31. März und 01. April 2006 findet zum vierten Mal das DOOM SHALL RISE-Festival statt, bereits zum dritten Mal in der ehemaligen Kapelle der amerikansichen Streitkräfte auf dem Stauferparkgelände in Göppingen. Und erneut dürfen wir von vampster das Festival präsentieren und euch einmal mehr alle Bands des Festivals in einem Special-Feature näher bringen. Nachdem wir im letzten Jahr die Präsentation in Form einer Vorstellung der Subgenres durchgeführt haben, wollten wir dieses Jahr die Veranstalter des Festivals selbst zu Wort kommen lassen. So haben wir die offiziellen Biografien um Statements von Frank Hellweg und Jochen Fopp ergänzt, in denen uns die beiden näher bringen, wie es zur Buchung der Bands kam und welche persönlichen Eindrücke die beiden mit den Bands verbinden.


AGAINST NATURE

Offizielle Bandbiografie:

Freunde seit ihrer Kindheit, waren die Mitglieder von AGAINST NATURE einst bekannt als die aus Baltimore stammende Doom-Metal-Band REVELATION.

Nach 13-jähriger Abwesenheit und John Brenners Rückzug aus der Musik 1993, formierten (oder „reformierten“) sich AGAINST NATURE im Juni 2004. Die Band hat zwei CDs mit neuem Material aufgenommen – „Appease“ und „Panoply“ -, welche die ursprüngliche musikalische und künstlerische Richtung weiter verfolgen. Das Live-Debüt absolvierte man am 09. Juli 2005 beim „Templars of Doom Festival“.

Als REVELATION begann man 1986 die eigene Vision als Band zu entwickeln. Bestehend aus John Brenner (Gitarre, Gesang), Andy Kremer (Bass) und Steve Branagan (Drums), veröffentlichte man im Januar 1987 das Demo „Face Reality“. Kurz darauf verließ Andy die Band und John übernahm temporär den Bass für die Aufnahmen. Der Sound von REVELATION nahm mehr und mehr Form an und im Sommer und Winter 1987 wurden die Demos „Terminal Destiny“ und „Images of Darkness“ veröffentlicht.

Die Demos kamen im Underground gut an, hauptsächlich aufgrund von Reviews und Interviews in diversen Fanzines weltweit. Im Februar 1988 stieg Bert Hall Jr. ein, der Anfang der 80er bereits mit John in verschiedenen Bands spielte. Er übernahm den Bass und komplettierte somit das Line-Up.

Danach nahmen REVELATION ihr viertes Demo „The Illusion of Progress“ auf, auf dem sie einen progressiven, RUSH-beeinflussten Aspekt in ihren Stil aufnahmen und damit das Interesse der Labels weckten.

REVELATION erschienen mit dem Song „Blessed Realm“ auf dem Doom Metal-Sampler „Dark Passages“, was zu einem Deal mit Rise Above Records führte, dem Label von Lee Dorian (CATHEDRAL, Ex-NAPALM DEATH).

„Salvations Answer“, das Debütalbum, wurde 1990 aufgenommen und Anfang 1991 über Rise Above veröffentlicht. „Salvations Answer“ erhielt hervorragende Kritiken, sowohl in Magazinen als auch von den Metal-Fans. Anstatt tatenlos herumzusitzen, nahm die Band ihr fünftes Demo „The Unbearable Vision“ auf. Das Demo wurde komplett ausverkauft und erhielt enorme Fanzine-Resonanz.

Die Bandhistory macht es deutlich: AGAINST NATURE kann man von REVELATION nicht so recht trennen. „Richtig, bei AGAINST NATURE handelt es sich um die REVELATION-Gründer John Brenner und Steve Branaghan, sowie Bert Hall Jr., der auch mal eine zeitlang in der Band war“, bestätigt Jochen Fopp.REVELATION gibt es noch und in Zukunft wird auch etwas Neues erscheinen, aber sie waren bereits beim DSR 1 zu Gast. Mastermind John Brenner hatte sich mehr als zehn Jahre komplett aus der Musikszene zurückgezogen und es war schön zu sehen, dass er es mit AGAINST NATURE und den alten Kollegen nochmal wissen möchte. Er meinte auch, dass REVELATION jetzt Dennis Cornelius‘ Baby wäre, daher der neue Name, Das bisherige Material hat uns gut gefallen und ich finde es auch interessant, dass es mit AGAINST NATURE eine Band gibt, die in punkto Aufnahmen, Vermarktung und Vertrieb wirklich alles komplett in die eigenen Hände nimmt und in kurzer Zeit schon zwei feine Alben veröffentlicht hat. Diese Alben kann man über die Bandwebseiteherunterladen und selbst entscheiden, wie viel man der Band dafür bezahlen möchte.“ Frank Hellweg geht noch etwas mehr auf die Unterschiede zwischen der usprünglichen und der jetzigen Band ein: „Ich denke nicht, dass man beide Bands noch vergleichen kann. Sicher, man erkennt schnell den gleichen Background auf den ersten beiden REVELATION-Scheiben und bei AGAINST NATURE. Aber Dennis Cornelius (PLACE OF SKULLS, OVERSOUL) hat REVELATION mit seinen Vocals und seinem ganz eigenen Gitarrenspiel seinen Stempel aufgedrückt. AGAINST NATURE gehen ihren eigenen tollen Weg. Wir hätten gern noch ein paar Zusatzgigs mit den Herren gespielt, aber wie bei uns ja üblich war das nicht drin, da ist unser Sänger zeitgleich in den USA. Entsprechend der netten Mails wäre das sicher eine tolle Tour geworden.

AGAINST NATURE
Discografie:

2004 – Appease

2005 – Panoply

Soundsamples:

Bolt

Blanc Hand Society

Panopoly (komplettes Album)

Line-Up:

Bert Hall

John Brenner

Steve Branagan

Homepage:

http://www.againstnatrue.us


AHAB

Offizielle Bandbiografie:

Die Odyssee des Schiffes namens „Pequod“ – und somit auch die AHABs – beginnt mit bösem Omen, als ein Verrückter allen den Tod weissagt, die auf dem Walfänger aus Nantucket anheuern. Keiner der Matrosen ahnt, dass mit dem besessenen Kapitän Ahab und dem unter Deck versteckten Harpunier Fedallah das Verderben aller mit ausläuft. Erst auf hoher See ringt Ahab seinen Matrosen das Versprechen ab, den verhassten Leviathan Moby Dick, der den alten Seewolf an Leib und Seele verstümmelt hat, auf Gedeih und Verderb zu Tode zu hetzen. Von des Kapitäns Wahnwitz beseelt, schwören sie und besiegeln den Schwur mit einem wirren Ritual: Das Unheil nimmt seinen Lauf – Ahab stürzt seine Mannen jäh ins Verderben.

Die Geschichte wurde oft erzählt, verfilmt und gelesen – doch noch niemand hat sie in derart finsteres Ambiente gepackt wiedergegeben wie die drei Musiker der deutschen Funeral Doom-Band AHAB. Auf ihrer ersten EP – „The Oath“ betitelt – interpretieren sie die „sinistre Zeremonie“ des Schwurs („Ahab’s Oath“) auf eine Weise, dass man beim Hören geradezu das ungute Gefühl hat, selbst teilzuhaben, und sich prompt ein höchst unerfreulicher Druck in der Magengegend einstellt. Langsam, ganz langsam, aber mit ungestümer Gewalt, zerren die schleppenden Klänge an den Nerven. Bewusst nutzt Daniel D. seine schiere Stimmgewalt, um den Worten Nachdruck zu verleihen. Nicht nur seine unterirdisch tiefen Growls, sondern auch seine markanten Choreinlagen („The Hunt“) prägen die tristen musikalischen Szenerien, die durch die tiefdröhnenden, massiv verzerrten Gitarren ein ums andere Mal wieder zermalmt werden.

„Whale ahead!“ – „Wal – da bläst er!“, brüllt es aus den Lautsprechern, und los geht die zähe Hatz!

Ahab - Das Doom Shall Rise Special

Mit AHAB hat man als zuletzt gebuchte Band erneut einen reinrassigen Vertreter in Sachen Funeral-Doom in das Programm geholt und macht so das Programm auch wieder für Freunde der härteren Gangart attraktiv. „In Sachen Death und Funeral Doom sind Frank und ich ja nicht so die Experten, das geben wir offen zu. Trotzdem gehören immer auch einige Bands der extremeren Sorte zum Doom Shall Rise, denn die Abwechslung und Vielfalt ist uns wichtig“, erklärt Jochen die Entscheidung für AHAB. „Die AHAB-Leute waren die letzten Jahre auch als Besucher zugegen und haben letztes Jahr Werbung in eigener Sache gemacht und so sind auch wir auf sie aufmerksam geworden. Zudem ist Funeral Doom aus Deutschland auch eher eine seltene Erscheinung.“ Überraschen dürfte einige Leute bei diesen Klängen sicherlich, was zwei der AHAB-Mitglieder musikalisch sonst noch so treiben: Christian Hector und Daniel Droste stellen die Gitarrenfraktion der norwegisch-deutschen Folk Metaller MIDNATTSOL.

AHAB
Discografie:

2005 – The Oath

Soundsamples:

The Stream

Line-Up:

Stephan Adolph – Bass, Guitars, Voice

Daniel Droste – Voice, Guitars, Keyboards

Chris R. Hector – Guitars

Homepage:

http://www.ahab-doom.de


BEEHOOVER

Offizielle Bandbiografie:

2002 Gründung BEEHOOVER von Ingmar Petersen (Bass) und Claus-Peter Hamisch (Drums)

2002-2004 Suche nach geeigneten Musikern

2004 Erstes Demo mit Franz Neumann (Gesang). Umorientierung zum Duo mit Ingmar Petersen (Bass, Gesang) und Claus-Peter Hamisch (Drums, Vocals)

2005 EP „A Mirror is a Window´s End“, erster Auftritt in Berlin

2006 bestätigt: Aufnahmen für neue CD, Teilnahme am vierten Doom Shall Rise Festival

Beehoover - Das Doom Shall Rise Special

BEEHOOVER erscheinen relativ plötzlich, aber doch einschlägig in der Szene, zumal man sich bei der unbedarften Annhäherung an „A Mirror is a Window´s End“ auch schwer tut, die Band sofort in das Doom-Genre einzuordnen. Dennoch konnten Ingmar und Claus-Peter die Doom Shall Rise-Organisatoren von sich überzeugen, was Jochen nochmal unterstreicht: „Die Duo-Besetzung ist schon mal an sich etwas Außergewöhnliches und das Konzept geht, wie ich finde, sehr gut auf. Und obwohl ich anfänglich skeptisch war – Gitarren vermisst man hier überhaupt nicht. Mailkontakt bestand schon seit Längerem und da wir mittlerweile in derselben Stadt wohnen, gab es auch schon einige feuchtfröhliche Abende. Das bisher veröffentlichte Material ist sicherlich kein linientreuer Old School Doom, BEEHOOVER gehen da einen eigenen Weg. Recht lange Songs und auch mit einem eher progressiven, bisweilen psychedelischen Einschlag. Das neue Material soll aber um einiges heavier klingen und ich bin schon gespannt, wie das live wird. Mein Fave ist bislang ‚Pioneer‘ von der ‚A Mirror is a Window´s End‘-MCD.“

BEEHOOVER
Discografie:

2004 – Demo

2005 – A Mirror is a Window´s End

Soundsamples:

A Mirror is a Window´s End (komplette EP)

Line-Up:

Ingmar Petersen – Bass, Gesang

Claus-Peter Hamisch – Drums, Vocals

Homepage:

http://www.beehoover.com


DANTESCO

DANTESCO ist eine Epic Metal-Band aus Puerto Rico mit vielen Doom-Einflüssen, die vor zwei Jahren von zwei Musiker-Veteranen der Insel gegründet wurde. Das Line-Up besteht aus Erico La Bestia (Gesang), Daniel Ortiz (Lead/Akustik-Gitarre), Ramon de Jesus (Bass, Klassische Gitarre), Joel Carrasquillo (Lead Gitarre) und Diablo (Drums). Alle Musiker kommen aus unterschiedlichen musikalischen Projekten und sind seit ihrer Kindheit befreundet. Die Gitarren-Fraktion der Band war Teil verschiedener Metal-Bands, wie INFAMIA, INNER HATE und anderen. Erico war in den 80ern Sänger der Band POWER LORD und hat eine Ronnie James Dio-Tribute-Band namens THE NEON KNIGHTS. Diablo ist seit einigen Jahren Studio- und Session-Drummer.

Die Einflüsse der Band stammen von unterschiedlichen Bands wie CANDLEMASS, MERCYFUL FATE, HELSTAR, MEMENTO MORI,WARLORD, DIOoder SORCERER – alles Faves aller Bandmitglieder – oder einigen anderen Projekten wie CLOVEN HOOF, URIAH HEEP,ULI JON ROTH, RAINBOW, MSG, aus der Klassik und Oper, von Flamenco-Künstlern, spanischen Sängern oder Gitarren-Songwritern, sowie von Schriftstellern wie Dostoevsky, Dante, Milton oder Poe.

2004 reiste die Band durch Mittelamerika als Teil einer zwölftägigen Festivaltour namens „El Diablo Fest“ und war Opener für JUDAS PRIEST in San Juan Puerto Rico, wobei sie von der Presse nur die besten Reviews erhielten.

Derzeit arbeitet die Band an Material für ihr nächstes Album und spielt weiterhin Shows. Für „De la Mano de la Muerte“, das erste Album, erhielt die Band weltweit großartige Reviews von Webzines und Mags.

Dantesco - Das Doom Shall Rise Special

Auch DANTESCO gehören zu den Bands, die in der letzten Zeit qausi von jetzt auf nachher zur Kultband erkoren wurde, ohne dass wirklich viele Leute den Sound der Truppe kennen. DANTESCO wird etwas Besonderes und ich freu mich sehr, dass sie den weiten Weg auf sich nehmen“, bekräftigt Jochen diesen Eindruck. „Ich hab schon Fotos von Liveauftritten gesehen und da kommt was auf uns zu! Nach Malta und Chile kommt nun eine Band aus Puerto Rico, was hierzulande auch nicht wirklich mit Metal, geschweige denn Doom in Verbindung gebracht wird. Ich habe vor Längerem mal ein Demo von ihnen bekommen und war gleich hin und weg. Epischer, energiegeladener doomiger Metal mit spanischen Texten ist auf alle Fälle etwas, was man nicht gerade täglich hört und Sänger Erico ist auch ne Klasse für sich, ein ausgebildeter Opernsänger und so was wie die lateinamerikanische Antwort auf Messiah Marcolin.“ Neben dem Doom Shall Rise wird man DANTESCO dieses Jahr auch auf dem Keep it True zu sehen bekommen. „Wir haben das mit dem Keep it True abgesprochen. Freut uns, dass DANTESCO noch weitere Gigs spielen können, wir pochen da nicht auf Exklusivität und haben aus Zeitgründen selbst leider nicht die Möglichkeit, für die Doom Shall Rise Bands noch weitere Gigs zu organisieren. Am meisten freu ich mich auf den Song ‚Dantesco'“.

DANTESCO
Discografie:

2005 – De la Mano de la Muerte

Line-Up:

Erico La Bestia – Gesang

Daniel Ortiz – Lead/Akustik-Gitarre

Ramon de Jesus – Bass, Klassische Gitarre

Joel Carrasquillo – Lead Gitarre

Diablo – Drums

Homepage:

http://www.metalhordes.com/godless/dantesco_welcome.html


DAWN OF WINTER


Eine ausführliche Biografie findet ihr in unserer SACRED STEEL-Bio.

Eckdaten gibt es in unserem letzten DAWN OF WINTERDoom Shall Rise Special von 2002.

Dawn of Winter - Das Doom Shall Rise Special

Viele Worte muss man über DAWN OF WINTER wahrlich nicht mehr verlieren.DAWN OF WINTER sind alte Weggefährten und ganz klar eine deutsche Institution in Sachen Doom Metal. Würde mir wünschen, dass sie öfters mal etwas veröffentlichen oder auftreten, aber mal sehen, was die Zukunft bringt.“ – kein Wunder also, dass die Band bereits zum zweiten Mal Gast beim DOOM SHALL RISE ist – für Fans der Band fast schon eine einmalige Gelegenheit. „Da wir sie eh mal wieder einladen wollten, sie bei Zeiten angefragt hatten und ein neues Album in den Startlöchern haben, war die Sache klar. Neue Songs hab ich bislang noch nicht zu Ohren bekommen, aber ich hab da volles Vertrauen. Live will ich auf alle Fälle ‚Fallen Empire‘ hören und bin sehr auf das neue Material gespannt.“

DAWN OF WINTER
Discografie:

1991 – Perfect Solitude Demo

1991 – Path of the Worm Demo

1993 – Celebrate the Agony MCD

1996 – In Servitude to Destiny Demo

1998 – In the Valley of Tears

2001 – Slow is the Suffering MLP

Line-Up:

Gerrit P. Mutz – Vocals

Jörg M. Knittel – Guitars

Joachim Schmalzried – Bass

Dennis Schediwy – Drums

Homepage:

http://www.dawnofwinter.de/


SOLITUDE AETURNUS

Offizielle Bandbiografie:

Im Frühjahr 1987 gegründet, schaffen es SOLITUDE AETURNUS bis zum heutigen Tag die Seelen dem Doom Metal zu unterwerfen. Aus einem düsteren Verlangen heraus, treibt die Band die Power des schweren, brodelnden und stampfenden Höllen-Metals immer weiter.

Die Bandgeschichte begann, als die schwarze Seele, John Perez, aus seiner früheren Thrash-Metal-Band ROTTING CORPSE Anfang 1987 ausstieg. Perez, zu diesem Zeitpunkt bereits ein Metal-Veteran, war der Limitierung des Thrashs müde und sah den Pfad der Gerechten in allem Schweren. Bereits schon lange Anhänger der heftigen SABBATH-Sounds der Bands der frühen 80er wie WITCHFINDER GENERAL, SAINT VITUS, BLACK HOLE, NEMESIS und anderen, war für Perez klar, dass nun die Zeit gekommen ist, den Schritt in Richtung dieser Kunstform names Doom Metal zu machen. Perez scharte in den nächsten Jahren eine Gruppe von Musikern um sich, namentlich Brad Kane – Drums (ein Bay Area-Thrash-Metal-Bruder der frühen 80er), Kris Gabehardt – Gesang (der davor bei den Death Metallern DEATH TRIPPER spielte), Tom Martinez – Gitarre und Chris Hardin – Bass. Nachdem man bis Dezember 1987 Songs schrieb und probte, enterte die Band im Januar 1988 das Studio, um das legendäre 5-Song-Demo „Justice for All“ einzuspielen. Dabei sollte erwähnt werden, dass der Titel des Demos bereits 7 Monate vor der Veröffentlichung des gleichnamigen METALLICA-Albums stand. Ebenfalls interessant ist, dass der Bandname zu diesem Zeitpunkt noch SOLITUDE lautete. Erst zwei Jahre später wurde die Band zum Namenswechsel gezwungen.

Nach der Veröffentlichung des Demos folgten verschiedene Gigs in der Umgebung. Die Resonanz war eher lauwarm, da niemand in der Gegend wusste, was man von einer Band halten soll, die ultra heavy, langsam und mit Melodie spielte. Ende 1988 kam es zu ersten Veränderungen in der Band. Ohne zu sehr ins Detail gehen zu wollen, etablierte sich das Line-Up Perez – natürlich nach wie vor an der Gitarre, Edgar Rivera – Gitarre, Robert Lowe – Gesang, Lyle Steadham – Bass and John “Wolf” Covington am Schlagzeug. Dieses Line-Up sollte die nächsten 7 Jahre Bestand haben – bis 1996. Besonders interessant ist, dass Lyle Steadham eigentlich als Schlagzeuger in der Band begann, während Chris Hardin immer noch Bass spielte. Dieses Line-Up nahm das zweite offizielle Demo der Band auf, auf dem zwei klassische SOLITUDE-Tracks zu finden sind – „Mirror of Sorrow“ und „Opague divinity“. Kurz darauf wechselte Lyle zum Bass und übernahm die Aufgabe von Hardin, der die Band verließ und Covington den Einstieg ebnete.

Dieses 2-Song-Tape erweckte die Aufmerksamkeit des Independent-Labels King Klassic (hat je jemand etwas der großen OXENKILLER auf dem Label gehört?! Ähem!). Die Band enterte das angesehene Dallas Sound Lab im Januar 1990 um den Klassiker „Into the Depths of Sorrow“ einzuspielen. Nach einem katastrophalen ersten Mix, kehrte die Band für einen Remix zu den Sound Logic Studios zurück, wo bereits die beiden Demos aufgenommen wurden. Es war ein Albtraum, den Mix zu reparieren, aber die Band schaffte es dennoch, einen großartigen, gleichzeitig rohen Sound, einzufangen.

Das gesamte Album wurde für eine mickrige Summe von 3000 Dollar und innerhalb von 7 Tagen aufgenommen, den Remix inbegriffen. Der Release verzögerte sich dann aber, da King Klassic nicht das Geld hatten um das Album zu veröffentlichen. Nachdem das Album im Kleinen vertickert wurde, wurden Roadrunner darauf aufmerksam, was in einem Vertrag mündete. Nach zahllosen weiteren Verzögerungen erblickte das Album im Juli 1991 das Licht der Welt, ganze 1 ½ Jahre, nachdem es aufgenommen wurde. Eine Tour folgte nicht, zumal SOLITUDE AETURNUS bereits genug Songs für ein zweites Album geschrieben hatten. Die Band enterte 1992 die Sound Logic Studios, um mit den Sessions für „Beyond the Crimson Horizon“ zu beginnen.

Das Büdget für „Beyond“ war um einiges höher und dementsprechend verbesserte sich der Sound. Das Album wurde im Juli 1992 veröffentlicht und es kam zu einer US-Tour Ende November mit PAUL DI ANNO´S KILLERS. Die Tour dauerte sechs Wochen und war ein großer Erfolg für die Band. Kurz darauf wurde sie im Februar 1993 von Roadrunner gedroppt. Eine Erleichterung für die Band, da Roadrunner die Band nie richtig unterstützt hatte. Es sollte bis zum Dezember dauern, bis die Band einen neuen Vertrag mit dem aufstrebenden Label Pavement Records schloss.

Die Band entschloss, aus ihrer altbekannten Umgebung auszubrechen und flog nach England, um das dritte Album aufzunehmen, „Through the Darkest Hour“. Im März 94 in den Rhythm Studios aufgenommen, war dies das bislang beste Werk der Band, welches eine simplere und schwerere Ausrichtung zeigte. Die Produktion war ebenfalls die beste bis dato und die Band stieg die Erfolgsleiter des Heavy Metal weiter nach oben. „Darkest Hour“ erhielt nach der Veröffentlichung im August 1994 großartige Kritiken über den ganzen Globus verteilt. Nach einigen Monaten Verhandlungen, ging die Band mit der Metal-Legende MERCYFUL FATE auf eine extensive US-Tour – sechs Wochen voller metallischem Glanz und Gloria. Kurz darauf bestritt man mit der befreundeten Doom-Band REVELATION die erste Europa-Tour.

Nach dieser Tour erlebte die Band eine längere Pause, die bis zum April 1996 dauerte, als dann die Aufnahmen für das nächste Album begannen. Während dieser Zeit gründete Perez sein eigenen Label „Brainticket Records“ und nahm ein Solo-Album unter dem Namen „THE LIQUID SOUND COMPANY“ auf. „Downfall“ wurde in Dallas TX aufgenommen und trotz dass die Band erneut viel Lob für ihre Arbeit erhielt, war sie mit dem Endresultat extrem unzufrieden. Die Songs waren erste Sahne, aber die Produktion war eher armselig. Nach Jahren harter Schläge und nie anhalten wollender Kämpfe, kam es zum ersten und einzigen großen Line-Up-Wechsel.

Lyle Steadham verließ die Band kurz nach den Aufnahmen zu „Downfall“. Er hatte die Schnauze voll von dem ganzen Bullshit und brauchte einen Tapetenwechsel, um es so auszudrücken, und vollzog den auch, indem er die Punk-Band THE KILLKREEPS gründete. SOLITUDE AETURNUS machten weiter, indem sie sich Teri Pritchard (LAST CHAPTER) als temporären Bassisten bedienten. In diesem Line-Up tourte man im April 1996 durch Europa, gemeinsam mit den schwedischen Power-Metallern von MORGANA LEFAY. Eine weitere unbeabsichtigte Pause folgte, sowie der Split mit Pavement Records. Während dieser Zeit kam Steve Moseley als neuer Bassist in die Band. Als langjähriger Freund und Fan der Band, war Steve der perfekte Ersatz für Lyle. Im Dezember 1997 unterschrieb die Band beim deutschen Label Massacre Records und nahm „Adagio“ auf, welches das Meisterwerk von SOLITUDE AETURNUS werden sollte. Das Album wurde erneut in den Rhythm Studios in England im März 1998 aufgenommen und im Juni desselben Jahres veröffentlicht. Die Band tourte im September 1998 zusammen mit SAVIOUR MACHINE durch Europa. Im Januar 1999 wurde das Album schlussendlich auch in den USA über Olympic Records veröffentlicht. Durch den Vertrieb von Polygram, wurde die Band nun auch im Heimatland bekannter. Derzeit arbeiten SOLITUDE AETURNUS an ihrem neuen Album.

Solitude Aeturnus - Das Doom Shall Rise Special

Wer in den vergangenen Jahren mitverfolgt hat, wie oft SOLITUDE AETURNUS den Albumrelease und verschiedenste Europaauftritte abgesagt haben, dem müssen automatisch Zweifel aufkommen, ob man die Texaner wirklich live auf dem Doom Shall Rise erleben darf. Böse Menschen fragen sich gar, ob die Veranstalter wohl nicht schon eine Ersatzband für den Fall der Fälle in der Hinterhand haben… „Ha ha, nein, eine Ersatzband hatten wir nicht geplant, aber ich muss zugeben, dass wir mit gemischten Gefühlen bei der Sache waren!“, erklärt Frank. „Die letzten Jahre waren bei SOLITUDE AETURNUS ja mehr als chaotisch. Die Absage beim letzten KEEP IT TRUE und einige Absagen von Shows in den USA haben natürlich reichlich Raum für Spekulationen gelassen. Würden SOLITUDE AETURNUS jetzt tatsächlich auch diese Show und damit auch die Show beim KEEP IT TRUE und die dazwischen liegenden Shows in Südeuropa versemmeln, wäre das einen Kommentar kaum mehr wert! Damit würden sie ihren Stellenwert in der Doom-Szene kicken, denn zwei Götteralben und ein paar gute Scheiben reichen nicht aus, wenn dich die Fans nicht mehr ernst nehmen können!

Aber dessen ist sich die Band selbst bewusst, das geben sie auch selber zu. Ob diese Selbsterkenntnis ausreicht oder man doch weiter im Chaos versinkt, nun, das sollen sie uns Ende März selbst zeigen!

SOLITUDE AETURNUS sind wohl motiviert, aber wenn Du auch nur eine Schnarchnase in der Band hast (ja, es gibt Leute, die sind langsamer als ICH!) kann das schnell alle Motivation einfrieren. Da ist es fast schon sinnbildlich, dass ich den meisten und sehr netten Kontakt habe mit Heather, der Frau vom Sänger! ;o)

Um diese Show möglich zu machen, musste natürlich noch etwas mehr passieren. Wir können es uns ja leider nicht leisten, so einer Band nur für`s DOOM SHALL RISE zu buchen, das ist kohlemäßig einfach unmöglich. Da die Kollegen vom KEEP IT TRUE aber ihr Festival immer recht zeitnah veranstalten und SOLITUDE AETURNUS ja beim letzten KEEP IT TRUE abgesagt hatten, haben wir sie einfach auf beide Events gepackt. Ein externer Booker holt sie zwischen den Festivals nach Südeuropa und so rechnet sich die Reise für die Band.“ So sehr eine gewisse Skepsis vorhanden ist, so sehr sind sich alle Beteiligten der Bedeutung von SOLITUDE AETURNUS bewusst. Die Truppe gehört zu den ewigen Größen des Doom, die mit ihrer Musik unzählige Bands beeinflusst haben. Somit wird dieser Auftritt sicherlich einer der ganz großen Momente für das Doom Shall Rise. „Vor vier Jahren hätte ich den Gedanken, SOLITUDE AETURNUS auf dem DOOM SHALL RISE zu haben, für einen schlechten Witz gehalten! Da stand der Name SOLITUDE AETURNUS für Götter irgendwo auf dem Olymp, die absolut unerreichbar sind. Aber der Wind hat sich einfach gedreht: SOLITUDE AETURNUS sind so lange weg vom Fenster, dass sie viele Newcomer schlichtweg überrollt haben und mit tollen Epic-Doom-Scheiben die Helden SOLITUDE AETURNUS zu Dinosauriern gemacht haben. SOLITUDE AETURNUS haben jetzt nur eine Chance, wieder auf den Thron zu steigen: sie müssen mit den kommenden Shows und der irgendwann kommenden Scheibe zeigen, dass sie es immer noch drauf haben. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie das hinkriegen und sich eindrucksvoll zurückmelden. Aber sie stehen in der Pflicht, die Fans werden nicht einfach auf die Knie fallen wie bei COUNT RAVEN! Doch ich bin ziemlich sicher: SOLITUDE AETURNUS brauchen zwei Songs und die gesamte Chapel wird sich in den Armen liegen! Mir ist es auch egal, welche Songs sie spielen, einige meiner Favoriten werden sicher dabei sein. Hauptsache sie stehen auf der Bühne und spielen! *G* Sicher werden sie auch ein paar neue Songs zocken, ob wir die dann auch auf CD in der Hand halten werden, nun ja… Da werden wir sicher noch etwas länger warten müssen!“ Und auch Jochen Fopp blickt dem Auftritt mit glänzenden Augen entgegen: SOLITUDE AETURNUS beim DOOM SHALL RISE sind auch für mich ein seit langem gehegter Traum. Zu schön, dass die Zeichen nun auf Sturm stehen und es endlich wahr zu werden scheint. Ansonsten kann ich mich Franks epischen Ausführungen nur anschließen. Hoffentlich spielen sie den Auftritt ihres Lebens und bleiben auch im Anschluss am Ball!“

SOLITUDE AETURNUS
Discografie:

1988 – Justice for All Demo

1989 – Opaque Divinity Demo

1991 – Into the Depth of Sorrow

1992 – Beyond the Crimson Horizon

1994 – Through the Darkest Hour

1996 – Downfall

1998 – Adagio

1998 Justice For All LP-Re-Release

Soundsamples:

Opaque Divinity

Transcending Sentinels

Mirror of Sorrow

Seeds of the Desolate

Black Castle

The Final Sin

Haunting the Obscure

The 9th Day: Awakening

Shattered my Spirit

Phantoms

Deathwish

Concern

Days of Prayer

Personal God

Mental Pictures

Line-Up:

Robert Lowe – Vocals

John Perez – Guitar

Edgar Rivera – Guitar

Steve Mosley – Bass

John Covington – Drums

Homepage:

http://www.eternalsolitude.com

Fierce
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