VOID OF SILENCE: Criteria ov 666

Himmel die Berge. Depressiv, krank, langweilig.

Hinterher ist man immer schlauer. Vorher ist es nur ein Klick weit bis zur fatalen Entscheidung, nur ein winziger Klick, und man hat CDs bei sich herumliegen, die nicht nur Platz wegnehmen, sondern die einen auch die ganze Zeit anlächeln und zu sagen scheinen: Rezensier mich, komm schon, hör mich an…

Ich hätte es nicht tun sollen. Ich hätte wissen müssen, daß eine Platte, die als negative apocalyptic metal beworben wird, weder für meinen Geistes- noch für meinen nervlichen Zustand gut sein konnte. Hinter dieser abstrusen Stilbezeichnung verbirgt sich nämlich ein perfider, zäher und ungemein laaaangsamer Cocktail aus disharmonischen Riffs, abgefahren krankem Krächzgesang, finsteren Keyboards und Texten über Apokalypse, Satan und Tod, allerdings auf irgendeinem Planeten namens Paranoia. Ja, Paranoia mag einen überfallen, wenn man diesen depressiven Klängen (und ich MEINE depressiv) zu lange lauscht, aber nicht nur Paranoia, sondern auch Langeweile. Die Synthesizer-Effekte sind zwar abgefahren, die Gitarren klingen extrem böse, und etwas krankeres als diesen Sänger habe ich bisher nur bei den alten BETHLEHEM gehört – aber richtig begeistern kann das nicht. Eigentlich macht es mich sogar krank. Ich gebe auch ganz offen zu, daß ich über einen Hördurchlauf nicht hinausgekommen bin und bin mir absolut der Tatsache bewußt, daß das nicht ausreicht für eine vernünftige Bewertung – aber mal ehrlich, wenn man nach dem ersten Hören schon keine Lust mehr hat, sich das nochmal anzuhören, bzw. einen das kalte Grausen packt beim Anblick der CD, und man beim Versuch eines zweiten Durchlaufs nach dem ersten Stück einfach nicht mehr weiterhören KANN, dann muß doch was nicht stimmen, oder? Ich bitte also um Nachsicht. Wer Spaß daran hat, sich eine Stunde lang langsamen und gleichförmigen Doom Metal mit kranken Synthie-Effekten und perversen Vocals anzuhören, möge das tun – ich hingegen lege die Platte hiermit zu den Akten. Gute Nacht.

VÖ: 25.02.2002

Spielzeit: 50:53 Min.

Line-Up:
Malfeitor Fabban – vocals

Riccardo Conforti – synths, 0-GH atmospheres, drums

Ivan Zara – guitars, bass

Label: Code666

Tracklist:
Velocity.Electricity.TVnecro.

With No Half-measure

Anthem for Doomed Youth

Anger

The Ultimate Supreme Intelligence

Nothing Immortal

Victory!

Universal Seperation

Xtc-elevation-trip