MORS CORDIS: Ectopia Cordis

MORS CORDIS: Ectopia Cordis

Knapp 15 Jahre ist es her, als MORS CORDIS mit ihrem Debütalbum „Das Prinzip“ der Genre-Bezeichnung Crossover alle Ehre machten. Die Berliner scheuten damals nicht davor zurück, eine Reihe von – auch Metal fremden – Musikgenres in ihren Songs zu verarbeiten. Das hatte schon etwas.

Nun, viele Jahre später, gibt es mit „Ectopia Cordis“ ein weiteres Album. Und es deutete sich mit dem Zweitalbum „Injection“ (2011) schon irgendwie an, dass MORS CORDIS musikalisch nicht mehr ganz so breit aufgestellt sein werden wie beim Debütalbum. Weniger Rap, weniger Gothic und vor allem weit weniger Tempo, aber dafür mehr Industrial.

Von den Gitarren kommt auf „Ectopia Cordis“ zu wenig

Vielleicht mag ein Indiz für die aktuelle Ausrichtung der Berliner das über die Jahre komplett über den Haufen geworfene Line-Up sein. Einzig Sänger und Effekthascher (nicht im negativen Sinne gemeint) Torsten Pfundt ist MORS CORDIS treu und gesanglich variantenreich geblieben. Infolge seines Status als Bandleader vermeint man auch, dass der Löwenanteil an kreativem Input auf seinen Schultern ruht. Das geht vor allem zu Lasten der Gitarrenarbeit. Denn trotz zweier Gitarristen, kommt von dieser Seite zu wenig, was aber auch am Mix liegen mag. Dennoch ist das zu Hörende für eine Metal-Scheibe – Crossover und Industrial hin oder her – nicht ganz ausreichend.

MORS CORDIS sind weiterhin bemüht, Neuartiges zu schaffen

Man kann jedoch MORS CORDIS das Bemühen nicht absprechen, weiterhin am Drücker zu sein, etwas Neuartiges zu schaffen. Da kommen schräge Songstrukturen („Ectopia Cordis“) ebenso zum Vorschein wie interessante (digitale) Percussion-Ideen („Delusion“) oder generell witzig, wenn nicht gar spannend umgesetzte Songs („Hurriyya“). Aber mitunter klingen die Songs auf „Ectopia Cordis“ auch irgendwie „patschert“ („Fate“). Zudem fehlt es den meisten der Tracks am Drive, was – wie schon gesagt – am kaum vorhandenen Tempo liegt. Nur gegen Ende kommt so etwas wie Stimmung auf, wenn MORS CORDIS wieder alte Rap-Tugenden geltend machen („Epolog“), um somit dem Begriff Crossover wieder alle Ehre zu machen. Dennoch, ein bisserl mehr Biss hätte ich mir von der Berliner Combo schon erhofft.

Veröffentlichungstermin: 10.07.2020

Spielzeit: 51:00 Min.

Line-Up:
Torsten Pfundt – Gesang & Effekte
Marc Kirchhof – Bass
Thomas Mielke – Gitarre
Lucas Zacharias – Schlagzeug
Max Engel – Gitarre

Label: Metal Unlimited

Homepage: https://www.morscordis.de

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/morscordis

MORS CORDIS „Ectopia Cordis“ Tracklist

01 Addicted
02 Ectopia Cordis
03 Breathing
04 Drowning
05 Hurriyya
06 Code of Silence
07 Wrath
08 Delusion
09 Fate
10 Digital Cannibals (Video bei YouTube)
11 Socialution
12 Egolog
13 Power to my Words (feat. COHIBA BOYZZ)

Christian Wögerbauer
Christian ist seit 2005 unser Vertreter der Österreicher Metalszene, rezensiert gern im Bereich Doom / Death / Black / Thrash und auffallend gern Bands mit Sängerin. Genres: Death Metal, Doom-Death Metal, Doom Metal, Symphonic Metal, Gothic Metal, Sludge.