KREATOR: Hordes Of Chaos

Auch das dritte Album nach "Endorama" zeigt KREATOR von ihrer gewohnt guten Seite. Wer die beiden Vorgänger mochte, muss auch hier zweifelsohne zugreifen.

Hordes Of Chaos ist nun das dritte Album nach Endorama, also quasi seit der musikalischen Wiedergeburt von KREATOR in Form von Violent Revolution. Letzteres Album überraschte damals mit der Rückbesinnung auf Härte und schlug dementsprechend ein wie eine Bombe. Mit dem Nachfolger Enemy Of God gelang es KREATOR spielend, das Niveau des Vorgängers zu halten und es sogar noch zu übertreffen. Nun steht mit Hordes Of Chaos nach vier Jahren wieder ein neues Album in den Startlöchern. Nachdem der Vorgänger noch beim allseits beliebten Andy Sneap klanglich veredelt wurde, wählte man dieses Mal eine neue Herangehensweise und spielte das Album in den Berliner Tritonus-Studios unter der Regie von Moses Schneider quasi live ein. Das hat dem Gesamtsound sehr gut getan, denn KREATOR gehen auf Hordes Of Chaos dem lauter, dicker, fetter-Trend bei Metal-Produktionen ganz klar aus dem Weg und liefern stattdessen ein rohes, organisches Soundbrett ab, das jeder Hochglanzproduktion klar den Rang abläuft.

KREATOR bieten sowohl Härte als auch die typischen melodischen Leadgitarren

Und auch was das Songmaterial angeht, leistet man sich wenig Schwächen. Schon der brutal rasante Opener und Titeltrack zeigt alle Trademarks auf, die man an den neueren KREATOR schätzt. Sowohl Härte als auch die typischen melodischen Leadgitarren. Noch mehr auf die Fresse gibt es mit dem folgenden Warcurse. KREATOR bewegen sich auch auf Hordes Of Chaos zielsicher auf dem, mit den beiden letzten Alben definierten Pfad des knallharten aber immer auch melodischen Thrash Metal. Hier mal ein fetter Moshpart wie bei Escalation oder cleane Gitarren und Sprechgesang zum Beginn von Amok Run, die noch mal Resteinflüsse der Endorama-Zeit spüren lassen. Destroy What Destroys you wiederum kann mit fettem Groove aufwarten und gehört für mich zu den absoluten Highlights der Scheibe. Als Schwachpunkt lässt sich vielleicht am ehesten Absolute Misantrophy ausmachen, welches auf mich irgendwie wie ein Schnellschuss wirkt. Den Song hätte man sicher noch etwas ausarbeiten können. Das zweite Manko ist Milles Stimme, die zwar über den Großteil des Albums immer noch überzeugt, an manchen Stellen, wie zum Beispiel teilweise bei To The Afterborn schon arg strapaziert klingt. Aber was will man nach über zwanzig Jahren Geschrei auch erwarten. Und Mille war ja nun noch nie jemand, der seine Stimme groß geschont hätte.

Alles in allem haben KREATOR erneut ein hervorragendes Album abgeliefert, das jedem Thrasher den Einstieg ins neue Jahr mit einem Lächeln ermöglichen sollte.

Veröffentlichungstermin: 16.01.2009

Spielzeit: 38:32 Min.

Line-Up:
Mille Petrozza – vocals, guitar
Sami Yli-Sirniö – guitar
Christian Speesy Giesler – bass
Jürgen Ventor Reil – drums

Produziert von Moses Schneider @ Tritonus Studio
Label: SPV / Steamhammer

Homepage: http://www.kreator-terrorzone.de

Tracklist:
01. Hordes Of Chaos (A Necrologue For The Elite)
02. Warcurse
03. Escalation
04. Amok Run
05. Destroy What Destroys You
06. Radical Resistance
07. Absolute Misantrophy
08. To The Afterborn
09. Corpses Of Liberty
10. Demon Prince