WOODS OF YPRES: 4 – The Green Album

WOODS OF YPRES: 4 – The Green Album

Der Beginn von Shards of Love erinnert an den ersten Twilight-Soundtrack, an endlose Wälder im Nordwesten der USA, an ungebändigte Natur und Dunkelheit. Doch WOODS OF YPRES sind keine Kitschvampire, WOODS OF YPRES sind wohl die interessanteste und reifste Doom/Black Metal-Band aus der neuen Welt, genauer gesagt aus Kanada.

Ihr viertes Album – The Green Album – mag weniger schwarzmetallisch-düster als der sensationelle Vorgänger Woods III: The Deepest Roots And Darkest Blues sein und WOODS OF YPRES haben den Doom-Anteil merklich heraufgeschraubt. Trotzdem kann man sich dem Reiz und der Eigenständigkeit dieses Werkes nicht entziehen. Faszinierende Melancholie, schwere Gitarren à la MY DYING BRIDE, eine Stimme mit Charakter, die erzählt und klagt und niemals nicht fasziniert. In gewissen Dingen erinnern WOODS OF YPRES an die neuen Zeiten ENSLAVEDs, schaffen sie es doch auch, am äusseren Tellerrand des Black Metals zu balancieren und dabei wahrhaftiger und schwarzmetallischer zu erscheinen als Horden von pseudointellektuellen Teenagersatanisten.

Nicht nur die Musik – als weiterer Anhaltspunkt mögen AGALLOCH gelten – hebt WOODS OF YPRES in eine andere, erwachsene Sphäre. Es sind auch die Texte. Einer der absoluten Gänsehauthöhepunkte ist das fast acht Minuten lange, epische I Was Buried in Mount Pleasant Cemetery. Statt abgelutschtem Friedhofshorror gibts glaubhafte Gedanken eines Begrabenen und in Wet Leather scheuen sich die Kanadier auch nicht vor derberen Worten. WOODS OF YPRES verzichten auf billige Effekthascherei und Klischeekulmination, setzen dafür auf organische, echte Melancholie, bei der man den Geruch der feuchten Erde und der endlosen Wälder in der Nase hat, während unter den eigenen Händen samten das grüne, dichte Moos wächst.

Fazit: WOODS OF YPRES` 4 – The Green Album ist geballte Melancholie, Kraft, Schmerz – und Hingabe. Es ist irgendwo im hinteresten, dunkelsten Winkel eines Waldes unter einem verknorrten Baumstrunk der Erde entstiegen. Ein schweres, grosses Album. Eine Entdeckung.

Veröffentlichungstermin: 13.11.2009

Spielzeit: 78:28 Min.

Line-Up:

David Gold – Vocals, Gitarre, Piano
Bryan Belleau – Lead Gitarre
Shane Madden – Bass
Evan Madden – Drums

Label: Practical Art Records

Homepage: http://www.woodsofypres.ca

MySpace: http://www.myspace.com/woodsofypres

Tracklist:

1.    Shards of Love (Hurt Forever)   
2.    Everything I Touch Turns to Gold (Then to Coal)   
3.    By the Time You Read This (I Will Already be Dead)   
4.    I Was Buried in Mount Pleasant Cemetery   
5.    Into Exile: Can You Get Here In 10 Days?   
6.    Pining (For You)   
7.    Wet Leather   
8.    Suicide Cargoload (Drag that Weight!)   
9.    Halves and Quarters   
10.    You Are Here With Me (In This Sequence of Dreams)   
11.    Retrosleep in the Morning Calm   
12.    Don`t Open The Wounds / Skywide Armspread   
13.    Natural Technologies   
14.    Mirror Reflection & the Hammer Reinvention   
15.    Our Union (In Limbo)   
16.    Move On! (The Woman will always leave the Man)

Arlette Huguenin Dumittan
Arlette ist seit 2000 bei vampster und unsere Schweizer Fachfrau für schwarze Musik und vegane Backrezepte. Lieblingsbands: DARKTHRONE, MAYHEM, HAIL OF BULLETS. Genres: Black Metal, Death Metal, Dark Metal/Rock.