NOCTE OBDUCTA: Nektar Teil 1 – Zwölf Monde, eine Hand voll Träume

NOCTE OBDUCTA erschaffen die Art von beeindruckender Atmosphäre, die man von OPETH kennt…

Dass es sich beim neuesten, fünf Songs umfassenden NOCTE OBDUCTA-Werk nicht um eine EP handelt, dürfte spätestens bei der Spielzeit von über 50 Minuten klar sein. „Nektar Teil 1 – Zwölf Monde, eine Handvoll Träume“ ist meilenweit entfernt vom 2001 Album „Schwarzmetall – Ein primitives Zwischenspiel“. Die Produktion ist transparent, die Songs vielschichtig und so abwechslungsreich, dass andere Bands daraus vermutlich vier Alben geschustert hätten.

Vom „Black Metal“ im herkömmlichen Sinne haben sich NOCTE OBDUCTA schon mit Stille – Das nagende Schweigen abgewandt, auch auf ihrem neuesten Werk wandeln sie wieder trittsicher auf den verschlungenen Pfaden von OPETH. Die Songs in Überlänge zeigen sich meist in ruhigem, melancholischem Gewand, die stilvollen deutschen Texte kommen nur kurz zum Zuge, da die meiste Zeit ganz den anderen „Instrumenten“ von NOCTE OBDUCTA gehört. Die Texte indes sind über pseudo-Pathos und erzwungene Genitivansammlungen erhaben und erinnern stark an die romantischen Tage der deutschen Literatur. Einen Song aus diesem Gesamtwerk herauszupicken fällt schwer, ja unangebracht, da es den Fluss dieser Kreation stören würde. Vom Ambient-Part in „Frühling: Des schwarzen Flieders Wiegenlied“ bis zum Schwarzmetallgewitter, das erst nach neun Minuten ruhiger Atmosphäre in „Sommer: In einem Mittsommernachtsschatten“ über den Hörer hereinbricht, ist alles dabei.

NOCTE OBDUCTA haben mit diesem ersten Teil (der zweite folgt im Januar 2005) von „Nektar“ definitiv ein komplexes aber noch immer überzeugend melancholisches Werk geschaffen, das oft ähnlich berührend wie die Kreationen von MY DYING BRIDE wirkt. Leicht zugänglich ist „Nektar Teil 1 – Zwölf Monde, eine Hand voll Träume“ nicht – doch ist es auch nicht ein wirres, belangloses Riffsammelsurium. Soviel Atmosphäre beeindruckt.

Veröffentlichungstermin: 19.07.2004

Spielzeit: 51:21 Min.

Line-Up:
Marcel Va. Tr.: Gitarren, Vocals

Matthias: Schlagzeug

Torsten, der Unhold: Vocals

Steffen:Emanon: Keyboards, Vocals

Martin: Bass

Thomas: Gitarre

Gastmusiker

Ingo Schmidinger: Perkussion in „Des schwarzen Flieders Wiegenlied“.

Produziert von Vagelis Maranis
Label: Supreme Chaos Records

Homepage: http://www.nocte-obducta.de

Email: marcel@nocte-obducta.de

Tracklist:
1. Einleitung: Zwölf Monde

2. Frühling: Des schwarzen Flieders Wiegenlied

3. Sommer: In einem Mittsommernachtsschatten

4. Herbst: Lenkte einsam meinen Schritt…

5. Winter: Dezembermond