AFTER FOREVER: Wider den Materialismus

Der Legende nach ist das dritte Album das für den weiteren Verlauf der Karriere einer Band entscheidende Werk. Wenn Qualität in diesem Geschäft noch etwas zählt, muss man sich demnach keine Sorgen darum machen, wie es mit AFTER FOREVER in den nächsten Jahren weiter gehen wird, denn mit "Invisible Circles" haben die Niederländer ein perfektes Konzeptalbum abgeliefert abseits der gängigen Fantasy-Themen. Frontfrau Floor Jansen gab bereitwillig Auskunft über die Hintergründe des textlichen Konzepts und die Entstehung des Albums.

Der Legende nach ist das dritte Album das für den weiteren Verlauf der Karriere einer Band entscheidende Werk. Wenn Qualität in diesem Geschäft noch etwas zählt, muss man sich demnach keine Sorgen darum machen, wie es mit AFTER FOREVER in den nächsten Jahren weiter gehen wird, denn mit Invisible Circles haben die Niederländer ein perfektes Konzeptalbum abgeliefert abseits der gängigen Fantasy-Themen. Frontfrau Floor Jansen gab bereitwillig Auskunft über die Hintergründe des textlichen Konzepts und die Entstehung des Albums.

Im Februar habt ihr eine kleine Mexico-Tour gemacht. Wie ist denn die gelaufen?

Oh, es war großartig. Die mexikanischen Fans sind sehr enthusiastische Leute, es war wirklich toll, dort zu spielen.

Unterscheiden sich die Fans dort von euren europäischen Anhängern?

Ja, ich denke schon. Ich habe festgestellt, dass die europäischen Fans nicht so enthusiastisch sind wie die mexikanischen. Ich denke, wir sind in Mexiko ziemlich groß, vielleicht größer als in anderen Ländern. Die Mexikaner haben uns behandelt, als wenn wir keine Menschen aus Fleisch und Blut mehr wären (lacht). Es ist anders, aber nicht besser.

Man hört ja oft über den großen Schwarzmarkt in Mexiko. Die meisten der CDs, die dort verkauft werden, sind eigentlich Raubkopien. Lohnt es sich also überhaupt, dort zu spielen?

Nein. Es lohnt sich schon, aber es rechnet sich nicht materiell gesehen. Es war eine großartige Erfahrung, es war ein bisschen Urlaub, der Zeitplan, den wir selbst aufgestellt hatten. Wir wussten, selbst, wenn wir die CD-Verkäufe dort mit den Auftritten ankurbeln würden, wären wir nicht diejenigen, die davon profitieren. Also haben wir uns vorgenommen, einfach dorthin zu gehen und das Publikum und das Land zu genießen, und das haben wir getan. Der Schwarzmarkt dort ist wirklich enorm. Wir verkaufen dort also wahrscheinlich mehr Bootlegs als offizielle CDs (lacht).

Okay, dann lass uns mal über das neue Album, Invisible Circles, sprechen. Es ist ja ein Konzeptalbum, das die Geschichte eines Kindes erzählt, welches von seinen Eltern nicht geliebt wird. Ich finde, die ganze Geschichte und das Konzept sind sehr realistisch. Basiert das Ganze also auf Erfahrungen aus dem realen Leben?

Nein, nicht auf unseren. Es basiert auf den Erfahrungen, die insbesondere Sander in seiner Tätigkeit als Lehrer gemacht hat, er unterrichtet an einer Schule hier in Holland. Die Kinder, die er unterrichtet, sind quasi die Beispiele für uns, und auch die Dinge, die man um sich herum wahrnimmt, und Romanautoren, Zeitungen, man kann es alles um sich herum sehen. Wir haben einfach das Beispiel dieser Familie in dieser Situation genommen mit dem Kind, welches in diesem Fall ein Mädchen ist. Die Botschaft, die wir allgemein haben, ist die, dass es so viele Familien gibt, die Schwierigkeiten damit haben, ihr soziales Leben mit ihrer Karriere unter einen Hut zu bringen, mit dem, was wir alle wollen – Arbeit und Macht, man möchte wer sein, man möchte Geld haben, die Möglichkeit haben sich zu entwickeln. Man möchte nicht von einem Kind daran gehindert werden. Und ein Kind ist diesen Eltern nun im Weg. Für sie ist es nicht wirklich das, was sie wollen, und das Mädchen wächst daher in einer sehr kalten Umgebung auf. Sie ist nicht wirklich gewollt, sie kennt keine sozialen Werte, sie weiß im Grunde nicht, was gut oder richtig ist, sie lernt Dinge in der Schule von anderen Kindern, die möglicherweise in der gleichen Situation sind. Sie ist sehr materialistisch, sie hat einen Computer, sie hat Computerspiele, sie kann im Internet jemand anders sein, sie hat ihren Fernsehapparat, und das wars.

Sie entflieht also sozusagen der bitteren Realität…



Ja, das sind die Möglichkeiten dieser modernen Dinge wie Computer oder Fernsehen. Für ein Kind in ihrer Situation ist das nicht bloß etwas Zusätzliches, es ist das Einzige, was sie am Leben erhält. Der Fokus liegt darauf aufgrund des großen Einflusses von Computer und Fernsehen. Das Kind sollte draußen spielen, es sollte eine Mutter haben oder einen Vater, einen Elternteil, der zuhause auf sie wartet, wenn sie von der Schule kommt, dem es erzählen kann, was es an dem Tag erlebt hat. Es hätte lernen können, mit Leuten oder Situationen umzugehen, aber das weiß es nicht. Also ist das Mädchen ein bisschen eine Außenseiterin. Sie ist eine sehr exzentrische Person, einer der Songs heißt ja auch Eccentric. Sie kommt mit den Leuten in der Schule nicht klar, und die Eltern sind nicht da, um ihr dies beizubringen. Es ist niemand da, der ihr das beibringt. Aber die grundlegende Aussage dieser Geschichte ist, dass diese Leute, wie so viele andere, sich in einem Teufelskreis befinden, aber sie können es selbst nicht sehen, deshalb auch der Albumtitel, sie befinden sich in einem unsichtbaren Kreis. Das geht immer weiter von Generation zu Generation, sie wissen nicht, wie sie herauskommen können, weil sie es nicht wirklich bemerken. Es ist wie eine Abwärtsspirale, in der sie sich befinden, es wird nicht besser. Und ich denke, es ist heutzutage eine Angelegenheit der ganzen Gesellschaft, ich glaube nicht, dass es besser wird. Die Leute arbeiten nur an sich selbst, das Individuum und materielle Dinge sind sehr wichtig, mit der Folge, dass die Jugend nicht mehr in einer gesunden Umgebung aufwächst.

Kritisiert ihr denn das Internet und das Fernsehen als solches? Sie sind ja eigentlich nicht die Ursache für die Realitätsflucht des Kindes, sondern Mittel zum Zweck. Die Ursache ist doch eher die Situation, in der sich das Mädchen befindet.

Ja, es ist wegen der Situation und weil es einfach ist, den Fernseher anzumachen, und es ist einfach, einen Computer zu haben, es ist heute normal, einen Computer zu haben. Es ist normal, Computerspiele zu spielen. Es ist sogar normal für Kinder, sehr brutale Spiele zu haben. Und auch wenn es vielleicht versehentlich ist und sie dem keine Aufmerksamkeit schenken, sind Kinder dennoch in der Lage Dinge zu sehen, die sie nicht sehen sollten. Und dann sind keine Eltern da, die sie vor diesen Dingen beschützen, sie denken dann, es ist normal.

Was das Internet angeht, so ist es ein Medium mit vielen Möglichkeiten und vielen positiven Aspekten. Aber für andere, wie Kinder in der Situation des Mädchens in unserer Geschichte, ist es ein Medium, das mehr ein Ersatz ist für andere Dinge, und dafür ist es nicht gemacht. Die Menschen sollten jederzeit sie selbst sein, aber wenn man in einen Chat-Room geht, dann haben die Leute dort die seltsamsten Namen, und es ist, als wenn sie in einer Fantasiewelt sind. Es ist okay, solange man realisiert, dass es eine Fantasiewelt ist. Es ist eine gute Art zu flüchten, aber das sollte man nicht. Es muss eine andere Alternative geben, und das sollten Eltern oder Freunde sein, echte Menschen.

Kennst du eigentlich das Theaterstück The Price von Arthur Miller? Das ganze Konzept eures Albums hat mich ein wenig daran erinnert.

Nein, worum geht´s denn da?

Es behandelt das, was Arthur Miller dort the rat-race nennt, der endlose Wettkampf um materiellen Erfolg.

The rat-race, ja, das sagt mir was. Nun, ich denke unsere Geschichte ist mit vielen Themen verknüpft. Da gibt es viel über das Internet, sehr viel über materielle Dinge und über Kinder, die vom rechten Weg abkommen, die nicht wissen, was gut ist und was nicht, so dass sie zu Kriminellen werden könnten. Wenn der Ersatz, den das Internet bietet, bei ihnen nicht funktioniert, nehmen sie vielleicht Drogen, sie lernen die falschen Freunde kennen. Wir denken, dass der Grund vieler Probleme, die wir haben, in der Familiensituation liegt.

Das Konzept und die Geschichte klingen sehr durchdacht. Habt ihr eine Art Drehbuch oder dergleichen erstellt, wie für einen Film?

Ja, sowas in der Art. Wir hatten die Geschichte bereits vorab im Kopf, was ziemlich neu für uns war, denn normalerweise schreiben wir zuerst die Musik, und ich oder unser ehemaliger Gitarrist Mark haben dann immer im Anschluss die Texte dazu verfasst. Nun hatten wir aber eine Geschichte, die vor dem Komponieren der Songs geschrieben wurde, und das war in der Tat ähnlich wie ein Drehbuch. Wir haben das Ganze dann in zwölf Stücke aufgeteilt, und so wusste ich bereits, was für eine Atmosphäre nötig wäre bei jedem der Songs. Es gab da also eine Art Plan, dass an einer bestimmten Stelle kein fröhlicher Song stehen durfte und dass die Atmosphäre immer korrekt sein musste. Aber es hat für uns funktioniert, es war für uns immer noch die natürliche Art und Weise Songs zu schreiben. Ich schreibe die Texte auch immer erst, nachdem ich die Gesangslinie geschrieben habe, weil ich nicht möchte, dass die Texte der Gesangslinie selbst im Weg sind. Wir hatten also das Drehbuch fertig für jeden Song, dann haben wir den Song geschrieben und danach habe ich den Text für den Song verfasst.

Ich habe auch festgestellt, dass du von unterschiedlichen Gesangsstilen Gebrauch machst, um die verschiedenen Rollen in der Geschichte darzustellen, zum Beispiel der opernhafte Gesang für die Mutter…

Ja, ganz genau. Ich habe da ein Gespräch zwischen der Mutter und dem Kind, und da wechsle ich dann jeweils meinen Gesangsstil entsprechend.

Ich war auch sehr beeindruckt von all den Details, die ihr in diese Hörspielsequenzen gesteckt habt, wie etwa das Atmen des Kindes, das heimlich den Streit seiner Eltern belauscht.

Exakt. Es ist großartig, wenn die Leute verstehen, was wir versuchen zu sagen (lacht).

Habt ihr diese Hörspielsequenzen denn selbst erstellt?

Ja, wir haben diese Dinge selbst gemacht. Die Sequenzen, wo die Eltern reden und wo sie diesen Streit haben, wurden in Deutschland aufgenommen, die Sprecher sind Amerikaner, die in Deutschland leben. Später habe ich dann die Sache mit dem Atmen aufgenommen, und sie haben diese zusätzlichen Soundeffekte hinzugefügt, um die Vorstellung zu erzeugen, dass da tatsächlich ein Kind an der Tür steht, die sich nach einer Weile öffnet. Aber der Streit geht einfach weiter, als wäre das Kind nicht da, aber es ist einfach ein Teil des Streits.

In ein paar Wochen werdet ihr ja dann auch einige spezielle Konzept-Shows aufführen. Kannst du darüber schon etwas sagen, ohne zu viel zu verraten?

Nun, bei den Konzeptshows werden wir nur die neuen Songs spielen auf eine besondere Art, und es wird nur in Holland und einmal in Belgien sein, weil wir große Hallen brauchen dafür mit einer größeren Bühne, um überhaupt den Platz zu haben, diese besonderen Dinge aufzufahren, einiges an Multimedia und Licht und vielleicht einige weitere Dinge auf der Bühne. In Deutschland werden wir im Grunde das erste Mal auf einer Tour spielen, wir sehen es also mehr als eine Vorstellung der Band. Es wird auch etwas Besonderes, aber es wird nicht diese Konzeptshows geben, das ist nicht möglich.

Die Show in Tilburg wird etwas sehr Besonderes sein. Ich werde dort die Präsentation meines Abschlussprojektes machen, und es wird die erste Konzeptshow sein, es wird also eine sehr exklusive Show.

Ihr werdet in Kürze auch ein Konzert mit EPICA spielen, der Band eures ehemaligen Gitarristen Mark. Ich finde, dass deren Sound nicht so grundverschieden von AFTER FOREVER ist, warum hat er die Band also verlassen?

Da stimme ich nicht mir dir überein, ich denke, wir klingen sehr unterschiedlich. Vielleicht nicht, wenn man unser erstes Album mit EPICA vergleicht, aber wenn man sich Invisible Circles anhört und es mit EPICA vergleicht, kann ich nicht zustimmen, dass beides wie die gleiche Band klingt.

Ich würde auch nicht so weit gehen zu sagen, dass sie gleich klingen, aber es ist schon ein relativ ähnlicher Stil, oder?

Nicht einmal das. Ich denke, wir sind viel mehr eine Metalband als EPICA, die mehr Gothic sind mit ihrer langsamen Musik. Und der Gesang ist vielleicht stilistisch ähnlich, aber ich denke nicht, dass ihre Sängerin die gleichen Dinge tut wie ich. Aber ich mag es sowieso nicht, verglichen zu werden.

Nichtsdestotrotz werdet ihr ja oft mit WITHIN TEMPTATION oder NIGHTWISH in einen Topf geworfen, obwohl ihr klar einen eigenen Sound entwickelt habt.

Ja, das denke ich auch. Auf eine gewisse Weise kann man Bands vergleichen, weil wir gewissermaßen dem gleichen Stil zuzuordnen sind, aber jede Band hat ihren eigenen Sound, einen sehr unterschiedlichen Sound und eine sehr unterschiedliche Art zu spielen. Bands zu vergleichen ist gut, wenn die Leute WITHIN TEMPTATION mögen, du mit ihnen verglichen wirst und sie dann auch deine eigene Musik hören wollen. Es hat also auch seine positiven Seiten (lacht).

Nachdem Mark die Band verlassen hatte, ist ja mit Bas ein neues Mitglied hinzugestoßen. Mit seinem klaren Gesang hat er eurem Sound eine neue Dimension hinzugefügt. War es ein Experiment, dass er diese Gesangsparts mal ausprobiert hat?

Ja. Als er zur Band gekommen ist, wusste ich natürlich bereits, dass er singen konnte, und wir hatten uns schon überlegt, dass er vielleicht auf der nächsten CD singen könnte, wenn wir eine aufnehmen würden. Es war die Zeit, als NIGHTWISH ihr Album Century Child veröffentlicht haben, auf dem ihr Bassist Marco singt, und wir dachten nur: Verdammt, sie hatten die gleiche Idee! (lacht). Aber sie haben uns nicht davon abgehalten es zu versuchen, und ich denke, er hat seine Sache wirklich gut gemacht. Ich mag es, es ist ein frisches, neues Element in unserer Musik.

Kommen wir nochmal zurück auf die Visualisierung eurer Musik, was ihr ja nicht nur in Form von Konzeptshows macht, sondern ihr habt zu My Choice ja auch einen Videoclip gedreht, der wirklich viel mehr zeigt als nur die Band, wie sie ihre Instrumente spielt. Ist es für euch wichtig, auch von anderen Medien Gebrauch zu machen außer eurer Musik, um eure Botschaft rüberzubringen?

Ja, ich denke schon, denn wir haben ja gerade jetzt mit diesem Konzeptalbum eine Geschichte, und sie ist ein wichtiger Teil der Musik, und einfach nur die Band zu zeigen in einem Videoclip wäre etwas langweilig, denke ich. Wir wollten deshalb etwas Zusätzliches machen, und so ist das ist dann das Video zu My Choice auch geworden.

Habt ihr denn mit dem Clip in den Niederlanden viel Airplay bekommen?

Nun, ja, es ging. Nicht so viel, wie ich gehofft hatte, aber es war okay.

Hier in Deutschland wurde das Video, soviel ich weiß, kein einziges Mal gespielt…

Nein, das glaube ich auch nicht. Ich denke und hoffe, dass unsere Plattenfirma sich bei dem neuen Clip, den wir vor zwei Tagen gedreht haben zum Song

Digital Deceit, von dem es eine Single-Version und den Videoclip geben wird, mehr ins Zeug legen wird. Ich hoffe, dass der Clip dann auf allen Sendern gezeigt wird und dass das Label sich dafür einsetzt, dass der Clip dann vielleicht auch in Deutschland in bisschen Airplay bekommt. Es ist vielleicht hilfreich, dass wir jetzt auf Tour kommen und auch einige Festivals spielen werden.

Ich finde es schon irgendwie seltsam. Andauernd sieht man hier die Videos von WITHIN TEMPTATION oder LACUNA COIL, wobei ich finde, dass My Choice mindestens so viel kommerzielles Potenzial hat wie die Musik der beiden Bands.

Okay, das ist gut zu hören. Ich bin auch der Meinung. Wenn man sich Invisible Circles anhört, merkt man, dass es nicht so ist, dass wir auf der kommerziellen Schiene fahren, aber My Choice ist ein Stück, das einfach so geworden ist, und wir sind damit glücklich. Wir sind keine rein kommerzielle Band, aber es ist toll, ein kommerzielles Element zu haben oder etwas Airplay mit den Songs, die man so geschrieben hat, wie man es wollte, und nicht indem man Kompromisse mit Blick auf den kommerziellen Erfolg eingeht.

Bei den Aufnahmen zu Invisible Circles hast du mit Amanda Somerville als Gesangs-Coach gearbeitet. Wie war denn die Zusammenarbeit mit ihr?

Oh, das war großartig. Es war eine sehr spontane Zusammenarbeit. Ich habe, als wir 2001 Decipher aufgenommen haben, gemerkt, dass jemand, der mich bei den Gesangsaufnahmen auf eine gute Weise anleitet, sehr wichtig für mich ist. Ich weiß, was zu tun ist, ich mache meine eigenen Gesangslinien, ich schreibe meine eigenen Texte. Ich habe mittlerweile genug Technik, um zu wissen, was ich will und was ich tun kann, aber es ist immer toll, jemanden zu haben, der mitdenkt. Es muss dabei natürlich die Chemie stimmen zwischen mir und der Person, die mir hilft, und so eine Person ist nicht einfach zu finden. Es war also eine Gelegenheit, nach Deutschland zu gehen, denn wir sind im Gate Studio von Sascha Paeth und Miro gerwesen, um mit ihnen und auch mit Amanda den Gesang aufzunehmen. Ja, und da hat die Chemie einfach gestimmt vom ersten Moment an, insbesondere mit Amanda. Ich hatte einen sehr guten Draht zu ihr und wir sind Freundinnen geworden. Sie ist eine sehr natürliche, freundliche Person, sie hat viel Talent, was Gesang angeht, sie kann auch selbst wunderschön singen, so dass es sehr inspirierend war, mit ihr zu arbeiten. Ich respektiere sie auch als Sängerin, was für mich etwas Seltenes ist. So leicht gefällt mir keine Stimme, vielleicht, weil ich selbst Sängerin bin. Wenn ich einen Sänger oder eine Sängerin höre, muss die Stimme wirklich etwas ganz Besonderes haben, und das ist bei Amanda der Fall.

Und wie groß war ihr Einfluss auf die Texte? In den Credits wird sie ja auch als Textbearbeiterin erwähnt.

Nun, sie hat eher korrigiert, sie hat nicht viel an den Ideen oder dergleichen verändert. Manchmal hat sie halt mein Englisch auf grammatikalische oder andere Fehler hin überprüft und dergleichen. Ab und zu hatte sie einen Vorschlag, wie: Ändere diesen Satz folgendermaßen ab, dann macht es mehr Sinn!, aber es ist nicht so, dass sie die Geschichte umgeschrieben hätte oder so. Ihr Einfluss war größer bei den Gesangsaufnahmen.

Zum Abschluss des Interviews noch die Frage, wie es nach Invisible Circles weitergehen soll. Für mich ist es einfach ein perfektes Konzeptalbum.

(lacht). Ich weiß nicht, es ist eine Überraschung.

Es wird sicherlich verdammt schwierig, da noch eins draufzusetzen.

Weißt du, wir haben an Exordium, der Mini-CD, und jetzt an dem Invisible Circles-Konzeptalbum so lange gearbeitet, und es war so intensiv, unser Fokus war auf diesen zwei Alben, was mehr als genug ist. Und nun werden wir touren, und danach werden wir wahrscheinlich ziemlich bald wieder neue Songs schreiben, weil wir das einfach mögen, aber ich habe noch keine Vorstellung davon, was am Ende dabei herauskommen wird.

Aber du bist dir schon darüber im Klaren, dass es ziemlich schwierig wird, ein noch besseres Album hinzbekommen, oder?

Ja (lacht). Aber man weiß ja nie. Ich denke, es wird schwierig werden, es wird mit jedem Album schwieriger. Es war auch eine große Herausforderung, dieses Album zu machen, denn als wir Decipher veröffentlicht haben, haben die Leute das gleiche gesagt, dass es schwer sei, ein besseres Album zu produzieren, und ich denke, das ist uns dennoch gelungen. Aus meiner Perspektive ist es ein besseres Album, weil wir uns einfach so weiterentwickelt haben, dass ich dabit glücklich bin. Aber ich habe keine Ahnung, was mit dem nächsten Album sein wird.