TOMBS: Savage Gold

TOMBS zermalmen ihr Publikum, unter die Haut geht "Savage Gold" aber nur selten.

TOMBS haben ihren Produzenten dieses Mal weise gewählt und mich dadurch bis zu einem gewissen Punkt beruhigt. Davon abgesehen, dass John Congleton zu einer Band wie TOMBS nicht so recht passen wollte, unter Erik Rutans Obhut würde vermutlich kein Album möglich sein, das in Sachen Post-Black Metal den Weichheitsgrad von DEAFHEAVENs Sunbather überbieten oder sich an sonstige Schmierigkeiten anbiedern würde. Aber TOMBS waren schon seit jeher anders, immer grimmiger, impulsiver und trotzdem reifer als die meisten Bands aus diesem neuen Genre. Glücklicherweise ist dies auf ihrem dritten Album nicht anders.

Um die Quintessenz vorweg zu nehmen: Savage Gold ist ein sehr passender Titel für dieses Album. TOMBS sind deutlich brutaler als zu Zeiten von Path Of Totality, gleichzeitig können sie aber auch gespenstisch-düstere Atmosphäre erzeugen. Die New Yorker beginnen furios: Thanatos, Portrait und Seance haben fiese, sägende, aber sehr eingängige Riffs parat, überzeugen durch knallhartes, sauberes Drumming und wildes Geschrei. So direkt und boshaft waren TOMBS noch nie. Und als wäre das ein Dampfablassen gewesen, wird Savage Gold danach ein wenig milder, wenn auch nicht freundlicher. Das grandios-beschwörende Echoes und Deathtripper zeige,n wie man Black Metal und Wave vermengen kann, ohne dass es peinlich wird. Danach wird in Ashes, Legacy und dem schön melodiösen Spiral munter weiter gemetzelt, unterbrochen nur von dem ruhigen, aber recht drögen Severed Lives.

Eine knappe Stunde lang bahnen sich TOMBS ihren Weg durch die Finsternis, durch eine surreale Hölle, inmitten eigener Dämonen. Doch eines schaffen Bandchef Mike Hill und seine Freunde nicht: So richtig unter die Haut zu gehen. Sowohl Winter Hours als auch Path Of Totality hatten Momente völliger Intimität, in denen die Musik wirklich berühren konnte. Savage Gold hat mit Ausnahme von Echoes kaum solches Material. TOMBS schießen über ihr Ziel hinaus, verlieren sich in ihrer eigenen Wut und hinterlassen einen Hörer, der völlig überrollt, aber nicht mitgerissen wurde. Vielleicht habe ich aber auch zu viel erhofft – eine Mischung aus SWANS und MAYHEM hätte es werden können, vielleicht sogar werden müssen. Zumindest ist TOMBS aber das brutalste Post-Black Metal-Album der letzten Jahre geglückt, das Fans dieser Band geradezu zermalmen wird.

Veröffentlichungstermin: 13. Juni 2014

Spielzeit: 57:14 Min.

Line-Up:
Mike Hill – Guitar, Vocals
Garett Bussanick – Guitars
Ben Brand – Bass
Andrew Hernandez – Drums

Produziert von Erik Rutan und TOMBS
Label: Relapse Records

Homepage: http://www.tombscult.com

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/TombsBklyn

Tracklist:
1. Thanatos
2. Portraits
3. Seance
4. Echoes
5. Deathtripper
6. Edge Of Darkness
7. Ashes
8. Legavy
9. Severed Lives
10. Spiral