Beitragsbild Jahresrückblick 2025

Jahresrückblick 2025 von Jutze

Live-technisch ein starkes Jahr mit vielen eindrucksvollen Erstbegegnungen – bei den Alben gab es auch ein paar neue Highlights in Sachen Heavy Metal, Punk und Pop, die den Jutze mitrissen.
Beste Alben

SLIME: 3!+7¹

Das beste Punk-Album des Jahres! Rotzig, melodisch, kraftvoll, gefühlvoll (für Punkverhältnisse), zeitgemäß und oft überraschend positiv.

HECHT: Lovers

Das beste Pop-Album des Jahres! Vom Hit „Mon Amour“ über das genial tanzbare „(F*ck) Ines paar Jahr“ bis hin zum berührenden Abschlusslied „Min Name“ gibt es viele tolle Highlights und nur wenige Ausfälle (wie etwa den arg soften Titeltrack).

H.E.A.T: Welcome to the Future

Das beste Hard-Rock-Abum des Jahres! Die nachhaltigen Hymnen mit genial mitreißendem Gesang verstecken sich eher am Albumende. Die CD der Schweden hörte ich mit großer Freude sehr oft.

SKULL & CROSSBONES: Time

Das beste Heavy-Metal-Album des Jahres! Zwar bin ich momentan noch beim Warmhören, aber das Feeling ist da dank treibenden Drums, variablen Vocals und über weite Strecken stimmigem Songwriting. Hätte ich nach dem eher harmlosen Debüt gar nicht mehr unbedingt erwartet.

AVANTASIA: Here Be Dragons

Das beste Hellfire-Tobi-Album des Jahres! Mit „The Witch“ und „Against the Wind“ gibt es immerhin zwei herausragende Nummern, die den typischen Melodic-Metal mit tollem Gesang bieten. Der Rest schwächelt leider etwas.

HELLOWEEN: Giants & Monsters

Das beste Album des Jahres, bei dem Michael Kiske einmal mehr alles in Grund und Boden singt. Statt Riesen und Monstern gibt es freilich eher abwechselnd geilen Melodic Metal und blasses Mittelmaß, teilweise sogar innerhalb einzelner Stücke. Ich bin immer noch überrascht, dass „This Is Tokyo“ sich zu einem richtig ordentlichen Band-typischen Hit gemausert hat, nachdem ich es anfangs völlig plump fand.

Titelbild von "Age of the Void": Gemälde einer verschneiten Stadt, auf die eine Person mit Schlitten zuläuft.

UNDER RUINS: Age of the Void

Das beste Titelbild des Jahres! Musikalisch ist die Platte (ja, muss natürlich als LP in die Sammlung – mit Poster!) zu unpoppig für meinen Geschmack. Einzelne Fragmente schmeicheln dem True-Metal-Teil meines Herzens durchaus. Doch irgendwie hätte ich gerne in den Refrains mehr Sammet und Zuckerguss gehabt. Immerhin funktionierte das Album live erfreulich schlüssig, zumal die Stücke da einfach mehr Dynamik entfalten konnten.

Beste Gigs

Überraschenderweise wurden die besten Gigs fast ausnahmslos von Bands abgeliefert, die ich 2025 zum ersten Mal live sah.

HECHT: Im Wizemann, Stuttgart – 13.03.2025

Die größte positive Überraschung war das Konzert der Schweizer Mundart-Band, die im kleinen Club vor 250 Leuten eine schweißtreibende Show ohne Schörkel und mit jeder Menge Ohrwürmern ablieferte.

PASCOW: Kammgarn, Kaiserslautern – 09.11.2025

Eine weitere Neuentdeckung für mich, die ich gerade noch rechtzeitig vor der Konzertpause erleben konnte. Schweiß, Punk, Eindringlichkeit, hunderte Kehlen, die lauthals mitsangen. Dieses Live-Erlebnis hat sich tief in mein Musikbewusstsein eingebrannt.

ESTHER GRAF: Im Wizemann, Stuttgart – 16.10.2025

Ja, ich habe eine Schwäche für melodische Popmusik. Die österreichische Sängerin bot eine bunte Mischung aus brandneuen und etwas älteren Songs. Unterstützt wurde sie von einer top aufgelegten Backing-Band, einem perfekt ausgesteuerten Live-Sound und von einem Publikum, dass sie verdientermaßen abfeierte. Das hat alles wenig mit Vampster zu tun, war aber ein grandioses Konzerterlebnis, bei dem ich tanzte, mitsang, mitfühlte und schließlich sogar im Moshpit partizipierte.

VAN CANTO: Im Wizemann, Stuttgart – 08.11.2025

Alte Liebe rostet nicht, sondern singt mit reichlich Energie gut zwanzig Lieder aus allen Phasen der Bandgeschichte. Der Bard-Song-Chor war einer der lautesten, die ich je erlebt habe.

HECHT: Chollerhalle, Zug – 19.11.2025

Im ausverkauften Club-Konzert funktionierten die Songs vom neuen Album hervorragend. Es gab Konfetti, einen Überraschungssong mit Gastsänger und ein absolut textsicheres Publikum.

Dalmstöckle Open Air 11.07.2025

Das Open-Air quasi vor meiner Haustür war eine wundervolle Entdeckung. Auch wenn ich nur am ersten (Punk-)Tag dort war, genoss ich den klar ausgesteuerten Sound, das liebevoll gestaltete kulinarische Angebot (Kuchen bis in die späte Nacht!) und die entspannte Stimmung. Mit DORFTERROR lernte ich dann auch noch eine junge, hungrige Punkband kennen, deren Songs mir sofort gefielen und deren „X-Haus bleibt!“-Sampler mir die Tage nach dem Festival versüßte (und mich auf PASCOW aufmerksam macht).

Enttäuschung des Jahres

Weil das Leben noch andere, nicht-musikalische Ereignisse bereithielt, verpasste ich leider die Live-Rückkehr von SAVATAGE.

Und sonst noch...

Es war überraschend kurzweilig, S.A. SLAYER beim KEEP IT TRUE zu erleben, während RIOT V irgendwann schon mal frischer klangen. H.E.A.T verpassten leider die Chance, die ganzen Kracher des neuen Albums beim Konzert in Stuttgart zu spielen. BLAZE BAYLEY war live einmal mehr sehr sympathisch, aber die Gesamtdarbietung des „X-Factor“-Albums offenbarte leider deutlich dessen kompositorische Schwächen.

Ganz viel Freude hatte ich beim Entdecken und Eintauchen in die Alben „Sieben“ und „Alles muss kaputt sein“ von PASCOW. Und natürlich verbrachte ich viele schöne Stunden mit dem Kennenlernen der HECHT-Diskographie.

Die neuen Alben von SPOCK’S BEARD und DAR WILLIAMS hingegen zündeten bei mir bislang nicht.

Tja, und seit fast einem Jahr bin ich nun wieder bei Vampster. Klar, die HELLOWEEN-Reunion war finanziell lukrativer, aber ich mach es ja wegen der Musik und der netten Leute.