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POWERWOLF: Wildlive (Live At Olympiahalle)

Auch wegen des lautstarken Publikums gelingt POWERWOLF mit „Wildlive“ eine hochprofessionelle Bestandsaufnahme

Jetzt machen sie auch noch LORDI Konkurrenz; wobei ein Wortspiel wie „Wildlive“ im Vergleich zu den teils abstrusen Kalauern der Finnen fast noch harmlos wirkt. Ein Attribut im Übrigen, das wir einer Live-Show POWERWOLFs mit all ihren Höhen und Tiefen jedoch noch nie zuschreiben konnten. Das gilt freilich auch für die nunmehr dritte Konzertplatte, die nach der Streaming-Show „The Monumental Mass“ (2022) in die großen Arenen zurückkehrt.

Genauer gesagt ist es die Münchner Olympiahalle, die im Oktober 2024 als Kulisse herhalten und dadurch Schauplatz einer opulenten Live-Performance sein durfte. Die größte Stärke von „Wildlive“ ist folglich seine Atmosphäre: Druckvoll und makellos produziert, wird man mancherorts sicherlich über die Authentizität des Mixes streiten. Kaum wegzudiskutieren ist jedoch die elektrisierende Stimmung, die durch das lautstarke Publikum selbst die heimischen vier Wände in einen kleinen Hexenkessel verwandeln kann.

Dank des lautstarken Publikums verwandelt „Wildlive“ selbst die heimischen vier Wände in einen Hexenkessel

Anderthalb Stunden und 19 Songs lang spielen sich POWERWOLF dabei durch den jüngeren Teil ihrer Diskografie. Dass die Power Metal-Band ihre ersten beiden Alben links liegen lässt, ist zwar schade, doch erwartbar. Wenigstens blieb sich die Band in der vergangenen Dekade musikalisch treu, weshalb es letztlich nicht allzu viel Einfluss auf das Endresultat nimmt, ob nun der Großteil der Nummern jüngeren Semesters ist oder schon ein paar Jährchen auf dem Buckel hat.

Auf ein adäquates Maß zusammengestaucht hat man derweil die berüchtigt ausufernden Ansagen Attila Dorns, was dem Hörerlebnis zuträglich ist, doch zugleich auch als Eingeständnis gedeutet werden kann, dass die seit Jahren immer gleichen Floskeln nicht unbedingt für ständiges Rezitieren geeignet sind. Ein paar Mitsing-Spielchen haben es trotzdem auf „Wildlive“ geschafft, wo das Münchner Publikum die natürlich bestens bekannten Melodien von „Armata Strigoi“ und „Demons Are A Girls Best Friend“ artig wiederholt. Skippen kann man diese Einlagen übrigens nicht, da sie den Anfang der Songs bilden und nicht etwa ans Ende der vorherigen Tracks gesetzt wurden.

POWERWOLF gelingt mit „Wildlive“ eine hochprofessionelle Bestandsaufnahme

Ähnlich verhält es sich mit anderen Publikumsspielchen wie der angeleitete Lautstärke-Test vor „Heretic Hunters“: kein Problem beim Genuss des Gesamtpakets, aber ungünstig, wenn man vornehmlich für die Musik hier ist. Mehr Stolperer als Beinbruch kann diese Entscheidung den sonst guten Eindruck glücklicherweise nicht trüben.

Als umfassendes Live-Dokument gelingt POWERWOLF mit „Wildlive (Live At Olympiahalle)“ eine hochprofessionelle Bestandsaufnahme, die den Status quo der Gruppe im Grunde perfekt einfängt. Ecken und Kanten dürfen wir nicht erwarten, dafür glänzt die Platte mit transparentem und vollem Klang sowie einer bombastisch präsenten und stellenweise wildgewordenen Zuschauerschaft. Offenbar hat man sich beim Titel doch mehr gedacht, als nur ein kauziges Wortspiel im LORDI-Stil zu bemühen.

Veröffentlichungstermin: 13.02.2026 (digital) / 06.03.2026 (physisch)

Spielzeit: 89:57

Line-Up

Attila Dorn – Vocals
Falk Maria Schlegel – Organ, Keyboard
Charles Greywolf – Guitar
Matthew Greywolf – Guitar
Roel van Helden – Drums

Produziert von Joost van den Broek

Label: Napalm Records

Homepage: https://www.powerwolf.net/
Facebook: https://www.facebook.com/powerwolfmetal
Instagram: https://www.instagram.com/officialpowerwolf
Bandcamp: https://powerwolf.bandcamp.com/

POWERWOLF “Wildlive (Live At Olympiahalle)” Tracklist

  1. Intro – Monumental Mass Theme (Live At Olympiahalle)
  2. Bless’em With the Blade (Live At Olympiahalle)
  3. Incense & Iron (Live At Olympiahalle)
  4. Army of the Night (Live At Olympiahalle)
  5. Sinners of the Seven Seas (Live At Olympiahalle)
  6. Amen & Attack (Live At Olympiahalle)
  7. Dancing With the Dead (Live At Olympiahalle)
  8. Armata Strigoi (Live At Olympiahalle) (Video bei YouTube)
  9. 1589 (Live At Olympiahalle) (Video bei YouTube)
  10. Demons Are A Girl’s Best Friend (Live At Olympiahalle)
  11. Stossgebet (Live At Olympiahalle) 04:05 (Video bei YouTube)
  12. Fire & Forgive (Live At Olympiahalle)
  13. We Don’t Wanna Be No Saints (Live At Olympiahalle)
  14. Alive or Undead (Live At Olympiahalle) (Video bei YouTube)
  15. Heretic Hunters (Live At Olympiahalle)
  16. Sainted by the Storm (Live At Olympiahalle)
  17. Blood for Blood (Faoladh) (Live At Olympiahalle)
  18. Sanctified With Dynamite (Live At Olympiahalle)
  19. We Drink Your Blood (Live At Olympiahalle)
  20. Werewolves of Armenia (Live At Olympiahalle)