RISE AGAINST: Nowhere Generation

RISE AGAINST verfahren auf “Nowhere Generation” wie gewohnt: Der eingängige Punk Rock setzt auf Vertrautes und erfüllt damit unsere Erwartungen, ohne jedoch zu überraschen.

Business as usual: Die Welt steht am Abgrund, die nachfolgenden Generationen blicken einer schwierigen Zukunft entgegen und RISE AGAINST versuchen diese Sorgen und Ängste als Sprachrohr zu kanalisieren. Grundlegend viel hat sich also nicht verändert: Es geht immer noch um Widerstand und Rebellion, um Perspektivlosigkeit und den Kampf gegen die wenigen Mächtigen da oben.

„Nowhere Generation“ kann man daher durchaus als Momentaufnahme der Welt im Jahr 2021 verstehen, auch wenn die Themen im Großen und Ganzen dieselben sind wie vor fünf, zehn oder 15 Jahren. Vertraut, aber dennoch aktuell – ein Kredo, das sich RISE AGAINST auch musikalisch auf die Fahnen geschrieben haben. Ein zweites „Siren Song Of The Counter Culture” (2004) oder „The Sufferer & The Witness“ (2006) wird es in diesem Leben wohl nicht mehr geben, auch wenn wir den glatteren Sound der letzteren anderthalb Dekaden wohl kaum als Altersmilde bezeichnen sollten.

“Nowhere Generation” folgt den bewährten Erfolgsrezept der US-Amerikaner

Die US-Amerikaner haben in der Schnittstelle aus Punk Rock und poppigen Hooks ein Erfolgsrezept gefunden, das gleichzeitig unkaputtbar erscheint. Innovation gibt es auf „Nowhere Generation“ somit kaum, dafür gibt sich die Band musikalisch auch keine Blöße: Treibende Rocker wie das starke „Sudden Urge“ oder „Talking To Ourselves“ treffen auf aufrüttelnde Hymnen Marke „The Numbers“. Ab und an wirkt so manche Gesangslinie Tim McIlraths auf uns zwar wie ein Déjà-vu, verschmerzen können wir das jedoch nicht zuletzt aufgrund der engagierten Performance des Frontmanns. Emotional trifft nicht nur die Akustik-Ballade „Forfeit“ ins Schwarze, auch wenn die Band in „Broken Dreams, Inc.“ aufdreht, geht das leicht kratzige Organ McIlraths unter die Haut.

RISE AGAINST erfüllen Erwartungen, ohne zu überraschen

„Nowhere Generation“ ist als energiegeladene, aber auch eingängig gehaltenes Album somit erwartungsgemäß eine runde Sache, auch wenn wir uns von RISE AGAINST durchaus wieder mehr Kanten oder gar Überraschungen wünschen würden. Gerade im Vergleich zu den beiden Vorgängern „Wolves“ (2017) sowie „The Black Market“ (2014) präsentiert sich die neue Platte allerdings als grundsolide, runde Sache.

Okay, der unverkrampfte Titeltrack geht mit seinem gestriegelten Refrain etwas unter und in der zweiten Hälfte verliert sich „Nowhere Generation“ kurzzeitig etwas in Gleichförmigkeit. Und doch sind Riffs, Melodien und Feeling genau von dem Format, das wir von RISE AGAINST seit fünf, zehn oder 15 Jahren gewohnt sind. Man könnte auch sagen: Business as usual.

Veröffentlichungstermin: 4.6.2021

Spielzeit: 41:41

Line-Up

Tim McIlrath – Vocals, Guitar
Zach Blair – Guitar, Backing Vocals
Joe Principe – Bass, Backing Vocals
Brandon Barnes – Drums, Percussion

Produziert von Bill Stevenson, Andrew Berlin, Chris Beeble, Jason Livermore (Mix) und Ted Jensen (Mastering)

Label: Loma Vista

Homepage: https://www.riseagainst.com/
Facebook: https://www.facebook.com/riseagainst/

RISE AGAINST “Nowhere Generation” Tracklist

  1. The Numbers (Video bei YouTube)
  2. Sudden Urge
  3. Nowhere Generation (Video bei YouTube)
  4. Talking To Ourselves (Live-Performance bei YouTube) | (Audio bei YouTube)
  5. Broken Dreams, Inc.
  6. Forfeit
  7. Monarch
  8. Sounds Like
  9. Sooner Or later
  10. Middle Of A Dream
  11. Rules Of Play