UFOMAMMUT: Oro – Opus Alter

Vollendete Alchemie des psychedelischen Sludge – UFOMAMMUT und Teil zwei ihres Opus magnum.

Auf den Pfaden der Alchemie wandeln UFOMAMMUT. Mit traumwandlerischer Sicherheit bringen sie das zu Ende, was vor ein paar Monaten begann: Opus Primum zermalmte alles, stampfte wie ein Behemoth über die Felder der Seele, so dass nun alles brach liegt. Teil zwei dieser psychedelischen Reise durch einmalige Sludge-Welten ist wenig überraschend etwas zahmer, mit weniger Heaviness, mehr Dynamik und vielen atmosphärischen Momenten. Obwohl Oro – Opus Primum und Oro – Opus Alter immer wieder gleiche songschreiberische Themen erkennen lassen, wirkt die Musik nun wie aus einem gänzlich anderen Blickwinkel heraus.

Die brachialen Riffs, die so tief wie das Meer zu sein scheinen, kommen nach wie vor ausufernd oft zum Einsatz, es dauert jedoch nun immer länger, bis sie sich aus den bizarren, analogen Sounds heraus erheben. UFOMAMMUT nehmen tief Luft und viel Anlauf, bis Luxon, Sulphurdew und Deityrant ins Rollen kommen. Beim Eröffnungsstück Oroborus geht das ein wenig schneller, die Wucht aus dem ersten Teil dieses epischen Doppelalbums wird gekonnt mitgenommen. Trotz der vielen elektronischen Spielereien und des HAWKWINDesken Abdriftens ist Oro – Opus Alter ein wenig kompakter als der erste Teil – und das obwohl die Songs noch langsamer auf den Punkt kommen. Vielleicht hat das mit der kürze der Stücke zu tun, oder damit, dass die repetitive Musik noch mehr als Meditation wirkt, denn je.

Zähne zeigen UFOMAMMUT in dieser Dreiviertelstunde weit weniger als andere Sludge-Bands, dafür verstehen sie es wie wenig andere, wie man sich durch Raum und Zeit treiben lassen kann. Stoner Rock-Fans werden eine nie gespürte Härte neben erleben und ebenso eine Grenzerfahrung erleben, wie Freunde der ganz heftigen Bands, die etwas Geduld bei der Psychedelik aufbringen müssen. Egal ob als Album für sich, oder als ganze Erfahrung zusammen mit Oro – Opus Primum, UFOMAMMUT und ihr bereits achtes Album Oro – Opus Alter, ihre Suche nach der Formel, die Gold herstellen kann, setzt uns in Erstaunen, auch trotz ein paar Längen, beispielsweise bei Sublime, das sich selbst zu sehr in wabernden Klangkaskaden verliert.

Überhaupt: Das Oro-Doppel ist rein subjektiv betrachtet in der ersten Hälfte ein wenig stärker, weil wütender, zerstörerischer, konsequenter, nahbarer. Deshalb sollten Hörer auch unbedingt mit diesem Teil einsteigen, und Oro – Opus Alter eher als Auflösung oder vielleicht auch als alternatives Ende sehen. Aber mit diesem in goldenen Farben und Formen getauchten Album, macht sich trotz allem jeder eine Freude, der auf brachiale Riffs, langsame und krasse Grooves und verschiedenste Formen von Geschrei steht. Kurzum: Sludge-Hörer, Psychedelik-affine und spirituell veranlagte Hörer liegen mit UFOMAMMUT und ihrer Suche nach der Formel für den perfekten, in Gold gewickelten Trip, immer noch richtig.

Veröffentlichungstermin: 14. September 2012

Spielzeit: 42:52 Min.

Line-Up:
Poia – Guitars, Synths, Screams
Urlo – Bass, Vocals and Screams, FX and Synths
Vita – Drums and Screams

Lorenzer – Screams

Produziert von Lorenzo Stecconi und UFOMAMMUT
Label: Neurot Recordings

Homepage: http://www.ufomammut.com

Mehr im Netz: http://www.facebook.com/pages/Ufomammut/31142261935

Tracklist:
1. Oroborous
2. Luxon
3. Sulphurdew
4. Sublime
5. Deityrant