METSATÖLL: Äio

Die insgesamt 60 Minuten Spielzeit zeigen METSATÖLL wieder in einem lockeren Soundgewand, welches mal melodisch und mal ziemlich dreckig-rockig präsentiert wird. Auf jeden Fall sind die Esten anno 2010 interessanter als jemals zuvor.

Bereits 1999 haben sich  METSATÖLL gegründet und legen nun ihr viertes Werk vor, welches auf den griffigen Titel „Äio“ hört. Im direkten Vergleich lässt sich sofort sagen, dass die Esten ihrer Linie treu geblieben sind, allerdings nun wesentlich imposanter auftreten. Das mag sicherlich auch an der erstklassigen Produktion aus dem Finnvox Studio liegen, da hier jeder Ton ausgefeilt, aber dennoch atmosphärisch herüberkommt. Die Gitarren sind sicherlich wuchtiger ausgefallen als jemals zuvor und bilden eine hervorragende Grundlage für die vielen Flötenarrangements. Davon gibt es also tatsächlich unglaublich viele – man muss schon Flöten mögen, sonst ist man hier schnell überfordert. Passend hierzu Track „Tuletalgud”, der fast zu 90% mit Flöteneinsatz aufwartet, aber auch deshalb so besonders einzigartig klingt.

Neben Flöten können aber auch viele unterschiedliche Arten von Gesang das Material bereichern. Der Männerchor in “Vaid vaprust” oder der hypnotische Sprechgesang im Titelsong. Letztgenannter darf sich sicherlich auch zu den besten Tracks des Albums zählen, da hier die Essenz aller Metsatöllschen Songs geboten wird und unglaublich stark ausfällt. Das hat auch der mitreißende Gesang von Markus zu verantworten, aber auch die musikalische Dampfwalze am Ende des Tracks. Hier wird der Härtegrad mal schnell um 10 Stufen erhöht und ballert derbe vor den Bug.

 Schon nahezu rotzig klingt “Minu kodu”, welcher zwar recht symphonisch beginnt, aber dann sehr eigenständig und angriffslustig wird. Wesentlich melodischer und auch gediegener ist “Nüüd tulge, mu kaimud”, der durch den Chor erst etwas unspektakulär beginnt, aber zum Schluss richtig seltsam instrumentiert wird. Da lohnt es sich zweimal hinzuhören, um die vielen unterschwelligen Melodien zu erfassen. Die insgesamt 60 Minuten Spielzeit zeigen  METSATÖLL wieder in einem lockeren Soundgewand, welches mal melodisch und mal ziemlich dreckig-rockig präsentiert wird. Auf jeden Fall sind die Esten anno 2010 interessanter als jemals zuvor.

Spielzeit: 60:20 Min.

Line-Up:

Markus – Guitar, Lead Vocals, Traditional Instruments
Lauri – Guitar, Bagpipes, Vocals, Yoik-singing, Throat-singing, Flute, Torupill
Kuriraivo – Bass, Backing Vocals, Yoik-singing
Atso – Drums, Shamanic Drums, Vocals

Label: Spinefarm

Homepage: www.metsatoll.ee

MySpace: http://www.myspace.com/metsatoll

Tracklist:

1. Ema hääl kutsub
2. Kui rebeneb taevas
3. Tuletalgud
4. Vaid vaprust
5. Äio
6. Vihatõbine
7. Kuni pole kodus, olen kaugel teel
8. Vägi ja võim
9. Minu kodu
10. Nüüd tulge, mu kaimud
11. Roju
12. Kabelimatsid
13. Verijää
14. Jõud