OSSUARIUM: Living Tomb

OSSUARIUM: Living Tomb

Wie schnell sich die Trends im Extreme Metal Bereich doch ändern. Noch vor zehn Jahren wurden die Fingerakrobaten der Marke ORIGIN und RINGS OF SATURN abgefeiert, und man weinte den Traditionsbands wie DISMEMBER, ENTOMBED und ASPHYX kaum ein Tränchen nach. Nun scheint es ein, ohne zu übertreiben, weltweites Umdenken stattgefunden zu haben. Angefangen in Europa (vor allem den F.D.A. Records sei Dank), schwappte die OSDM-Welle schon bald über den Atlantik, wo dann die neuen Bands wie Pilze aus dem Boden schossen und dort von Institutionen wie Relapse oder Profound Lore rasch unter die Fittiche genommen wurden. Zu dieser neuen Riege der amerikanischen Old Schooler gehören auch OSSUARIUM aus Portland, die bereits vor zwei Jahren mit ihrer Demo-EP die Szene in helle Aufregung versetzt haben. Nun ist es aber endlich so weit, und das lang erwartete Debüt, das „Living Tomb“, steht in den Startlöchern.

“Living Tomb” ist von den ganz Großen inspiriert

Der düstere Old School Death Metal mit Doom Einschlag mag sich auf dem Papier nicht gerade spannend lesen, hört sich jedoch weitestgehend erstaunlich frisch, kreativ und an manchen Stellen sogar progressiv an. OSSUARIUM kann man ruhig als eine tonnenschwere Planierraupe mit angebauter Abrissbirne beschreiben, die alles demoliert und mit dem Erdboden gleichmacht, was ihr im Wege steht. Es fällt nicht wirklich schwer die Referenzen auszumachen, die dem „Living Tomb“ Pate standen. Die Bands wie OBITUARY, AUTOPSY, HOODED MENACE, MORGOTH und stellenweise EVOKEN sollten jedem ein Begriff sein. Gleichzeitig klingen OSSUARIUM nicht ein wie billiger Abklatsch der alten Genrekönige oder gar deren Highschool Coverband, sondern liefern ein eigenständiges Werk mit dichter morbider Atmosphäre in makelloser Ausführung. Die Jungs wissen halt, wie man massive und gleichzeitig catchige Riffs schreibt und mit ihren Instrumenten umgeht. Die tiefen Growls von Daniel Kelley fügen sich dabei nahtlos ins Gesamtbild. Bei so viel Qualität hat man es nicht leicht, irgendwelche Anspieltipps zu geben, aber die Kracher wie „Blaze Of Bodies“, „Malicious Equivalence“ und „End Of life Dreams And Visions Pt.2“ haben mir unterm Strich besonders angetan.

Fazit

This hype is real. Zwar macht eine Schwalbe noch lange keinen Sommer, und die Band muss sich langfristig noch beweisen, aber nichtsdestotrotz ist „Living Tomb“ der Einstand nach Maß. Also kauft euch die Platte, holt eure Kutten raus und genießt diese vierzig Minuten auf voller Lautstärke.

Veröffentlichung: 01.02.2019

Spielzeit: 40 Min.

Label: 20 Buck Spin

Produziert von: Greg Wilkinson

Bandwebsite: https://ossuarium.bandcamp.com/

Facebook: https://www.facebook.com/ossuariumdeath/

Line-Up:

Daniel Kelley: Vocals, Guitar
Ryan Koger: Drums
Jeff Roman: Bass
Nate McCleary: Guitar

OSSUARIUM “Living Tomb” Tracklist:

1. Intro
2. Blaze Of Bodies (Audio auf YouTube)
3. Vomiting Black Death
4. Corrosive Hallucinations
5. Writhing In Emptiness
6. End Of Life Dreams And Visions Pt. 1
7. Malicious Equivalence
8. End Of Life Dreams And Visions Pt. 2

BKa
BKa ist seit 2013 bei vampster und liefert Reviews, gern auch zu derberen Sounds. Genres: Core, Doom, Sludge.